Editorial
Belwe, Katharina
23.4.2007
Die Notwendigkeit, den eigenen Körper zu inszenieren, hat in der modernen Gesellschaft zugenommen. So setzt etwa die Zugehörigkeit zu einer Gruppe nicht selten intensive Arbeit amKörper voraus. Wissenschaftler sprechen von "inkorporierter Kompetenz". Unendlich viele Möglichkeiten, den Körper zu verändern, sind längst selbstverständlicher Bestandteil des Alltags. Sie reichen vom schlichten Make-up bis zu Schönheitsoperationen in der Klinik, deren Zahl seit 1990 kontinuierlich zunimmt.
Arbeit am Körper oder Schönheitshandeln sind keineswegs neue Phänomene; alle historischen Epochen kannten gesellschaftliche Körperkonzepte. In der modernen Gesellschaft setzt jedoch allein der Markt die Maßstäbe. Damit einher geht die Gefahr, dass der Körper zum Gegenstand wird, der nach Belieben manipuliert werden kann.

