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Dossier Afrika

Afrika zwischen Autokratie und Demokratie

Die politische Transition in Afrika hat zu ungleichmäßigen Entwicklungen und unterschiedlichen Ergebnissen geführt. Die Demokratie scheint aber zum generellen Bezugspunkt des politischen Wandels in Afrika geworden zu sein.

Afrika zwischen Autokratie und Demokratie


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Auszug aus:
Afrika, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)
Meyns, Peter
Inhalt
Einleitung
Das Ende des Transitionsparadigmas?
Lang andauernde Transitionen
Funktionierende Demokratien
Autokratische Wahlsysteme
Hybride Regime
Ausblick
Funktionierende Demokratien
Aus dem bisher Gesagten geht hervor, wie stark die Transitionsprozesse von den Gegebenheiten in den einzelnen Ländern Afrikas abhängig sind. Dennoch lassen sich auch Gemeinsamkeiten feststellen. An dem einen Ende des Spektrums ist die Gruppe von Ländern zu finden, die als funktionierende Demokratien bezeichnet werden können. Zu ihnen gehören Länder wie Botswana und Mauritius, die seit ihrer Unabhängigkeit Mehrparteiensysteme sind und sich insoweit bereits vor der zweiten Befreiung auf dem Weg der Demokratie befanden, aber auch Länder wie Benin, Ghana, Kap Verde und Mali, die Anfang der neunziger Jahre die Transition von autokratischer Herrschaft vollzogen und seither relativ stabile demokratische Strukturen aufgebaut haben. In allen genannten Ländern, mit Ausnahme von Botswana, haben seit Beginn der Transition durch Wahlen herbeigeführte Regierungswechsel stattgefunden.

Es ist nicht ganz zufällig, dass Botswana und Mauritius, die als Vorbilder der Demokratie in Afrika gelten, gleichzeitig auch wirtschaftlich Erfolge aufzuweisen haben.[10] Mauritius hat seit 1982 regelmäßig Regierungswechsel nach Wahlen vollzogen, zuletzt im Juli 2005. Trotz der heterogenen Bevölkerungsstruktur haben die Parteien in wechselnden Zusammensetzungen breite Koalitionen bilden können, die dem Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen eine stabile politische Grundlage gegeben haben. Politische Stabilität hat auch Botswana seit der Unabhängigkeit ausgezeichnet, allerdings immer unter der Führung derselben Partei, der Botswana Democratic Party (BDP). In der relativ homogenen Bevölkerung hat sie eine verlässliche Klientel in den traditionsorientierten ländlichen Gemeinschaften, während die Opposition in den Städten stärkeren Rückhalt hat, ohne die herrschende BDP bisher gefährden zu können. Auch ein Land mit funktionierender Demokratie wie Botswana musste indessen im Hinblick auf die abgehobene Art, wie Nachfolgeregelungen in der Staatsspitze innerhalb der herrschenden Elite ausgehandelt werden, Kritik hinnehmen.[11]




Auszug aus:
Afrika, Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32-33/2006)


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