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Musik
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Coloured Children |
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Ein Rap-Tanztheaterstück |
| Anita Berger |
"Hört mal zu! Jetzt sind wir mal dran. Wir verändern die Geschichte, fangen von vorne an. Schwarzer Bruder, Schwarze Schwester duldet kein Gelächter", so rappte Sarah Odukoya 1997 bei der Premiere von "Coloured Children" im Kölner Stadtgarten. Ihr Gesichtsausdruck – entschlossen. So wie die Botschaft ihrer Texte.
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Zur Person |
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Anita Berger, aufgewachsen in Rwanda, Portugal und Deutschland. Studierte Romanistik, Politologie, iberische und lateinamerikanische Geschichte. Arbeitete als Redaktions- und Produktionsassistentin und freie Autorin; Mitwirkung an einem (Rap-)Theaterprojekt mit Jugendlichen. Sie ist derzeit Mitarbeiterin in einer Medienagentur. |  |
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 |  | Sarah war eine von sechs Schülerinnen und Schülern im Alter von 15 bis 17 Jahren, die durch das Projekt "Coloured Children" zu Rapperinnen und Rappern wurden. Sie hatten sich viel vorgenommen. Daran bestand für mich als Regisseurin schon am ersten Projekttag kein Zweifel. Sarah, Diana, Amaka, Prince, Chris und Patrice wollten nicht einfach nur ein cooles Gesicht machen und "Yo man!" ins Mikro stöhnen. Sie hatten eine Message, wollten einem gleichaltrigen Publikum von sich und ihrem Leben berichten – als Schwarze Deutsche in Deutschland.
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Stillfoto Coloured Children © Anita Berger
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Die Idee von "Coloured Children"
Der Freitod der bekannten afro-deutschen Autorin May Ayim am 9. August 1996 war für den Deutsch-Nigerianer Adé Odukoya Anlass, sich inhaltlich in einem Theaterstück mit den Problemen Afro-Deutscher auseinanderzusetzen. Odukoya, selber Musiker und Rapper, wollte Jugendliche in Deutschland erreichen und ihnen die Situation gleichaltriger Schwarzer Deutscher nahe bringen.
So entstand die Idee für das Rap-Theaterstück "Coloured Children". Gemeinsam haben wir mit den Jugendlichen die Geschichte und Songtexte entwickelt und Regie geführt. Projektleitung übernahm die "Offene Jazz Haus Schule" in Köln. Sie fördert seit Jahren Jugendliche durch musikpädagogische Projekte. Wichtig ist hierbei vor allem die Vernetzung mit professionellen Künstlern, verschiedenen Jugendeinrichtungen, der Landesarbeitsgemeinschaft-Musik NRW (LAG Musik) und den Jugendämtern.
"Coloured Children" ist in erster Linie ein Rap-Tanz-Theaterstück von Afro-Deutschen, aber nicht nur für Afro-Deutsche. Auch Weiße Deutsche Jugendliche machen mit, sollen angesprochen werden. Denn von den Jugendlichen von heute hängt ab, wie Weiße und Schwarze morgen zusammen leben können. "Coloured Children" regt zum Nachdenken und zur Kommunikation an.
Emotion und Tiefgang
"Coloured Children" ist ein Rap-Tanz-Theaterstück, das die jugendlichen Teilnehmer selber geschrieben und erarbeitet haben. Es integriert verschiedene Ausdrucksformen: Gesang, Tanz, Breakdance, DJing und natürlich Rap. Wer sich schon einmal im rhythmischen Sprechgesang versucht hat, weiß, wie schwer es ist, die richtigen, reimenden Worte zu finden und dabei seine Emotionen auszudrücken. Die Jugendlichen haben an vielen Nachmittagen und Abenden hart gearbeitet, damit die Lieder hinterher leicht über ihre Lippen gingen. So wie Patrice Bart-Williams: "Ein Afrikaner, kein Deutscher / Vater, warum hast Du mich verlassen / Hier werde ich langsam aber sicher verblassen / wie die Erinnerungen an Dich / Die Vorstellungen von Dir, die mich riefen aus meiner Seele Tiefen und mich nicht loslassen".
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Stillfoto Coloured Children © Anita Berger
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Vom Schüler zum Superstar
Heute singt der Soulstar Patrice vornehmlich auf Englisch und macht da weiter, wo er mit "Coloured Children" aufgehört hat. Patrice tourt mit der bekannten Musikerin Lauryn Hill, ist in Frankreich ein Superstar. Er füllt in ganz Europa die Konzerthallen – mit einfühlsamer Musik, die keinen Zweifel an seinen afrikanischen Wurzeln lässt.
"Coloured Children" hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Es erzählt am Beispiel des Schwarzen Deutschen Jugendlichen Harry – gespielt von Patrice – verschiedene Momente im Leben von jungen Menschen, die mit dem Gefühl aufwachsen, sie seien Fremde im eigenen Land. "Coloured Children" konfrontiert die Zuschauer mit Beispielen von alltäglichem Rassismus, wie ihn Patrice und die anderen aus ihrem Alltag kennen.
Heute singt der Soulstar Patrice vornehmlich auf Englisch und macht da weiter, wo er mit "Coloured Children" aufgehört hat. Patrice tourt mit der bekannten Musikerin Lauryn Hill, ist in Frankreich ein Superstar. Er füllt in ganz Europa die Konzerthallen – mit einfühlsamer Musik, die keinen Zweifel an seinen afrikanischen Wurzeln lässt.
"Coloured Children" hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Es erzählt am Beispiel des Schwarzen Deutschen Jugendlichen Harry – gespielt von Patrice – verschiedene Momente im Leben von jungen Menschen, die mit dem Gefühl aufwachsen, sie seien Fremde im eigenen Land. "Coloured Children" konfrontiert die Zuschauer mit Beispielen von alltäglichem Rassismus, wie ihn Patrice und die anderen aus ihrem Alltag kennen.
26. Juli 2004 |
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