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Dossier Parteien
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Die Geschichte der CSU |
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| Verena Schulze/Christian Strippel |
| Weder politische Affären noch Führungswechsel störten bislang die Dominanz der CSU in Bayern. Auch die Autonomie gegenüber der CDU konnte die Partei durch die Zeit bewahren.
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| Der ehemalige bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber trinkt am Politischen Aschermittwoch aus einer Biermaß mit einem Bild von Franz-Josef Strauss. Foto: AP. |
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 |  | Von den Anfängen bis zu Franz-Josef Strauß
Die territoriale, staatliche und politisch-kulturelle Kontinuität Bayerns nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges ermöglichte 1945 in München die Gründung einer autonomen, spezifisch bayerischen Landespartei, der Christlich-Sozialen Union (CSU).
Sie ging aus lokalen und regionalen Initiativen hervor und sollte als interkonfessionelle Volkspartei "von dem Grundgedanken christlicher Kultur und des christlichen Sittengebots getragen" (Mintzel 1992: 218) werden.
Ihre Gründung leitete eine Sonderentwicklung im neu entstehenden westdeutschen Parteiensystem ein: In Bezug auf ihre Organisation bleibt die CSU auf Bayern beschränkt. Jedoch bildet sie im Bundestag eine Fraktionsgemeinschaft mit ihrer Schwesterpartei CDU und nimmt dadurch auch auf Bundesebene Einfluss. In allen Bundesregierungen mit Unionsbeteiligung seit 1949 war neben der CDU auch die CSU vertreten.
Die Entwicklung der CSU als bayerische Landespartei war in den 1950er Jahren zunächst von parteiinternen Kontroversen, einer Konzentration auf bayerische Politik und schließlich einer Phase der Konsolidierung gekennzeichnet.
Erster Ministerpräsident Bayerns wurde der Christsoziale Hans Ehard. Er führte den Freistaat von 1946 bis 1954 sowie noch einmal in den Jahren 1960 bis 1962.
Unter dem Ministerpräsidenten Hanns Seidel wurde ab etwa 1957 ein gemäßigter Weg zwischen bayerischer Traditionalität und Modernisierung eingeschlagen. Bis zum Ende von Seidels Regierungszeit 1960 konnte die CSU in Bayern ihre landespolitische Vorherrschaft ausbauen, so dass für die Partei ab 1962 eine Phase der Alleinregierung in Bayern anbrach, die bis 2008 dauern sollte.
1961 wurde Franz-Josef Strauß zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Strauß avancierte wie bis dahin kein anderer zur Identifikationsfigur der CSU. Seither betont die Partei zunehmend auch die gesamtdeutsche und europäische Politik und konnte so auch auf Bundesebene Bedeutung gewinnen.
Strauß folgte 1978 als bayerischer Ministerpräsident auf Alfons Goppel (von 1962 bis 1978 im Amt) und wurde in den folgenden Jahren zur Schlüsselfigur einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Modernisierung Bayerns. Sein plötzlicher Tod im Oktober 1988 ließ für kurze Zeit Unsicherheit über die zukünftige Richtung der CSU aufkommen. Jedoch gelang unter den Ministerpräsidenten Max Streibl (1988-1993) und Edmund Stoiber (1993-2007) eine erneute Stabilisierung des politischen Kurses. Den Parteivorsitz übernahm nach dem Tod von Strauß Theo Waigel.
Die CSU im Bund und in Europa
Trotz der Fraktionsgemeinschaft im Bundestag ist die CSU im Verhältnis zur CDU stets auf Wahrung ihrer Autonomie und Eigeninteressen bedacht. Ihre Doppelrolle als "autonome Landespartei mit besonderem Bundes-Charakter" (Mintzel 2009: 128) ermöglicht ihr weitgehend eigenständiges Agieren und als bayerische Landespartei die Artikulation bayerischer Interessen und Belange auf Bundesebene.
Die CSU nahm auf alle Regierungsbildungen mit Unionsbeteiligung großen Einfluss, im Vergleich zur CDU war sie überproportional an den Kabinetten beteiligt. Diese Doppelrolle führte jedoch auch zu internen Spannungen sowie Konflikten mit der CDU.
Aus den Europawahlen seit 1979 ging die CSU in Bayern zwar stets als stärkste Partei mit wenigstens 45 Prozent (1989) und bis zu einem Maximum von 64 Prozent (1999) der Stimmen hervor, jedoch erweist sich das Wahlverhalten hier im Gegensatz zu den Landes- und Bundestagswahlen als weniger stabil.
22. Februar 2010 |
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