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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 8/2005)
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Generation und Generationalität in der Neueren Geschichte |

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Bernd Weisbrod
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Nach einer klassischen Definition von Wilhelm Dilthey "bildet eine Generation einen Kreis von Individuen, welche durch Abhängigkeit von denselben großen Tatsachen und Veränderungen, wie sie im Zeitalter der Empfänglichkeit auftraten, trotz der Verschiedenheit hinzutretender anderer Faktoren zu einem homogenen Ganzen verbunden sind". Ganz ähnlich argumentiert Marc Bloch: "Diese Gemeinsamkeit der Prägung, die aus der Gemeinsamkeit des Alters herrührt, lässt eine Generation entstehen." Aber weder ist nach Bloch von einer "Periodizität der Generationen" auszugehen, noch von einer einheitlichen generationellen Prägung der verschiedenen Milieus. Obwohl der Begriff also selbst "dehnbar" ist und sich Generationen prinzipiell immer "gegenseitig durchdringen", scheint ihm der Generationsbegriff "mehr und mehr dazu bestimmt, die erste Meßeinheit bei einer rationalen Analyse der Menschheitsgeschicke darzustellen", weil Generationen in Kurzform dasselbe sind wie "Kulturen" (civilisations) in Langform. Generationen scheinen die synchronen Erlebnisgemeinschaften der Langzeitformation Kultur zu sein.
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Zur Person |
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Bernd Weisbrod Dr. phil, geb. 1946; Professor für Mittlere und Neuere
Geschichte an der Universität
Göttingen, Sprecher des
DFG-Graduiertenkollegs 1083.
Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen.
E-Mail: bweisbr@gwdg.de
Internet: www.user.gwdg.de
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Schon Dilthey hatte aber davor gewarnt, bei der Konstruktion von Generationen als Erfahrungsgemeinschaften von diesen als historischer Ursache auf bestimmte Folgen zu schließen. In letzter Zeit erscheint die dauernde Beschwörung der Generation - nicht nur im öffentlichen Diskurs, sondern auch in der Wissenschaft - sogar immer mehr schon als das Problem, für dessen Lösung sie sich ausgibt. Es ist zu fragen, woran das liegt und was es über die jeweilige "Generation" aussagt, wenn ein solches analytisches Generationsbedürfnis entsteht. |
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09. Februar 2012
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