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Informationen zur politischen Bildung (Heft 290)
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Fußball weltweit |

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Franz-Josef Brüggemeier
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Als sich vom 21. bis 23. Mai 1904 in Paris sieben fußballbegeisterte Europäer aus fünf Nationen trafen und die FIFA gründeten, konnten sie nicht ahnen, dass ihr Sport einmal weltweit populär werden würde. Ebenso wenig konnten sie vorhersehen, dass ihr Verband einige der wichtigen Entwicklungen widerspiegeln würde, die das 20. Jahrhundert prägten. Hierzu zählt zum Beispiel der allmähliche Machtverlust der europäischen Staaten, das Bemühen von Ländern aus Lateinamerika, Asien und Afrika, sich als gleichberechtigte Partner zu behaupten, eine globale Kommerzialisierung oder das prekäre Verhältnis von politischer und ökonomischer Macht.
1904 in Paris war die Zielsetzung eigentlich ganz einfach. Zu diesem Zeitpunkt bestanden in Europa bereits mehr als zwanzig Fußballverbände, die zwar erst wenige Mitglieder zählten, aber an internationalen Begegnungen interessiert waren. Diese erforderten einheitliche Regeln, klare Zuständigkeiten und eine gemeinsame Organisation. Da der Fußball in England am weitesten entwickelt war und als Vorbild diente, hofften die Beteiligten, der englische Verband werde diese Aufgabe übernehmen. Dieser hielt sich jedoch zurück, da er in dem geplanten Zusammenschluss für sich keinen Vorteil sah. Zudem gab es bereits seit 1882 einen International Football Association Board mit je einem Mitglied aus England, Schottland, Wales und Irland, der die Festlegung und Einhaltung der Regeln sicherte.
Nicht nur die Fußballer organisierten sich um die Jahrhundertwende international. In dieselbe Zeit fielen auch ein internationales Patentabkommen (1883), die Gründung des Internationalen Olympischen Komitees (1894), die Erste Haager Friedenskonferenz (1899), der Internationale Frauentag (1911) oder eine Beleuchtungskommission zur Festlegung verbindlicher Standards (1913). Doch neben solchen Bemühungen um eine internationale Zusammenarbeit war die damalige Zeit durch große Spannungen geprägt. Dazu gehörten vor allem Nationalitätenkonflikte, die auch Auswirkungen auf die FIFA hatten, denn jedes Land bzw. jede Nation durfte in der FIFA nur durch einen Verband vertreten sein. Es gab aber Nationen, die über keinen eigenen Staat verfügten, so zum Beispiel die Böhmen. Sie besaßen aber einen eigenen Fußballverband und wurden in die FIFA aufgenommen. Da Böhmen jedoch politisch zu Österreich-Ungarn gehörte und dieser Vielvölkerstaat seine Existenz durch die aufstrebendennationalen Bewegungen bedroht sah, setzte der österreichische Verband 1908 den Ausschluss Böhmens durch.
Mit dem Ersten Weltkrieg scheiterten die Bemühungen um internationale Verständigung und lebten auch danach nur langsam wieder auf. So gab es anfangs in der FIFA Forderungen, Spiele gegen die ehemaligen Kriegsgegner Deutschland, Österreich und Ungarn zu verbieten. Daran hielten nach langen Diskussionen aber nur die britischen Verbände fest, die sich deshalb von 1920 bis 1924 aus der FIFA zurückzogen. Zu Spannungen kam es auch mit dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC), denn an den Olympischen Spielen nahmen auch Fußballmannschaften teil, die nicht nur aus Amateuren bestanden, was einen Verstoß gegen die Amateur-Prinzipien des IOC bedeutete. |
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10. Februar 2012
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Schriftenreihe (Bd. 519) |
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Fußball unterm Hakenkreuz
Der Historiker Nils Havemann beschreibt in seiner Darstellung, mit welchen Mitteln es den Nationalsozialisten gelang, den vordergründig "unpolitischen" Volkssport Fußball zur Stabilisierung ihres Systems zu missbrauchen. |
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