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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 46/2003)
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Der neue Militärisch-Industrielle Komplex in den USA |

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Michael Hennes
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Nach einem Bonmot des früheren US-Präsidenten Calvin Coolidge dreht sich in den USA alles ums Geschäft: "Chief business of the American people is business." Wirtschaftliche Interessen in den USA haben eine große Bedeutung für die amerikanische Außenpolitik. So diente der Krieg im Irak nicht zuletzt dem Interesse an einer gesicherten Erdölversorgung zu stabilen Preisen. Und das Muskelspiel der Supermacht dient auch einem neuen Militärisch-Industriellen Komplex in den USA. In seiner Abschiedsrede warnte Präsident Dwight D. Eisenhower 1961 vor einem "militärisch-industriellen Komplex", der mit dem Kalten Krieg herangewachsen sei. Eine Interessenverbindung aus Berufsoffizieren und Rüstungsindustrie estrecke ihren Einfluss auf alle Städte, Parlamente und Bundesbehörden im Land. "Während der Jahre meiner Präsidentschaft und insbesondere in den späteren Jahren verspürte ich immer mehr Unbehagen über die Wirkung der gewaltigen Militärausgaben in Friedenszeiten auf die Nation", schrieb Eisenhower später in seinen Memoiren.
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Zur Person |
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Michael Hennes
Dr. phil., geb. 1965; Dozent und Journalist; Habilitand und Lehrbeauftragter am Institut für Politikwissenschaft, Universität Duisburg-Essen, Standort Essen.
Adresse: Johann-Mayer-Str. 12, 51105 Köln. E-Mail: hennesmichael@gmx.de
Zahlreiche Veröffentlichungen zur Internationalen Politik in Fachzeitschriften.
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Wäre die nationale Sicherheit der USA der einzige Grund für die Militarisierung der amerikanischen Gesellschaft, dann hätte das Ende des Kalten Kriegs zu einer nachhaltigen Abrüstung führen müssen. Seit der Zeitenwende von 1989/90 ist keine Macht der Erde den Vereinigten Staaten auch nur entfernt ebenbürtig. Eine "Friedensdividende" wäre das Gebot der Stunde. Tatsächlich senkte Präsident Bill Clinton nach seinem Amtsantritt 1993 den Verteidigungshaushalt und leitete in den Folgejahren viele Milliarden in die Schuldenreduzierung um. In der amerikanischen Rüstungsindustrie vollzog sich angesichts der sinkenden Aufträge aus dem Pentagon eine Welle von Fusionen. Dann stand der Militärisch-Industrielle Komplex plötzlich wie Phönix aus der Asche wieder auf. Im Oktober 1999 beschloss der US-Kongress erstmals wieder eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben. Eine Woche später warf der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns General Dynamics, Nicholas D. Chabraja, der Clinton-Administration vor, durch Einsparungen bei der Rüstungsbeschaffung die Streitkräfte demoralisiert und die nationale Sicherheit gefährdet zu haben. Die erstmalige Erhöhung der Verteidigungsausgaben wollte er zu einer Trendwende umdeuten: "Es ist nur ein Anfang. Aber es ist eine Verpflichtung, die unsere Unterstützung verdient. Nicht nur in diesem Jahr - sondern im nächsten Jahr und in allen weiteren Jahren vor uns." Die Unterstützung ließ nicht lange auf sich warten. |
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09. Februar 2012
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