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Die Geschichte der "afro look"


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Jeannine Kantara

Die Idee

Für die Berliner Afros war 1987 ein besonders heißer Sommer. Inspiriert von den ersten Treffen und der anschließenden Gründung der "Initiative Schwarze Deutsche" (ISD), beschlossen einige aus der Berliner Community, einen Kulturkalender für Schwarze Menschen zu kreieren und in der Stadt zu verteilen. Es ging darum, so viele Schwarze Menschen wie möglich über kulturelle, aber auch politisch interessante Veranstaltungen in der Hauptstadt zu informieren.

Zur Person
Jeannine Kantara, während ihres Studiums der "Social Sciences" an der Open University in England arbeitete sie für die Wochenzeitung "Die Zeit". Sie ist Mitbegründerin der "Initiative Schwarze Deutsche" und Vorstandsmitfrau der Berliner ISD sowie Gründungsmitglied und Herausgeberin der Zeitschrift "afro look".

Die Idee entwickelte sich jedoch schnell zu einem größeren Projekt und man beschloss, eine
Die erste Ausgabe der "afro look" 1988
Grossansicht des Bildes
Die erste Ausgabe der "afro look", 1988
© Jeannine Kantara/Ricky Reiser

vierteljährliche Zeitschrift herauszubringen. Die erste Ausgabe von "Onkel Tom's Faust" erschien im Februar 1988. Die Redaktion diskutierte die Namensgebung recht kontrovers. Für die einen symbolisierte die Faust, dass Onkel Tom sich wehren konnte. Die Gegner argumentierten, man könne das Sprachrohr der Schwarzen Gemeinschaft keinesfalls nach einer traurigen Romanfigur benennen, die der Fantasie einer weißen Autorin entsprungen ist. Ein Alternativvorschlag lautete "afro look". In der Abstimmung setzte sich "Onkel Tom's Faust" durch. Nach dem Erscheinen der Zeitschrift gab es viel Lob für die Inhalte und massenhaft Protest hinsichtlich des Namens. Daher wurde das Blatt ab der zweiten Ausgabe in "afro look" umbenannt.

Fast alle Gründungsmitglieder waren Schüler oder Studenten mit viel Zeit und noch viel mehr Enthusiasmus. Gedruckt wurde das Blatt beim Asta der FU Berlin, per Hand zusammengeheftet und anschließend in verschiedenen Berliner Läden, Cafés, Bibliotheken etc. gegen Kommission verteilt bzw. bei Veranstaltungen verkauft. Mit den daraus resultierenden Anzeigen konnten die nächsten Ausgaben finanziert werden. Über den ISD-Verteiler gelangte die Zeitschrift auch in andere Bundesländer und ins Ausland.


10. August 2004

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