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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 20/2005)

Der Islam in deutschen Medien


Sabine Schiffer
Inhalt

Einleitung

Zeigen und Ausblenden

Symbole statt Information

Willkürliche Verknüpfungen

Metaphern und Stereotype

Wege zur Deeskalation

Einleitung
Der Islam ist nicht das Thema dieses Aufsatzes - wie auch nicht der meisten Mediendarstellungen, die dies glauben machen wollen. Die Sicht auf "den" Islam und "die" Muslime - falls derartige Verallgemeinerungen überhaupt zulässig sind - wird indirekt durch die Auslandsberichterstattung geprägt.[1] Eine solche eher krisenorientierte Gewichtung bestimmt die jeweils aktualisierten Aspekte. Diese latente Verknüpfung kann durch die Presse- und Meinungsfreiheit kaum aufgewogen werden. Denn Fokussierung ist ein gewissenmaßen natürlicher Teil menschlicher Kommunikation.

Zur Person
Sabine Schiffer
Dr. phil., geb. 1966; Sprachwissenschaftlerin und Medienpädagogin, Institut für Medienverantwortung, Goethestraße 6, 91054 Erlangen.
E-Mail: schiffer@medienverantwortung.de


Medien sind unsere wichtigste Informationsquellen, vor allem in Bezug auf Themen, zu denen uns der Zugang fehlt. Während sie es uns ermöglichen, an Dingen teilzunehmen, die wir nicht direkt erleben, strukturieren sie gleichzeitig die Wahrnehmung dieser Dinge, und zwar mit zunehmender Quantität, denn die Sekundärerfahrung durch Medien nimmt ständig zu. Eine aktive Reflexion darüber muss vermehrt stattfinden, damit keine verzerrten Vorstellungen von "der Welt" entstehen.

Im Folgenden interessieren nicht so sehr die wirtschaftlichen und politischen Strukturen des Arbeitsalltags Medienschaffender oder gar die Machtstrukturen der Medienkonzerne und das Medienmanagement von einflussreicher politischer Seite, sondern es geht ganz allgemein um den Weg der Informationsvermittlung.[2] Denn die Automatismen der Informationsverarbeitung, die bei der Vermittlung von Nachrichten immer mit mehr oder weniger verzerrenden Auswirkungen auftreten, müssen vermehrt ins Bewusstsein rücken, um jeglicher Darstellung mit der nötigen Distanz gegenübertreten zu können und nicht undifferenzierten Verschwörungstheorien zu erliegen, die nicht Mündigkeit, sondern Ohnmachtsgefühle erzeugen.
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10. Februar 2012
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Muslime in Europa
Editorial
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