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Aus Politik und Zeitgeschichte (B 17/2004)

Wie wählt Europa? Das polymorphe Wahlsystem zum Europäischen Parlament


Dieter Nohlen
Inhalt

Einleitung

Die gemeinschaftlichen Rechtsgrundlagen

Vergebliche Versuche der Vereinheitlichung

Das engere Wahlrecht

Die nationalen Wahlsysteme zum Europäischen Parlament

Eine pragmatische, partizipationsfreundliche Perspektive

Polymorphe Verhältniswahl als europäisches Wahlsystem

Einleitung
Mit der Neuwahl des Europäischen Parlaments (EP) nach der bislang größten Erweiterung der Europäischen Union (EU) steht das Verfahren, wie diese nun 732 Mitglieder umfassende Versammlung gewählt wird, erneut zur Debatte. Nach wie vor ist das Wahlrecht zum EP im Wesentlichen national geregelt und damit nach Ländern unterschiedlich.[1] Nur einige Eckwerte wurden in den bisherigen Gemeinschaftsverträgen festgeschrieben, vor allem die Zahl der Mitglieder des EP und ihre Verteilung auf die Mitgliedsländer. Aber auch diese Mandatskontingentierung wird problematisiert, denn sie erfolgt unverändert nicht proportional nach dem Anteil, den die einzelnen Länder an der Gesamtbevölkerung stellen.

Zur Person
Dieter Nohlen
Dr. phil., geb. 1939; Professor für Politische Wissenschaft an der Universität Heidelberg.
Anschrift: Institut für Politische Wissenschaft, Marstallstr. 6, 69117 Heidelberg (www.nohlen.uni-hd.de).
E-Mail: dieter.nohlen@urz.uni-heidelberg.de

Veröffentlichungen u.a.: Wahlrecht und Parteiensystem, Opladen 20044; (Mithrsg.) Lexikon der Politikwissenschaft, 2Bde., München 20042.


In kritischer Sicht werden beide Erscheinungen gerne als Legitimitätsmangel des EP begriffen und unter das Demokratiedefizit der EU subsumiert. In vergleichender, kontextorientierter Sicht nehmen sie sich weitaus weniger bedenklich aus. Um zu dieser relativierenden Bewertung zu gelangen, ist es notwendig, sich nicht nur darüber zu informieren, wie gewählt wird, sondern auch nach dem Warum zu fragen und sich der Schwierigkeiten und Kosten einer Vereinheitlichung des Wahlrechts zum EP bewusst zu werden.

Zu diesem Zwecke zeichnen wir einerseits den Entwicklungsprozess des EP in seinen wahlrechtlichen Grundlagen nach und die Versuche, ein uniformes Wahlsystem zu erarbeiten, andererseits analysieren wir das Wahlsystem zum EP in den einheitlichen und in den nach Ländern unterschiedlichen Strukturen. Der Vergleich mit anderen Wahlsystemen und die subjektive Perspektive der Wählerinnen und Wähler in der Handhabung des Wahlsystems lässt angesichts der Heterogenität der in der EU vereinten Gesellschaften eine durchaus positive Bewertung der demokratischen Entwicklung der EU zu, die sich auf die Bestellung des EP bezieht.
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10. Februar 2012
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Inhalt
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Europa - Europawahlen
Editorial
Das erweiterte Europa
Europas neue Geostrategie
In guter Verfasstheit? Nutzen und Nachteil eines europäischen Verfassungsvertrages
Wirtschaftsverfassung für Europa
Wie wählt Europa? Das polymorphe Wahlsystem zum Europäischen Parlament
Inhalte der Europawahlprogramme deutscher Parteien 1979 - 1999
Europa und die Deutschen: Die untypische Wahl am 13. Juni 2004
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