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Der Untergang der Weimarer Republik

Zerstörung der Demokratie 1930 - 1932

Regierungserklärung Hitlers in der Garnisonskirche in Potsdam
Grossansicht des Bildes
Regierungserkläung Hitlers in der Garnisonskirche in Potsdam, 21. März 1933. Ihm gegenüber sitzt Reichspräsident Paul von Hindenburg. Foto: AP
Der Börsensturz am "Schwarzen Freitag" im Oktober 1929 traf Deutschland nach den USA besonders schwer. Massenarbeitslosigkeit und Armut führten zur politischen Radikalisierung der Bevölkerung. Eine dichte Folge von Regierungskrisen schwächten die Republik noch weiter - und trieb den Nationalsozialisten Wahlstimmen zu.


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Auszug aus:
Zerstörung der Demokratie 1930-1933, Informationen zur politischen Bildung (Heft 261)
Sturm, Reinhard
Inhalt
Wirtschaftskrise
Bruch der Großen Koalition
Reichstagsauflösung
Politik der Krisenverschärfung
Politische Radikalisierung
Reichspräsidentenwahl 1932
Regierung von Papen
Reichstagswahlen 1932
Reichskanzlerschaft Schleichers
Regierungsübertragung auf die NSDAP
Wirtschaftskrise
Ab 24. Oktober 1929 begann ein dramatischer Verfall der Aktienkurse an der New Yorker Börse ("Schwarzer Freitag"). Ursache waren jahrelange Überinvestitionen in der Industrie und damit ein Überangebot an Waren, mit dem die Nachfrage nicht Schritt gehalten hatte. Binnen kurzem weitete sich die amerikanische Krise aufgrund der internationalen Finanz- und Wirtschaftsverflechtungen zur größten Krise der Weltwirtschaft im 20. Jahrhundert aus. Um liquide zu bleiben, mussten die US-Banken Gelder zurückfordern, die sie kurzfristig in Europa angelegt hatten. In den Industrieländern sanken Produktion und Beschäftigung, Löhne und Preise stark ab. Da die so genannten Selbstheilungskräfte des Marktes ebenso versagten wie die Instrumente der Wirtschaftspolitik, ging die konjunkturelle Krise der internationalen kapitalistischen Wettbewerbswirtschaft Mitte 1931 in eine tiefgreifende strukturelle Krise über. Erst Mitte der Dreißigerjahre wurde sie international mit unterschiedlichen Mitteln überwunden. In Deutschland geschah dies im Rahmen der nationalsozialistischen Aufrüstungspolitik, die mit einer gigantischen Staatsverschuldung einherging. Die Weltwirtschaftskrise hat die Errichtung der NS-Diktatur keineswegs verursacht, aber sie hat diesen Prozess ermöglicht und beschleunigt.

Das Deutsche Reich war, nach den USA, am stärksten von der Krise betroffen. Es hatte etwa drei Viertel der kurz- bis mittelfristigen Auslandskredite für langfristige Investitionen eingesetzt. Obwohl sich schon 1928 ein Rückgang der Nachfrage angekündigt hatte, investierte die Industrie auch 1929 noch. Dadurch wurden die Überkapazitäten verstärkt, zumal bald alle Industrieländer die bereits bestehenden Zollschranken im Zuge der Krise erhöhten. Das Überangebot an Waren führte zu einer Produktionsdrosselung; Kurzarbeit und Entlassungen sowie Firmenzusammenbrüche waren die Folge. Im Winter 1929/30 gab es bereits mehr als 3 Millionen Arbeitslose, die materiell weitaus schlechter abgesichert waren als heutzutage. Die Zahl der jährlichen Konkurse verdoppelte sich von 1928 bis 1931. Es entstand ein Teufelskreis aus sich verringernder Kaufkraft, zurückgehender Nachfrage, sinkender Produktion und weiteren Entlassungen, der auch die Dauerkrise in der Landwirtschaft verschärfte. Viele kleine und mittlere Bauern konnten ihre Schulden nicht mehr abbezahlen. Es kam zu Zwangsversteigerungen, gegen die sich ein verzweifelter bäuerlicher Protest formierte. Die schleswig-holsteinische "Landvolkbewegung" machte schon 1929 durch tätliche Angriffe auf Gerichtsvollzieher und Polizisten und durch Bombenattentate auf staatliche Gebäude (unter anderem auf den Reichstag) von sich reden.



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Auszug aus:
Zerstörung der Demokratie 1930-1933, Informationen zur politischen Bildung (Heft 261)


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