Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Aus Politik und Zeitgeschichte (B 36/2001)

Das Zeitalter des permanent unfertigen Menschen: Lebenslanges Lernen nonstop?


Paul B. Baltes
Inhalt

I. Vorbemerkungen

II. Über die Gewinn- und Verlustbilanzierung des Älterwerdens

III. Vom Lernen fürs Leben zu lebenslangem Lernen

IV. Das Zeitalter der permanten Unfertigkeit des Menschen: Die wesentlichen Faktoren

V. Lebenslange Entwicklung: Institutionelle Bausteine

VI. Lebenslange Entwicklung: Adaptive Ich-Plastizität als Schlüsselkompetenz

VII. Deutschland: Kein Land für adaptive Ich-Plastizität ?

VIII. Die innovative Kraft des Bildes vom unfertigen Menschen

VI. Lebenslange Entwicklung: Adaptive Ich-Plastizität als Schlüsselkompetenz
Eines der Schlagworte der gegenwärtigen Bildungsdiskussion ist das der Schlüsselkompetenz. Damit meint man das Wissen und die Fertigkeiten, die langfristig und für die meisten Qualifikationsprofile bedeutsam sind. Lesen, Schreiben, Rechnen, logisches Denken gehören dazu; aber auch Computer Literacy.

Lebenslanges Lernen nonstop und das Szenario des permanent unfertigen Menschen suggerieren allerdings auch eine andere Art von Schlüsselkompetenz, die weniger im intellektuellen Fertigkeitsbereich als vielmehr im emotionalen und motivationalen Bereich liegt. Es geht um die Eigen-schaften, die eine Person so ausstatten, dass sie sich als Dauerteilnehmer im Prozess des lebenslangen Lernens gut positionieren, dass sie die Unfertigkeiten kompensieren kann, die ihr durch die Unvollendetheit der biologisch-genetischen und gesellschaftlich-institutionellen Architektur des Lebensverlaufs mit auf den Lebensweg gegeben wurden.

Der aus meiner Sicht wichtigste Eckpfeiler einer guten psychologischen Architektur lebenslanger Entwicklung und des produktiven Umgangs mit Unfertigkeit ist das, was ich als die Plastizität oder auch die adaptive Flexibilität des Ichs bezeichne. [15] Damit meine ich das Ausmaß, in dem Einzelne sich als veränderbar, als resistent, entwicklungsfähig und entwicklungswillig erleben. In der Sprache der Psychologie handelt es sich dabei um Eigenschaften wie Optimismus, positives Denken, Offenheit gegenüber dem Neuen, adaptive Selbstwirksamkeit und persönliche Handlungskontrolle. Wissenschaftlich ist jedes dieser Konzepte mit einem umfangreichen Forschungsfeld verknüpft. Es geht um mehr als Worte, es geht um wissenschaftlich abgesicherte Erkenntnisse. So wissen wir aus der Forschung, dass jede dieser Eigenschaften und Fähigkeiten zu einem wesentlichen Teil erlern- und lebenslang erneuerbar ist. [16]

Bislang gehören negative Altersstereotype, der erzwungene Ruhestand sowie das Fehlen von positiven Zielen und Rollen des Alters [17] zu den wichtigsten Hindernissen der Entwicklung einer guten Ich-Flexibilität im Erwachsenenalter. Ein weiteres Hindernis ist der allzu starke Glaube, dass Intelligenz, Persönlichkeit und Begabung vor allem genetisch determiniert und daher fixiert seien. Die psychologische Forschung jedoch zeigt, dass Menschen, die ein hohes Gefühl von Optimismus, Offenheit für das Neue, Selbstwirksamkeit und Handlungskontrolle haben, ihre Lebenschancen besser nutzen, und zwar unabhängig davon, wie gut ihre objektiv vorhandenen Ressourcen sind.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
09. Februar 2012
Druck-Version
Artikel versenden
Inhalt
Bild vergrößern
Wissensgesellschaft
Editorial
Digitale Unterwanderungen: Der Wandel im Innern des Wissens
Moderne Wissensgesellschaften
"Spätkapitalismus" oder "Wissensgesellschaft"?
Das Zeitalter des permanent unfertigen Menschen: Lebenslanges Lernen nonstop?
Bildung - kein Megathema
Lexikonsuche
Suchwort:
Lexika: