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Dossier Afrika

Trinkwasserversorgung und Armut in Sub-Sahara-Afrika

Die Trinkwasserversorgung Afrikas südlich der Sahara ist weiterhin geprägt durch Wassermangel, schlechte Wasserqualität, Saisonalität der Wasserverfügbarkeit und weitgehende Abwesenheit des Staates bei der Versorgung seiner Bevölkerung.

Trinkwasserversorgung und Armut in Sub-Sahara-Afrika


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Auszug aus:
Afrika, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)
Bliss, Frank
Inhalt
Einleitung
Ursachen
Inkonsistente Geberpolitiken
"Funktionale" Bevölkerungsbeteiligung
Wassertarife
Lösungsmöglichkeiten
Einleitung
Im September 2000 haben die Staatschefs der Welt im Rahmen des Millenniumsgipfels acht Entwicklungsziele, die so genannten Millennium Development Goals (MDG), verabschiedet. Das siebte Ziel gibt vor, bis zum Jahre 2015 den Anteil der Menschen an der Weltbevölkerung um die Hälfte zu senken, die keinen nachhaltigen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte leben die meisten der rund 1,2 Milliarden Menschen mit unzureichender Trinkwasserversorgung in Asien. Im Jahre 2000 waren es rund 655 Millionen, davon zwei Drittel in Ostasien.[1] Die etwa 265 Millionen Personen im subsaharischen Afrika, die keinen Zugang zu hygienisch einwandfreiem Trinkwasser haben, scheinen demgegenüber ein geringeres Problem darzustellen. Die Verbesserung der Versorgungssituation ist aber gerade in Afrika aufgrund der dort häufig nur dünnen Besiedlung sowie der politischen und ökonomischen Voraussetzungen weiterhin ein besonders schwieriges Unterfangen.


Zur Person
Frank Bliss
Dr. phil., geb. 1956; Professor für Ethnologie mit dem Schwerpunkt Entwicklungsethnologie an der Universität Hamburg und Mitinhaber des entwicklungspolitischen Gutachterbüros Bliss & Gaesing.
E-Mail: bliss.gaesing@t-online.de
Internet: www.bliss-consult.de

Ein nachhaltiger Zugang zu sauberem bzw. hygienisch einwandfreiem Trinkwasser setzt voraus, dass zumindest verbesserte, das heißt zementierte und verschließbare sowie ständig gewartete Brunnen zur Verfügung stehen. Sicherer allerdings sind völlig geschlossene Systeme wie Handpumpenbrunnen. In einigen Ländern Afrikas konnten seit 1990 unter Berücksichtigung dieser Mindeststandards erhebliche Verbesserungen bei der Trinkwasserversorgung erzielt werden. Botswana führt die Liste der Flächenstaaten mit einem Versorgungsgrad von inzwischen annähernd 95 Prozent an. Große Fortschritte machten auch Tansania, die Zentralafrikanische Republik und Ghana - in diesen Ländern liegt der Versorgungsgrad inzwischen bei etwa 70 Prozent. Andere Staaten wie Kenia, Nigeria oder Sambia liegen im "Mittelfeld" mit Werten von etwa 60 Prozent. Sehr schlecht sieht es weiterhin in vielen Sahelländern aus. In Mauretanien etwa stagniert die Versorgung seit 15 Jahren bei unter 40 Prozent, und im ostafrikanischen Äthiopien liegt sie bei weniger als 25 Prozent. Das bedeutet, dass rund 75 Prozent der Menschen in diesem Land ihr Trinkwasser weiterhin aus Oberflächengewässern wie Maaren, Flüssen oder sogar Sumpflöchern schöpfen müssen.




Auszug aus:
Afrika, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)


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