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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 29-30/2002)
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Armut und Reichtum in Deutschland |

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Gerd Nollmann / Hermann Strasser
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Seit einigen Jahren beobachten nicht nur Sozialwissenschaftler, dass die Ungleichverteilung von Armut und Reichtum weltweit wieder zugenommen hat.
Verdiente noch 1960 das reichste Fünftel der Menschheit 30 mal mehr als das ärmste, hat sich diese Relation heute auf etwa 75 : 1 erhöht. Nicht selten wird gefolgert, dass die sich öffnende Kluft zwischen Arm und Reich den gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährde.
Drohen die inzwischen wieder vielfältigen Gesichter der Armut die bundesrepublikanische Gesellschaft zu spalten?
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Zur Person |
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Gerd Nollmann Dr. phil., geb. 1967; wissenschaftlicher Assistent an der Gerhard Mercator Universität Duisburg.
Anschrift: wie Hermann Strasser.
E-Mail: nollmann@uni-duisburg.de
Veröffentlichungen u. a.: Die Hartnäckigkeit der Geschlechterungleichheit, in: Soziale Welt, (2002) 2; Die Einführung des Euro, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, (2002) 2.
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Wir melden allerdings Zweifel an einer Sichtweise an, der zufolge von der ungleichen Armuts- und Reichtumsverteilung direkt auf den Kampf zwischen Arm und Reich zu schließen wäre. Wir wollen keineswegs bestreiten, dass die zu beobachtende Öffnung der Einkommensschere nicht wünschenswert sei. Es geht uns jedoch nicht um diese normative, letztlich politische Frage.
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Zur Person |
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Hermann Strasser Dr. rer. oec., geb. 1941; Lehrstuhlinhaber für Soziologie und Wiss. Leiter des Akademischen Zentrums für Studium und Beruf (AkZent) an der Gerhard-Mercator-Universität Duisburg.
Anschrift: Gerhard-Mercator-Universität Duisburg, Institut für Soziologie, Lotharstr. 65, D-47057 Duisburg.
E-Mail: strasser@uni-duisburg.de
Veröffentlichungen (zus. mit H. Kerbo) Modern Germany, New York 2000.
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Vielmehr muss das Thema aus einer doppelten Perspektive behandelt werden: Erstens wollen wir in den beiden folgenden Kapiteln zunächst die ungleiche Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland aufzeigen. Um jedoch Aussagen und Prognosen über das Handeln der Armen und Reichen machen zu können, werden wir zweitens zur Diskussion stellen, wie in unserer Gesellschaft die Verteilung von Armut und Reichtum erlebt wird und welche Bedeutung Arme und Reiche ihr zuschreiben. Erst dann erhält man Hinweise auf Art, Ausmaß und Wahrscheinlichkeit sozialer Auseinandersetzungen. |
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10. Februar 2012
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