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Dossier: Ravensbrück – Überlebende erzählen

Der Lagerkomplex des KZ Ravensbrück


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Bernhard Strebel
Einleitung

Das Konzentrationslager Ravensbrück war das zentrale und neben dem in Auschwitz-Birkenau größte Frauenlager des nationalsozialistischen KZ-Systems. Im Laufe seiner sechsjährigen Existenz entwickelte sich Ravensbrück von Mai 1939 bis Ende April 1945 zu einem regelrechten Lagerkomplex.

Zur Person

Der Historiker Bernhard Strebel, Dr. phil., geb. 1962, war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Seminar der Universität Hannover sowie an der Gedenkstätte Bergen-Belsen und arbeitet zur Zeit als freier Historiker. Mit der umfangreichen Monografie "Das KZ Ravensbrück - Geschichte eines Lagerkomplexes" legte Strebel die erste umfassende Gesamtdarstellung von Ravensbrück vor, die 2003 in Paris mit dem "Prix Guillaume Fichet - Octave Simon" ausgezeichnet wurde.

Neben dem großen Frauenlager umfasste das KZ Ende 1944/Anfang 1945 einen "Industriehof" mit Betrieben der SS-eigenen "Gesellschaft für Textil- und Lederverwertung mbH" (Texled), ein kleines Männerlager, das "Jugendschutzlager" Uckermark, eine Filiale des Elektrokonzerns Siemens & Halske und ab Dezember 1944 das dazugehörige "Siemenslager" sowie 13 größere Außenlager für weibliche und männliche Häftlinge im nordöstlichen Raum des Reichsgebietes.

Organisation und Bewachung

Als erster Lagerkommandant fungierte SS-Hauptsturmführer Max Koegel, dessen KZ-Karriere 1933 in Dachau begonnen hatte. Nach seiner Versetzung in das KZ Lublin/Majdanek im August 1942 wurde SS-Hauptsturmführer Fritz Suhren als Lagerkommandant bis Ende April 1945 eingesetzt.

Im Unterschied zu den Männerlagern erfolgte die innere Bewachung in den Frauenlagern ausschließlich durch die sogenannten SS-Aufseherinnen. Im Januar 1945 waren rund 540 SS-Aufseherinnen im Stamm- sowie den Außenlagern tätig. Darüber hinaus diente Ravensbrück ab Frühjahr 1942 als zentrales Ausbildungslager innerhalb des KZ-Systems. Von den insgesamt mindestens 2.600 SS-Aufseherinnen, die dort ihre Ausbildung absolvierten, hatten sich etwa zehn Prozent freiwillig beworben. Bei über drei Vierteln aller Aufseherinnen jedoch handelte es sich um Fabrikarbeiterinnen im durchschnittlichen Alter von 26 Jahren, die erst 1944 im Zusammenhang mit dem Einsatz weiblicher KZ-Häftlinge in der Rüstungsindustrie zumeist "dienstverpflichtet" worden waren. Abgesehen davon, dass man ihnen eintrichterte, die Häftlinge seien "minderwertige und verkommene Frauen" und "Volksfeinde", stellte die Ausbildung zur Aufseherin in Ravensbrück in erster Linie ein "learning by doing" dar. Eingebunden in ein System strenger militärischer Disziplin, sollte das Verhalten gegenüber den Häftlingen von anderen Aufseherinnen abgeschaut und nachgeahmt werden. Die Mehrzahl der Aufseherinnen fügte sich – nach anfänglichen Momenten des Erschreckens – auf erstaunliche und zugleich bedrückende Weise in die von ihnen verlangten Tätigkeiten und leistete ihren individuellen Beitrag dazu, den Terror in Ravensbrück und seinen Außenlagern aufrecht zu erhalten.


02. Dezember 2005

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Flash-Film
Überlebende erzählen – Visuelle Interpretation
Überlebende erzählen – Visuelle Interpretation
In den Jahren 2000 bis 2004 sind Audio-Interviews mit 16 Überlebenden des Frauen-KZ Ravensbrück und des Jugend-KZ Uckermark entstanden. Diese Berichte waren Anlass und sind Basis für das audiovisuelle Projekt in Form eines Flash-Films. Es ist eine visuelle Interpretation der Erinnerungen an die Qualen und das Morden in Ravensbrück entstanden, die keinen dokumentarischen, sondern emotional-assoziativen Charakter besitzt.
Überlebende erzählen – Visuelle Interpretation
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