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Geschichte

Angelo Soliman und seine Freunde im Adel und in der geistigen Elite


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Monika Firla

1. Einleitung

Der Afrikaner Angelo Soliman (um 1721-96), vermutlich aus dem Volk der Kanuri im heutigen Nordostnigeria[1], stand nach seinem Tod zehn Jahre lang ausgestopft im kaiserlichen Naturalienkabinett in Wien. Nach neueren Forschungen hat er seine Haut für dieses rassistische Ausstellungskonzept wohl selbst gespendet.[2]

Zur Person
Dr. Monika Firla, promovierte 1980 über das Thema "Untersuchungen zum Verhältnis von Anthropologie und Moralphilosophie bei Kant". Sie ist als freie Mitarbeiterin in verschiedenen Institutionen tätig und betreut Ausstellungen, z.B. zu Afrikanern in Württemberg im Hauptstaatsarchiv Stuttgart.

Doch zu seinen Lebzeiten war der ehemalige Sklave ein ausgezeichneter Soldat wie sein afro-russischer 'Kollege' Abraham Hanibal.[3] Als Kammerdiener gehörte Soliman zu den Vertrauten verschiedener Fürsten, wirkte als Funktionär einer Freimaurer-Eliteloge und arbeitete zuletzt als Prinzenerzieher beim Fürsten Franz Joseph von Liechtenstein in Wien. Entsprechend bedeutend waren seine Freunde aus dem Adel und der geistigen Elite Österreich-Ungarns [4].

2. Die Vorbildfunktion von Freundschaften

Angelo Soliman
Grossansicht des Bildes
Schattenriss Solimans im Alter von zwölf Jahren
© Adolf Deutsch


Vor allem in Theaterstücken von Conny Hannes Meyer [5] und Ludwig Fels [6] reduziert man Soliman auf seine Rolle des rassistisch und sexistisch Gedemütigten. Diese Sichtweise wird neuerdings auch für multimediale Unterrichtsmodelle im Fach Deutsch aktiviert.[7] Doch es stellt sich die Frage, wie man Schülerinnen und Schüler durch Abbilder und Fiktionen rassistisch bestimmten Lebens und Sterbens zu einem nicht-rassistischen Verhalten gegenüber Menschen afrikanischer Herkunft anregen kann. Konzentrieren wir uns deshalb einmal nicht auf die Darstellung dessen, was man endlich verlernen muss, und betrachten wir Freundschaften zwischen schwarzen und weißen Personen. Diese biographische Seite Solimans knüpft übrigens an Traditionen an, die wir schon in Homers "Odyssee" (XIX 244-248) finden. Denn der beste Freund des Odysseus ist sein schwarzer Herold Eurybates.[8] Berühmtheit erlangte auch die Freundschaft zwischen dem Maler Velázquez und seinem ehemaligen afro-spanischen Sklaven Juan de Pareja. Er wurde schließlich ebenfalls Künstler. Elizabeth Borton de Treviños Buch "Der Freund des Malers" beschäftigt sich damit und möchte auf diese Weise Vorbilder für junge Menschen schaffen.[9]


30. Juli 2004

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