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Dossier Parteien
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Die CSU – Wählerschaft und Mitglieder |  |
| Verena Schulze |
| Der Mitgliederschwund traf die CSU in geringerem Maße als die anderen Parteien. Ihre Wahlerfolge sind in dieser Form einzigartig in Deutschland.
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| CSU-Anhängerinnen warten bei den bayerischen Landtagwahlen 2008 gespannt auf die ersten Wahlprognosen. Foto: AP |
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Trotz anfänglicher innerer Kontroversen war die CSU von ihrer Gründung an eng mit der Gesellschaft Bayerns verwoben. Diese besondere Verbindung ist die Grundlage ihres Erfolges: Jahrzehntelang erzielte die CSU regelmäßig Wahlergebnisse von über 50 Prozent.
Mitglieder
In der Gründungs- und Aufbauphase verfügte die CSU über etwa 70.000 Mitglieder. Nach deutlichen Einbrüchen in den 1950er-Jahren wuchs die Mitgliederzahl seit den 1960er-Jahren an. 1990 war mit 186.200 Mitgliedern der bisher größte Mitgliederstand festzustellen. Seither hat die Zahl der Mitglieder wieder abgenommen. Ende 2007 lag sie bei etwa 166.400.
In der CSU sind nach wie vor römisch-katholische Parteimitglieder dominant, obwohl im Laufe der Zeit der Anteil der Protestanten in der Partei stieg. Der Anteil der Selbständigen und Angestellten an den Parteimitgliedern ist besonders groß.
Obwohl auch der Anteil der Beamten und der Arbeiter seit 1970 steigt, hat sich die CSU ihren Charakter als "eine Partei der Selbständigen, das heißt des kommerziellen, handwerklichen und freiberuflichen Besitzmittelstands" (Mintzel 1992: 243) bewahrt.
Wählerschaft
Unter katholischen Wählern konnte die Partei in der Vergangenheit durchweg bessere Ergebnisse erzielen als unter protestantischen Wählern. Insbesondere bei den Landwirten und Selbständigen ist die CSU stärkste Kraft. Jedoch kann sie auch bei den Angestellten, Beamten und Arbeitern zunehmend bessere Ergebnisse erzielen. Generell kann die CSU im ländlichen Raum besonders große Stimmenanteile aufweisen.
Bei der Bundestagswahl 2009 erzielte die CSU den größten Stimmenanteil bei Wählern über 60 Jahren (8,0 Prozent gegenüber 6,5 Prozent in allen Altersgruppen), den niedrigsten Anteil bei der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen (5,2 Prozent). Bei Frauen schnitten die Christsozialen bei der Bundestagswahl 2009 mit 6,8 Prozent der Stimmen besser ab als bei den Männern (6,2 Prozent).
Literatur
Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Wahl zum Bayerischen Landtag
am 28. September 2008, Repräsentative Wahlstatistik (PDF), München.
Hirscher, Gerhard, 2001: Die CSU zwischen Kontinuität und Wandel: Herausforderungen an eine staats- und regierungstragende Volkspartei zu Beginn des 21. Jahrhunderts, in: Hirscher, Gerhard/Korte, Karl-Rudolf (Hrsg.), 2001: Aufstieg und Fall von Regierungen. Machterwerb und Machterosionen in westlichen Demokratien, München, 193-215.
Kießling, Andreas, 2004: Die CSU. Machterhalt und Machterneuerung, Wiesbaden.
Mintzel, Alf, 1992: Die Christlich-Soziale Union in Bayern, in: Mintzel, Alf/Oberreuter, Heinrich (Hrsg.), 1992: Parteien in der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, 217-265.
Müller, Kay, 2004: Schwierige Machtverhältnisse, die CDU nach Strauß, Wiesbaden.
Niedermayer, Oskar: Parteimitglieder in Deutschland: Version 2008. Arbeitshefte a. d. Otto-Stammer-Zentrum, Nr. 13, FU Berlin 2008.
Bundeswahlleiter, 2010: Wahl zum 17. Deutschen Bundestag am 27. September 2009, Heft 4: Wahlbeteiligung und Stimmabgabe der Männer und Frauen nach Altersgruppen, Wiesbaden.

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22. Februar 2010 |  |
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