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Der Marshallplan

Der Blick von Osten

Molotow in Paris
Dr. Elke Kimmel
Die sowjetische Zeitung "Prawda" hatte am 16. Juni 1947 über den Marshallplan geäußert, dieser stelle lediglich eine Fortsetzung der Truman-Doktrin dar und sei deswegen abzulehnen. Dennoch folgte der sowjetische Außenminister der Einladung nach Paris im Juni 1947 durchaus noch nicht mit dem festen Vorsatz, das Angebot der USA abzulehnen. Ablesbar war diese Haltung daran, dass er mit nicht weniger als 100 Mitarbeitern anreiste. Allerdings musste Molotow sich zunächst offen für das Angebot zeigen, denn auch die Sowjetunion wollte bei der Teilung Europas nicht als die verantwortliche Kraft erscheinen.

Als aber klar wurde, dass die USA dieses Mal keine Hilfe ohne Kontrolle über deren Verwendung geben würde, lehnte Molotow ab. Der Sowjetunion blieb von diesem Zeitpunkt an nur die Selbstisolation gegenüber den amerikanischen Angeboten und die Abschottung des eigenen Machtbereichs. So lehnte die UdSSR teilweise für ihre Satellitenstaaten die Einladung zu der im Juli stattfindenden Marshallplan-Konferenz ab. Besonders auffällig war diese Bevormundung im Falle der Tschechoslowakei, die zunächst Interesse an der Konferenzteilnahme signalisiert hatte, um dann nach Besprechungen in Moskau abzusagen. Dies wurde damit begründet, dass eine andere Haltung angesichts der Absagen der befreundeten Staaten als feindlicher Akt erscheinen würde. Die Absagen der polnischen, rumänischen und jugoslawischen Regierungen wurden zuerst durch die sowjetische Nachrichtenagentur TASS verbreitet.

"Molotow-Plan"

Eine weitere Reaktion bedeutete die Verkündung eines eigenen Plans durch Molotow am 11. Juli 1947. Er zielte - durch bilaterale Verträge - auf eine engere wirtschaftliche Bindung der osteuropäischen Planwirtschaften an die eigene. Dieses Konzept ging nicht auf. Erst im Januar 1949 wurde der Zusammenschluss osteuropäischer Staaten im "Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe" (RGW) aus der Taufe gehoben, der bis zum 28. Juni 1991 existierte. Ein dem Marshallplan vergleichbares Integrationskonzept für Osteuropa gab es nicht.

Propaganda

Als Instrument zur koordinierten Propaganda wurde im September 1947 das "Kominform" (Kommunistisches Informationsbüro) gegründet. Dieses machte 1950 massiv Stimmung gegen das Ausscheren Jugoslawiens aus dem sozialistischen Block. Als allgemeines Argumentationsmuster gegen den Marshallplan wurde ausgegeben, dass dieser in erster Linie dazu diene, die Überkapazitäten der USA abzubauen. Die USA seien wirtschaftlich am Ende, versteckten diese Tatsache aber geschickt und versuchten sogar noch, aus ihrer den eigenen Interessen dienenden Politik politisches Kapital zu schlagen. Darüber hinaus versuchten sie mit dem ERP Westeuropa zu ihrem militärischen Aufmarschgebiet zu machen. Die Satellitenstaaten im Umfeld der Sowjetunion befolgten diese Propagandarichtlinien in der Folgezeit.


31. Oktober 2005



 
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Der Europazug, auf seiner Fahrt durch den Ostteil Berlins. Er soll den Bürgern den Europäischen Gedanken nahebringen (1951). Foto: Bundesbildstelle.
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Links ins Internet

DHM: Sowjetische Militäradministration in Deutschland (SMAD)

dokumentArchiv.de: Dokumente zur DDR-Geschichte

DHM: Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW)

Wikipedia: Kominform

DHM: Landwirtschaftliche Produktions-
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Auswärtiges Amt: Aufbau Ost

Bundeamt für Bauwesen und Raumordnung: Projektplanung Aufbau Ost

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