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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 9/2004)

Ein Vierteljahrhundert Islamische Republik Iran


Wilfried Buchta
Inhalt

Einleitung

Die "Erste Islamische Republik"

Die "Zweite Islamische Republik"

Die "Dritte Republik"

Ausblick

Einleitung
Im Februar 2004 beging die Islamische Republik Iran im Rahmen ihrer alljährlichen Zehntagefeiern zum Sieg der Revolution den 25.Jahrestag der triumphalen Rückkehr des Revolutionsführers Ayatollah Ruhollah Khomeini, dem 2. Mio. Iraner bei seiner Ankunft in Teheran am 1. Februar 1979 einen begeisterten Empfang bereiteten. Der Schah hatte bereits am 16. Januar das Land verlassen. Die bislang schahtreuen Streitkräfte erklärten sich am 11. Februar für neutral,[1] woraufhin Shahpur Bakhtiyar, der letzte vom Schah eingesetzte Ministerpräsident den Machtkampf verloren gab und in den Untergrund abtauchte. Vierundzwanzig Stunden später beauftragte Khomeini den frommen liberal-islamischen Technokraten Mehdi Bazargan mit der Bildung einer provisorischen Revolutionsregierung, die einen Tag später von den USA und der UdSSR anerkannt wurde. In dem am 30. März 1979 abgehaltenen Referendum erklärten 97 Prozent der Teilnehmer ihre Zustimmung für eine Islamische Republik. Khomeini proklamierte daraufhin den 1. April "zum ersten Tag der Herrschaft Gottes" auf Erden.

Zur Person
Wilfried Buchta
Dr. phil., geb. 1961; Studium der Islamwissenschaft, Politologie und Religionswissenschaft an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn; wiss. Mitarbeiter am Deutschen Orient-Institut (DOI) in Hamburg und Lehrbeauftragter am Institut für Asien- und Afrikawissenschaften der Humbold-Universität, Berlin.
Anschrift: Sodener Str. 16, 14197 Berlin.
e-Mail: wilfried.buchta@gmx.de

Veröffentlichungen u.a.: Who Rules Iran? The Structure of Power in the Islamic Republic, Washington, D.C. 2000 (2003 in Arabisch); Schiiten, München 2004; zahlreiche Aufsätze zur Sozialgeschichte und zu den politischen Bewegungen in Iran.


Die Jahresfeiern der Revolution geben Anlass, eine vorläufige Bilanz der Politik der Islamischen Republik Iran zu ziehen, eines theokratisch-republikanisches Hybridsystems, das eine - gemessen an vielen Staaten des Nahen und Mittleren Ostens - beachtliche Stabilität gewahrt hat. Dies ist beileibe nicht selbstverständlich, schließlich leidet Irans System seit geraumer Zeit unter ideologischen Widersprüchen, einer bröckelnden Legitimationsbasis seines Revolutionsführers, heftigen Richtungskämpfen innerhalb seiner Machtelite und einer chronischen Wirtschaftskrise, die noch durch einseitige Handelsembargos der USA verstärkt wird. Dennoch hat Irans System bis zur Stunde die Kassandrarufe der Exilopposition, die seit 1979 seinen baldigen Untergang vorhersagen, widerlegt.

Um eine Bilanz von 25 Jahren Islamischer Republik zu ziehen, kommt man nicht umhin festzustellen, dass es neben einigen festen ideologisch-politischen Konstanten und Kontinuitäten auch bedeutsame, an bestimmte Persönlichkeiten und Ereignisse geknüpfte Umbrüche, Richtungswechsel und Akzentverschiebungen gegeben hat, die es erlauben, die gesamte Periode in drei Phasen einzuteilen. Angelehnt an Ebrahim Yazdi, Irans ersten Außenminister nach 1979,[2] kann man durchaus von drei Republiken sprechen, nämlich der Dekade des Revolutionsführers und Republikgründers Khomeini (1979 - 1989), der durch das Duumvirat aus Revolutionsführer Khamenei und Präsident Rafsanjani geprägten Phase der "Zweiten Republik" (1989 - 1997) und zuletzt der mit der Wahl Khatamis 1997 eingeleiteten und von einer islamischen Reformbewegung bestimmten "Dritten Republik".
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09. Februar 2012
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Inhalt
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Iran
Editorial
Irans Ausblick auf das Jahr 2004
Ein Vierteljahrhundert Islamische Republik Iran
Gibt es in Iran noch einen Reformprozess?
Demokratisierung und ihre Feinde in Iran
Die Beziehungen zwischen den USA und Iran seit 1953
Iran und die arabische Welt
Europas Beziehungen zu Iran
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