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Ursachen und Folgen

Schwarz auf weiß: Arbeit und Berichte des Weltklimarates (IPCC)


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Thorsten Koska
Einführung

Klimarat
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Hält die Fäden in der Hand: Rajendra Pachauri steht dem Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), dem Weltklimarat, vor. Foto: AP
In der Debatte über Ursachen, Folgen und Handlungs- möglichkeiten angesichts des Klimawandels nimmt der Weltklimarat (IPCC) eine zentrale Stellung ein. Das internationale Gremium aus Wissenschaftlern veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Sachstandsberichte. Diese gelten als maßgebliche Zusammenfassung des Wissensstandes der Klimaforschung und dienen der internationalen Klimapolitik als Entscheidungsgrundlage. Der 2007 veröffentlichte vierte Sachstandsbericht (AR4) hat die zu erwartenden Folgen des Klimawandels in der bislang schärfsten Form skizziert und damit das Thema stärker als zuvor in den Blickpunkt öffentlichen Interesses gerückt. Für seine Arbeit erhielt das IPCC im Jahr 2007 den Friedensnobelpreis.

Geschichte und Aufgaben des IPCC

Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC, Zwischenstaatlicher Ausschuss zum Klimawandel, kurz Weltklimarat) wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der UNO (UNEP) gegründet. Das IPCC soll politischen Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit als objektive Informationsquelle über das komplexe Thema des Klimawandels dienen. Das Beratungsgremium mit Sitz in Genf betreibt keine eigene Forschung, sondern liefert einen Überblick über die Erkenntnisse, die in Studien und Untersuchungen zum Klimawandel weltweit gewonnen wurden – in Universitäten, Instituten und anderen Forschungseinrichtungen.

Zur Person
Thorsten Koska
geb. 1977, Studium der neueren Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft, M.A; derzeit wissenschaftliche Hilfskraft in der Forschungsgruppe "Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik" am Wuppertal Institut. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Verkehr und Klimaschutz.

Auf Basis dieser Auswertungen ist es die Aufgabe des IPCC, wissenschaftliche, technische und sozioökonomische Informationen bereitzustellen, die zum Verständnis der Ursachen, Wirkungen und Risiken des von Menschen verursachten Klimawandels beitragen. Diese Informationen sollen eine Wissensbasis zur politischen Entscheidungsfindung bilden. Daher ist der Weltklimarat auch der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) beigeordnet.

Organisatorische Struktur des IPCC

Im IPCC können alle 191 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen mitarbeiten, bei der Erstellung des vierten Sachstandsberichts waren 130 Staaten beteiligt. Delegierte ihrer Regierungen sind im Plenum des Weltklimarates vertreten. Dort werden zentrale Entscheidungen getroffen: Das Plenum wählt den Vorstand und den Vorsitzenden, entscheidet über Zusammensetzung und Aufgaben der einzelnen Arbeitsgruppen, über Budget und den Arbeitsplan des Weltklimarates. Schließlich verabschiedet das Plenum die Sachstandsberichte und nimmt Einfluss auf die Formulierung von deren Kurzfassungen.

Grafik_Organi_IPCC
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Die Organisationsstruktur des Weltklimarates. Quelle: www.ipcc.ch/about/how-the-ipcc-is-organized.htm
Die inhaltliche Arbeit des Weltklimarates findet in den wissenschaftlichen Arbeitsgruppen statt. Arbeitsgruppe 1 beschäftigt sich mit den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zum Klimawandel, Arbeitsgruppe 2 analysiert die Auswirkungen des Klimawandels auf Natur, Gesellschaft sowie Wirtschaft und Arbeitsgruppe 3 bewertet die Möglichkeiten zur Abmilderung des Klimawandels durch Begrenzung der Emission von Klimagasen. Eine weitere Arbeitsgruppe entwickelt Methoden zur standardisierten Bestandsaufnahme der Treibhausgasemissionen in den einzelnen Ländern.

Geleitet wird die Arbeit der Wissenschaftler durch den Vorstand des IPCC. Der Vorstand, dem zurzeit 30 Mitglieder angehören, wird für die Dauer der Erstellung eines Berichts gewählt – in der Regel für fünf Jahre. Vorsitzender des IPCC ist derzeit der indische Umweltwissenschaftler Rajendra Kumar Pachauri. Neben seinen drei Stellvertretern besteht der Vorstand aus den jeweils zwei Vorsitzenden der einzelnen Arbeitsgruppen, von denen je einer aus einem Entwicklungsland kommt, und deren sechs Stellvertretern. Geplant und organisiert werden die Aktivitäten des Weltklimarates durch dessen Sekretariat.

Die organisatorische Struktur zeigt, dass der Weltklimarat eine Institution ist, die zwischen den Feldern der Wissenschaft und der Politik steht. Trotz der allein durch Wissenschaftler verantworteten Berichte steht das IPCC daher in der Kritik, politischer Einflussnahme ausgesetzt zu sein. Andererseits gewährleistet die Einbindung von Regierungen eine hohe Akzeptanz der Ergebnisse unter politischen Entscheidungsträgern.

Berichte zum Wissensstand der Klimaforschung

Alle vier bis sechs Jahre legen die Wissenschaftler des IPCC einen Sachstandsbericht (Assessment Report, AR) vor, der den weltweiten Forschungsstand zum Klimawandel zusammenfasst.

Jede der drei Arbeitsgruppen ist für einen Teil des Berichtes verantwortlich. Im ersten Teil werden die Methoden und naturwissenschaftlichen Grundlagen des Treibhauseffekts behandelt, im zweiten die Verwundbarkeit der Erde und des Lebens dargestellt sowie Anpassungsmöglichkeiten an den Klimawandel diskutiert, im dritten Teil schließlich Möglichkeiten für eine Abschwächung der Erderwärmung aufgezeigt. Bei der Erstellung der Berichte legt das IPCC großen Wert auf wissenschaftliche Sorgfalt. Nahezu alle führenden Forschungseinrichtungen sind daran beteiligt, ebenso wirken Umweltorganisationen mit. Am vierten Sachstandsbericht haben über 450 Autoren und 2500 wissenschaftliche Kritiker mitgearbeitet.


10. Juli 2008

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