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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 25/2009)

Architektur: "schweres" Kommunikationsmedium der Gesellschaft


Joachim Fischer
Inhalt

Einleitung

Zur Eigenlogik der Architektur: Baukörpergrenze

Architektur als Kommunikationsmedium

Architektur: "konstitutives und transitives Medium" der Vergesellschaftung

Feminine Soziogenese von Architektur

Stadt als kommunikativer Baukörper-Raum

Architektursoziologie als Korrektiv der soziologischen Diagnostik der Moderne

Einleitung
Warum kommt der "schweren" Architektur (und über sie dem Raum und der Stadt) zentrale Bedeutung zu? Warum gibt es in einer Gesellschaft aufmerksamkeitsfesselnde Architekturdebatten über die Gestalt der Städte? Antworten darauf kann die sich etablierende Architektursoziologie geben - als ein Korrektiv zur Soziologie der Moderne. Letztere tendiert in ihrer Eichung auf abstrakte Prinzipien der Vergesellschaftung (Geld, Recht, Schrift, virtuelle Medien) dazu, eine Gesellschaftstheorie ohne Stadt und eine Stadtsoziologie ohne Architektur zu betreiben - bzw. beide stets erst nachträglich zu thematisieren. Die folgenden Überlegungen kreisen um das Ziel, die Architektursoziologie von der Peripherie in das Zentrum der Soziologie zu lotsen.[1]

Zur Person
Joachim Fischer
Dr. rer. soc., geb. 1951; wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Philosophie der Universität Bamberg und Lehrbeauftragter für Soziologische Theorie an der TU Dresden, Institut für Soziologie, 01062 Dresden.
E-Mail: Joachim.Fischer@tu-dresden.de
Internet: www.fischer-joachim.org

Zunächst ist die Architektur als eigenlogisches Medium zu präzisieren, um sie überhaupt als spezifisches Kommunikationsmedium des Sozialen zu erschließen. Damit gelingt eine neue Akzentuierung der Raum- und der Stadtsoziologie, wird also die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die Architektursoziologie ins Zentrum der soziologischen Diagnostik gelangen kann. Man erkennt, weshalb die gebaute "Architektur der Gesellschaft" konstitutiv ist für die "Architektur der Gesellschaft" (i. S. ihrer Struktur) - warum Architekturstreite Zentraldebatten gegenwärtiger Vergesellschaftung sind. Dabei ist die Architektursoziologie nicht zu verwechseln mit der "Architekturtheorie" (Ideengeschichte der Architektur), der "Architekturkritik" (Wertung des Gebauten) und "Architekturphilosophie" (Ästhetik und Ethik der Architektur).[2]
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09. Februar 2012
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Architektur der Gesellschaft
Editorial
Architektur als Philosophie - Philosophie der Architektur - Essay
Architektur: "schweres" Kommunikationsmedium der Gesellschaft
Architektur + Soziologie = Architektursoziologie
Architekturen: Mehr als ein "Spiegel der Gesellschaft"
Grenzen - ihre Bedeutung für Stadt und Architektur
Architektur und soziale Selektivität
Die europäische Großstadt: Version 3.0
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