Die bpbBestellenNewsletterPressePartnerImpressumKontakt

Home
   
FAQ Index
Suche

Themen
Publikationen
Arbeitsmaterialien Medien
Aus Politik und Zeitgeschichte
AV-Medienkatalog
CD-ROM/ CD/ DVD
Einzel-
publikationen
Entscheidung im Unterricht
Filmhefte
fluter
HanisauLand
Informationen zur politischen Bildung
Info aktuell
Internet-Angebote
Mobile Angebote
Karten
Pocket
Rechtsreihe
Schriftenreihe
Spicker Politik
Thema im Unterricht
Themenblätter im Unterricht
Themen und Materialien
Zeitbilder
Spiele
Sonstige
Was geht?
Suche
Veranstaltungen
Wissen
Lernen


Aus Politik und Zeitgeschichte (B 46/2004)

Der moderne Dandy


Günter Erbe
Inhalt

Was ist ein Dandy?

Dandy und Rebell

Stilwandel im Medienzeitalter

Dandytum und Subkultur

Zeitgenössische Adaptionen

Was ist ein Dandy?
In Feuilletons und Modezeitschriften verwenden Journalisten häufig das Wort Dandy zur Kennzeichnung gut gekleideter, leicht feminin wirkender Männer, die sich durch besondere Eleganz auszeichnen. Die Leser gewinnen den Eindruck, es gebe ihn noch, den Dandy, oder er erlebe gerade ein Comeback. In trivialer Beschränkung auf den "Look" wird nur das Äußere des Phänomens wahrgenommen, dem geistigen Habitus dagegen kaum Bedeutung beigemessen. Begriffliche Klärung scheint vonnöten, um derartigen Missverständnissen vorzubeugen.

Zur Person
Günter Erbe
Dr. phil., geb. 1943; Privatdozent an der Freien Universität Berlin, Institut für Soziologie.
Anschrift: Hektorstraße 20, 10711 Berlin.
E-Mail: guerb@zedat.fu-berlin.de

Veröffentlichung u.a.: Dandys. Virtuosen der Lebenskunst. Eine Geschichte des mondänen Lebens, Köln 2002.


Der Dandy ist ein Mann von einfacher, erlesener Eleganz, einer Eleganz, die Ausdruck einer bestimmten Geistes- und Lebenshaltung ist. Er ist eine extravagante Spielart des Gentleman, ausgezeichnet durch überlegenen Geschmack, perfekte Manieren, zynisch-frivolen Konversationston, Kaltblütigkeit und Unerschütterlichkeit in allen Lebenslagen und einen auf die Spitze getriebenen Selbstkult. Er ist ein passionierter Müßiggänger und eine notorische Spielernatur. Er ist Solitär und Gesellschaftsmensch. So mag man ihn wie Rainer Gruenter paradoxerweise - aber das Paradoxe gehört zu seinem Wesen - als den Ungeselligen schlechthin ansehen, "dessen prinzipielle gesellige Distanz freilich auf eine raffinierte 'Geselligkeit' von Geselligkeitsverächtern bezogen ist"[1].

Der Dandy existiert in vielen Spielarten und Mischformen, die durch die unterschiedlichen geschichtlichen Umstände bedingt sind. In der romantischen Restauration nach der Französischen Revolution begegnet er uns in der reinsten Ausprägung. Die Dandys des 19. Jahrhunderts bildeten eine exklusive Gruppe und wachten eifersüchtig über die Regeln der Zugehörigkeit zu ihrem "set". Soziologisch betrachtet, ist der klassische Dandy in der Regel ein Mitglied der High Society. Der Rückzug von diesem Terrain oder das Verschwinden dieser sozialen Formation beraubt ihn seines Betätigungsfeldes, denn mit dem Verlust an gesellschaftlicher Exklusivität verliert er an Substanz. Der Dandy, der Heros stilvoller Eleganz, agierte in einem gesellschaftlichen Umfeld, das sich durch Distinktion und kultivierten Müßiggang auszeichnete. Diese Gesellschaft, national in ihrer Verfassung und international in ihren Verkehrsformen, verfügte über einen Kodex des Verhaltens und des Geschmacks, der Uneingeweihte ausschloss. Dieser Kodex wurde von Generation zu Generation weitergegeben und änderte sich im Laufe der Zeit nur wenig. Er behauptete sich, solange jene soziale Formation existierte, die sich die "gute Gesellschaft" oder die "große Welt" nannte.
Themen | Wissen | Veranstaltungen |
Publikationen | Lernen |
Die bpb | Bestellen | Newsletter | Presse | Partner |
Impressum | Datenschutz | Kontakt | Home
09. Februar 2012
Druck-Version
Artikel versenden
PDF-Version
Inhalt
Bild vergrößern
Männer in der Gesellschaft
Editorial
Neue Männer
Neue Männlichkeit - Neue Wege der Selbstverwirklichung
Männer - weder Paschas noch Nestflüchter
Männerparteien
Der moderne Dandy
Lexikonsuche
Suchen Sie in unseren Online-Lexika Begriffe aus Politik, Wirtschaft und Kultur.

Suchwort: