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Aus Politik und Zeitgeschichte
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Zwischen Multilateralismus und Unilateralismus Eine Konstante amerikanischer Außenpolitik |

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Stefan Fröhlich
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Die Terrorangriffe vom 11. September 2001 haben der Welt signalisiert, dass die mit den Veränderungen der ausgehenden achtziger und frühen neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts verbundene Hoffnung auf ein friedlicheres und sichereres Zeitalter trügerisch war. Die Anschläge richteten sich nicht nur gegen die USA als mächtigstes Symbol der demokratischen Wertegemeinschaft, sondern auch gegen deren Bündnispartner als Teil dieser Gemeinschaft. Sie signalisieren, dass wir Massenvernichtungswaffen künftig nicht nur in Kategorien von Atomwaffen, sondern auch biologischer und chemischer Angriffe auf unsere Sicherheit denken müssen.
Und sie zeigen, dass es absolute Sicherheit auch für die Weltmacht USA nicht geben kann: Washington hat erstmals in seiner Geschichte die Erfahrung der eigenen Verwundbarkeit machen müssen - für Europäer eine Erfahrung, die sich tief in ihr Bewusstsein eingeprägt hat und ihr außenpolitisches Handeln bestimmt. Wie haben die USA auf diese neue Herausforderung reagiert, welche Auswirkungen haben die Anschläge auf die Politik der Allianz?
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Zur Person |
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Stefan Fröhlich M.A., Dr. phil. habil., geb. 1958; Studium der Politikwissenschaft, Anglistik und Hispanistik in Bonn, Paris, Philadelphia und Washington; zurzeit Programmdirektor des Postgraduiertenkollegs "European Studies" am Zentrum für Europäische Integrationsforschung (ZEI) der Universität Bonn und Privatdozent am Bonner Seminar für Politische Wissenschaft.
Anschrift: Universität Bonn, Lennéstr. 27, 53113 Bonn. E-Mail: s.froehlich@uni-bonn.de
Veröffentlichungen u.a.: Amerikanische Geopolitik von den Anfängen bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges, Landsberg 1998; Auf den Kanzler kommt es an. Außenpolitik in der Ära Kohl zwischen 1982 und 1989, Paderborn 2001.
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Washingtons Außenpolitik wird traditionell von drei Grundprämissen bestimmt: der globalen Machtverteilung, der ihr entsprechenden Selbsteinschätzung der USA und ihrem daraus resultierenden weltweiten Führungsanspruch und -willen. Nur die USA verfügen sowohl über das militärische wie auch politische und wirtschaftliche Potenzial, das sie zur herausragenden Zentralmacht erhebt. Die sicherheitspolitische Dominanz wird dabei einzig relativiert durch die politische und ökonomische Eingebundenheit in einen multilateralen Ordnungsrahmen, dem man sich von Zeit zu Zeit entzieht oder den man zur Durchsetzung eigener Interessen instrumentalisiert; entsprechend verfolgte Washington in der Vergangenheit in Fragen der Handelspolitik stets einen weitaus flexibleren Multilateralismus als in Fragen der äußeren Sicherheit. |
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10. Februar 2012
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