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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 14/2009)
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Demokratie und christliche Ethik |

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Thomas Schirrmacher
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Mitte des 17. Jahrhunderts kamen im radikalprotestantischen Flügel in England erstmals Forderungen nach Religions-, Gewissens-, Pressefreiheit und allgemeinem Männerwahlrecht auf. Michael Farris hat dazu eine umfangreiche Untersuchung zu den frühen Quellen der Religionsfreiheit in den USA vorgelegt, darunter ungezählte Predigten und Traktate. Nachdem Sebastian Castellio, der als ehemaliger Calvinschüler 1554 gegen Johannes Calvin für eine noch recht rudimentäre Religionsfreiheit - die etwa weiterhin die Bestrafung von "Gottlosen" vorsah - eingetreten war, stammt das erste bekannte Traktat, das eine völlige Religionsfreiheit postuliert, von dem englischen Baptisten Leonard Busher aus dem Jahr 1614.
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Zur Person |
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Thomas Schirrmacher Dr. theol., Dr. phil., geb. 1960; Professor für Religionssoziologie an der Staatlichen Universität Oradea/Rumänien; Dozent für Ethik, Martin Bucer Seminar, Bonn; Direktor des Internationalen Instituts für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz,
Bonn/Kapstadt/Colombo,
Friedrichstraße 38, 53111 Bonn. E-Mail: info@bucer.de
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Der Gedanke breitete sich unter Baptisten und anderen Dissenters in England, den Niederlanden und dann den USA aus. Es war der Baptist und Spiritualist Roger Williams (1604 - 1685), Mitbegründer der ersten amerikanischen Baptistengemeinde mit kongregationalistischer Struktur, der 1644 die völlige Religionsfreiheit forderte und 1647 im späteren Rhode Island die erste Verfassung mit Trennung von Kirche und Staat und mit der Zusicherung der Religionsfreiheit - auch für Juden und Atheisten - errichtete, obwohl er ein Freund der christlichen Mission war. Bereits 1652 wurde dort die Sklaverei abgeschafft: "Nicht obwohl, sondern weil er tief religiös war, forderte Williams eine Trennung von Politik und Religion." Für William Penns (1644 - 1718) späteres "heiliges Experiment" Pennsylvania gilt dasselbe. |
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09. Februar 2012
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Aus Politik und Zeitgeschichte |
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Religion in der Gesellschaft
Gott war tot – zumindest in der öffentlichen Aufmerksamkeit. Das hat sich jüngst geändert. Spätestens seit Herbert Grönemeyers neuestem Song haben alle gemerkt: Religion und Gott eignen sich wieder für den breiten Mainstream. |
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