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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 12-13/2004)
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Zeitungsmarkt in der Krise - ein Fall für die Medienregulierung |

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Horst Röper
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Vorübergehende Flaute oder strukturelle Krise? |
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Diese Entwicklung rüttelt am Fundament des Zeitungsmarktes, der in den vergangenen Jahrzehnten anders als andere Medienbranchen von Konstanz und nicht von Veränderung geprägt war. Dem anhaltenden Verdrängungswettbewerb, den alljährlich hohen Konzentrationsraten und dem Schwund des einst vielfältigen Zeitungsangebots begegnete der Bundestag mit speziellen Regelungen im Kartellrecht Mitte der siebziger Jahre. Zwar konnte auch das als Kontrollinstanz eingesetzte Bundeskartellamt die Konzentrationsentwicklung nicht vollständig stoppen, das Tempo hat sich aber deutlich verlangsamt. Rund 25 Jahre lang ging es den verbliebenen Zeitungsverlagen überwiegend gut, sie prosperierten. Insbesondere in den neunziger Jahren erwirtschafteten die Verlage Gewinne wie kaum eine andere Branche. Damit wuchs auch die Anziehungskraft des Zeitungsmarktes auf Großunternehmen: Der Holtzbrinck-Konzern kaufte diverse Regionalzeitungen, und die Großverlage Gruner+Jahr, Bauer und Burda investierten plötzlich in den Zeitungsmarkt.
Ende der neunziger Jahre kamen dann sogar - zum ersten Mal seit Jahrzehnten - neue Zeitungen auf den Markt. Erste Gratis-Zeitungen, die im Rest Europas längst auf dem Siegeszug waren, wurden auch hierzulande gegründet. In Hamburg wagte die Ganske-Gruppe die Etablierung einer Wochenzeitung ("Die Woche"), die FAZ-Gruppe brachte - zunächst in der Stammregion, inzwischen bundesweit - eine Sonntagszeitung auf den Markt, und seit vielen Jahren erschien mit der "Financial Times Deutschland" erstmals wieder eine neue Tageszeitung. Langsam kam Bewegung in einen Markt, der trotz großer Vitalität - auf der Basis fast stetig steigender Werbeumsätze - in einen Dornröschenschlaf gefallen war. Wenig wahrgenommen wurde eine Vielzahl von Veränderungen des Zeitungsangebotes, weil diese jeweils nur kleine Teilmärkte betrafen. Lokalzeitungen mit einer Auflage von nur wenigen Tausend Exemplaren verschwanden, und immer wieder stellten Regionalzeitungen einzelne Lokalausgaben - in der Regel an den Rändern ihrer Verbreitungsgebiete - ein, wenn sie dort nur in der Position des Zweit- oder Drittanbieters waren. Da sich dieser Rückzug in manchen Regionen zum wechselseitigen Vorteil der jeweiligen Marktführer vollzog, wurde sukzessive auch die diesen Einzelschritten zugrunde liegende Strategie der Konkurrenzvermeidung durch Gebietskartellierung erkennbar. Auch bei den - in den einzelnen Jahren jeweils wenigen, in der längerfristigen Beobachtung aber doch bedeutsamen - Aufkäufen von einzelnen Verlagen wird deutlich, dass fast alle mittelgroßen Verlage insbesondere in ihrer Heimatregion expandierten und externes Wachstum nur selten durch Zukäufe disloziert vom eigenen Standort angestrebt haben. |
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09. Februar 2010
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