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Geschichte

Schwarze Menschen im Nationalsozialismus


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Nicola Lauré al-Samarai
Kolonialmigrantinnen und -migranten und ihre Angehörigen

Eltern des Zeitzeugen Theodor Wonja Michael
Grossansicht des Bildes
Eltern des Zeitzeugen Theodor Wonja Michael, 1914 © Privatarchiv Paulette Reed-Anderson

Die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts und damit am längsten in Deutschland lebende Gruppe sind die Kolonialmigranten, die sich selbst "Landsleute" nennen. Ihre Anwesenheit knüpft sich an die gewaltsame Inbesitznahme deutscher Kolonien auf dem afrikanischen Kontinent im Zuge der Bismarckkonferenz 1884/85 und diese initiierte eine Migrationsbewegung im Zuge derer vornehmlich afrikanische Männer ihren Lebensmittelpunkt nach Deutschland verlegten, kommunale Netzwerke etablierten und Familien gründeten.

Von Beginn an wurde ihre Stellung in der Mehrheitsgesellschaft von ihrem schwierigen Status als Zuwanderer bestimmt. Das bedeutete nicht nur eine sukzessive Verschärfung der rechtlichen Situation, die für Angehörige dieser Gruppe nach dem Inkrafttreten der Nürnberger Gesetze 1935 den Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit zur Folge hatte. Erschwerend hinzu kam die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Eine der wenigen Nischen, in der viele Kolonialmigrantinnen und -migranten sich und ihren Angehörigen das Überleben sichern konnten, waren entwürdigende Auftritte in Völkerschauen und Kolonialfilmen.

Artisten der dt. Afrikaschau
Grossansicht des Bildes
Artisten der dt. Afrikaschau in den 1920er Jahren © Privatarchiv Paulette Reed-Anderson

Im Rahmen der aufwändigen Planungen für ein zukünftiges Kolonialreich war diese Tätigkeit für die Nazis zunächst von Interesse. Die Landsleute wurden zu "lebendem Kapital" und sollten – wie etwa in der "Deutschen Afrikaschau" oder in diversen Kinofilmen – als ehemalige koloniale Untertanen an die einstige deutsche Größe erinnern. Dieser kulturpolitische Teil der nationalsozialistischen Politik eines "Kolonialismus ohne Kolonien" erklärt zwar die abwartende Haltung der offiziellen Behörden bis zu Beginn der Vierzigerjahre, dennoch wurden – wie Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen beweisen – nicht wenige zur Zwangsarbeit verschleppt, sterilisiert und in KZs interniert.


30. Juli 2004

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