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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 27/2003)
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Wege zu einer nachhaltigen Klima- und Energiepolitik |

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Ottmar Edenhofer
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Die Auseinandersetzung mit den Klimaskeptikern ist vorerst entschieden: Gegen die Hypothese, der Anstieg der Kohlendioxid-(CO2-)Konzentration in der Atmosphäre sei hauptsächlich vom Menschen verursacht, konnten bislang keine stichhaltigen Gegenargumente vorgebracht werden. Die Debatte der Zukunft wird nicht mehr von Klimaskeptikern bestimmt werden, sondern von der Frage beherrscht sein, wie groß die Schäden des Klimawandels sein werden und was getan werden soll.
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Zur Person |
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Ottmar Edenhofer
Dr. rer. pol., Dipl.-Vw., geb. 1961; stellvertretender Leiter der Abteilung Globaler Wandel und Soziale Systeme des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK).
Adresse: Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Telegrafenberg A 31, 14473 Potsdam.
E-Mail: edenhofer@pik-potsdam.de
Veröffentlichung u.a.: Social Conflict and Technological Change. Evolutionary Models of Energy Use (i.E.); zahlreiche Veröffentlichungen zur Klimaschutzpolitik.
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Die These, Klimaschutzpolitik schade der Wirtschaft, hat jüngst Björn Lomborg wiederholt und effektvoll popularisiert. Die intellektuellen und politischen Geschütze, mit der diese These verteidigt wird, haben eine andere Durchschlagskraft als die der Klimaskeptiker - vor allem deshalb, weil die These den einflussreichen Teil der internationalen Wirtschaftspublizistik auf ihrer Seite hat. So hat die britische Wochenzeitschrift "Economist" Lomborg gegen die Angriffe namhafter Naturwissenschaftler verteidigt, die ihm vorwarfen, er verharmlose die Schäden der globalen Erwärmung und leugne andere globale Umweltprobleme wie Wasserknappheit und den Verlust der Biodiversität auf wissenschaftlich nicht nachvollziehbare Weise. Bei der Abwägung von Schäden und Kosten der globalen Erwärmung gehe es nicht in erster Linie um eine naturwissenschaftliche, sondern um eine ökonomische Frage: Ist eine Klimaschutzpolitik, die auf den Umbau des Energiesystems setzt, nicht viel zu teuer, und sollte man das Geld nicht besser in die Bekämpfung der weltweiten Armut investieren?
Wer diese Fragen verneint, wird seine Argumente vor allem in der ökonomischen Auseinandersetzung stählen müssen. Der Herausgeber des "Economist", Bill Emmott, hat davor gewarnt, zu viel in den Klimaschutz zu investieren. Es könnten Mittel gebunden werden, die im Kampf gegen Armut und Terrorismus dringend benötigt würden. Die Debatte um den richtigen Weg in der globalen Klima- und Energiepolitik ist auch in den USA - von der europäischen Öffentlichkeit fast unbemerkt - in vollem Gange. So diskutieren vor allem amerikanische Forscher neue Klimaschutzoptionen, z.B. die Aufforstung von Wäldern, die Düngung der Ozeane mit Eisen oder die Verklappung von CO2 im tiefen Ozean. Von diesen Optionen verspricht sich vor allem die Bush-Administration viel und zeigt damit, dass sie das Klimaproblem auf ihre Weise ernst nimmt. Die europäische Diskussion wird diese strategischen Weichstellungen wahrnehmen müssen, will sie nicht überrollt werden. |
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09. Februar 2012
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