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Jugendsprache und Jugendkultur


22.5.2002
Die Auseinandersetzung mit dem Thema 'Jugendsprache' erfolgt traditionell im Bereich 'populärwissenschaftlicher' und/oder journalistischer Zusammenhänge. In der Regel mit dem Ziel, das Thema gut verpackt zu vermarkten.

Einleitung



"Die Düsternis missfällt dem GROSSEN BOSS. Man sieht ja nicht die Hand vor Augen! räsoniert er. Licht! Aber ein bißchen dalli! Prompt wird es hell." [1] So lautet Genesis 1,3 "Gott sprach: Es werde Licht. Und es wurde Licht" in jugendsprachlicher Version. Kriemhilds Traum aus den Nibelungen liest sich im jugendsprachlichen Duktus wie folgt: "Eines Nachts kann Hildchen nicht ordentlich pennen, weil Vollmond ist. Vielleicht hat sie sich aber auch nur zu viel Wildschweinbraten reingepfiffen. Jedenfalls hat sie einen Alptraum, der glatt bei Freudi geklaut sein könnte: sie hat einen Falken hochgepäppelt, auf den sie total spitz ist, lässt ihn eines Tages in Richtung Himmel starten und sieht, wie zwei Adler auf ihn losdüsen und ihn allemachen." [2]

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  • Und das Märchen "Schneewittchen" beginnt auf "Kanakisch" wie folgt: "Es war ma ein krasse geile alte Tuss, dem hatte Stiefkind. Dem alte Tuss hat immern in seim Spiegeln geguckt un den angelabert: ,Spiegeln, Spiegeln an scheissndreck Wand, wem is dem geilste Tuss in Land?


    Fußnoten

    1.
    Fred Denger, Der grosse Boss: d. Altes Testament unverschämt fromm neu erzählt, Frankfurt/M. 1984, S. 17.
    2.
    Uta Claus/Rolf Kutschera Rolf, Total krasse Helden. Die bockstarke Story von den Nibelungen, Frankfurt/M. 1986, S. 23 - 24.

     
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