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Einleitung

Der Marshallplan - Selling Democracy

Winter 1946/1947: Erst eineinhalb Jahre nach Kriegsende zeigte sich das Ausmaß der wirtschaftlichen Not in Deutschland im vollen Umfang. Der strenge Winter wurde zur Katastrophe. Ernährung, Energieversorgung und Verkehr brachen zusammen, nur das Eingreifen der USA und Großbritanniens verhinderte Schlimmeres. Wie sollte es weitergehen in Deutschland und Europa? Am 5. Juni 1947 präsentierte der damalige US-Außenminister, George C. Marshall, in einer Rede vor Studenten seine Vorstellungen vom Wiederaufbau. Als Vorbedingung für amerikanische Hilfsmittel verlangte er eine gemeinsame Initiative der europäischen Staaten. Im Herbst 1948 kamen dann die ersten Waren des "European Recovery Programs" in Europa an. Insgesamt lieferten die USA bis 1952 Waren im Wert von etwa 15 Milliarden US-Dollar nach Europa. Wie profitierten Deutschland und Europa wirtschaftlich vom Marshallplan? Welche politischen und psychologische Folgen hatte das Programm, wie wurde es von Politik und Medien vermittelt? Das Dossier informiert in vier Kapiteln über Entstehung, Entwicklung und Wirkungsgeschichte des Marshallplans.
Redaktion Redaktion

Dossierinhalt

Entstehungszusammenhänge

Nur ein vereinigtes, ökonomisch gesundes Europa sei immun gegen jede Art von Totalitarismus – so die Überlegung der Amerikaner. Aber auch wirtschaftspolitische Absichten spielten eine Rolle bei der Entwicklung des Marshallplans.

Grundzüge des Marshallplans

Der Marshallplan barg viele Motive: Guter Wille, Förderung eines starken, einigen Europas gegen den Ostblock, aber auch der amerikanischen Wirtschaft. Ein verelendetes Europa taugte kaum als Handelspartner.

Der Blick von Osten

Als Antwort auf den Marshallplan verkündete der sowjetische Außenminister Molotow am 11. Juli 1947 einen eigenen Plan zum wirtschaftlichen Wiederaufbau: Durch bilaterale Verträge sollten die osteuropäischen Planwirtschaften enger an die sowjetische gebunden werden.

Der Marshallplan heute

Das European Recovery Program bleibt auch am Anfang des 21. Jahrhunderts im Gespräch. Nicht nur die Zukunft des milliardenschweren ERP-Sondervermögens wird diskutiert. Der Marshallplan ist weltweit weiterhin eine "Marke", an die große Hoffnungen geknüpft sind.


 

"Marshall-Plan" - Berliner Nothilfeprogramm 1948: Aus den Steinen zerstörter Häuser entstehen neue Wohnungen, Foto: Bundesbildstelle

Der Marshallplan heute


Video-Interviews

Das European Recovery Program bleibt auch am Anfang des 21. Jahrhunderts im Gespräch und gibt zugleich einen Denkanstoß für die gegenwärtige Politik. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat Wissenschaftler und Journalisten zum Thema Marshallplan interviewt: Welche Ziele verfolgten die Amerikaner? Und wie müsste ein neuer, globaler Marshallplan aussehen?

Grundzüge

Wirtschaftliche Impulse


Auch wenn die genauen Folgen des Marshallplans bis heute umstritten sind: Ohne ihn hätte der Aufschwung wohl länger auf sich warten lassen. Seine ganz wesentliche Bedeutung lag allerdings im Aufbau des europäischen Marktes.

Grundzüge

Vermittlung des Marshallplans

Die Bewilligung des Marshallplans wurde in den USA mit massiver Öffentlichkeitsarbeit vorbereitet. Auch in Europa war sie fester Bestandteil des Programms: Knapp 100 Millionen Dollar wurde allein in Deutschland von 1950 bis 1953 für "sachliche Information" über das ERP ausgegeben.

Der Marshallplan
Die ostdeutsche Perspektive
In der Sowjetischen Besatzungszone und späteren DDR folgte die Bewertung des Marshall-plans dem von Moskau diktierten Schema: Er treibe die Spaltung Deutschlands voran und mache den west-deutschen Teilstaat zum Opfer des amerika-nischen Imperialismus.

Der Marshallplan heute

Mythos Marshallplan?

Bis heute genießt der Marshallplan hohes Ansehen – und das nicht nur in Deutschland. Hier aber ist er eng verknüpft mit dem Mythos Wirtschaftswunder und deutsch-amerikanische Freundschaft. Seine Erfolgsgeschichte wird im Vergleich zu anderen Aufbauprojekten zum unerreichbaren Vorbild.
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