Bei strömenden Regen beten Teilnehmer auf einer Straße am Bahnhof Dammtor in Hamburg vor dem Beginn einer Kundgebung des umstrittenen salafistischen Predigers Pierre Vogel. Der islamistische Prediger hatte zu einer Kundgebung aufgerufen, an der nach Polizeiangaben etwa 1100 Teilnehmer teilnahmen.

30.6.2014

Die "Beratungsstelle Radikalisierung" und "Hayat"

Claudia Dantschke und Florian Endres sprechen im World Café über ihre Erfahrungen aus Beratungsstellen und die Möglichkeiten der Präventionsarbeit.Claudia Dantschke und Florian Endres sprechen im World Café über ihre Erfahrungen aus Beratungsstellen und die Möglichkeiten der Präventionsarbeit. (© Tobias Vollmer/bpb)
Ist die Religiosität des eigenen Kindes oder einer Freundin noch Glaube oder Extremismus? Bei der Beratungsstelle Radikalisierung des Bundesministeriums für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finden Eltern und Freunde bei Florian Endres und seinem Team Rat. Von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr ist eine kostenlose Telefonhotline geschaltet, bei der seit 2012 insgesamt 950 Anrufe eingingen. Aus diesen Anrufen entwickelten sich 270 Beratungsfälle, 30 davon mit Syrienbezug. Allen anderen konnten mit einem bis zwei Telefonaten direkt bei der Beratungsstelle Radikalisierung bearbeitet werden, etwa durch Informationen zu Religion, Islam und Salafismus.

Soweit die Statistik. Hinter jedem einzelnen Fall steckt natürlich oftmals schon ein monatelanger Leidensdruck der Familien. Um nach dem ersten Kontakt mit der Beratungsstelle weiterhin eine intensive Betreuung zu gewährleisten, fangen zivilgesellschaftliche Akteure in Deutschland, wie das "Violence Prevention Network" oder Hayat von der Gesellschaft für Demokratische Kultur, die Betroffenen auf. Dort schlagen auch Eltern auf, die ein "Rezept" dafür wollen, wie ihr Kind wieder so wird, wie es vor einem Jahr noch war. Die Eltern nehmen den Kindern den Gebetsteppich weg und spielen mit dem Gedanken heimlich den Bart ihres Sohnes zu entfernen. Das alles führt natürlich, falls ihr Kind tatsächlich radikalisiert ist, zu einer Verstärkung und einem weiteren Rückzug des Kindes. "In diesen Situationen bedeutet einfach alles in den Familien Konflikt", sagt Claudia Dantschke von der Gesellschaft für Demokratische Kultur, die jahrelange Erfahrung mit der Arbeit von Betroffenen hat. Repression ist der falsche Weg, genauso wenig sollen die Eltern zu Islamexperten ausgebildet werden und übermäßiges Verständnis entwickeln. Sie werden durch die Beratungsgespräche in ihrem Elternsein gestärkt, manchmal sogar unter Einbeziehung der Kinder. Im Zentrum steht demnach die Familie als Mittel der Einwirkung, welchen religiösen oder ethnischen Hintergrund die Berater haben, ist nachrangig.

Mehr unter http://www.bamf.de/DE/DasBAMF/Beratung/beratung-node.html
und http://www.exit-deutschland.de/HAYAT


Dossier

Islamismus

Seit 9/11 hat ein Wort Hochkonjunktur: Islamismus. Wer sind seine Wortführer? Welche Ziele verfolgen sie? Das Dossier führt ein in Vergangenheit und Gegenwart der extremistischen Herrschaftstheorie, die die Welt des 21. Jahrhunderts vor große Herausforderungen stellt.

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SR 1454: Salafismus
Schriftenreihe (Bd. 1454)

Salafismus

Salafismus – ein schillernder Begriff, mit dem vielfach eine extreme Auslegung des Islam verbunden wird. Dieses Buch beleuchtet das Phänomen Salafismus in großer thematischer Breite und fragt nach den Konsequenzen, die das Phänomen Salafismus im 21. Jahrhundert für Politik und Gesellschaft hat.

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Salafismus in der Demokratie
Entscheidung im Unterricht Nr. 2/2012

Salafismus in der Demokratie

Der Salafismus gilt als ultrakonservative Strömung im Islam und ist die derzeit dynamischste islamische Bewegung. Durch seine mitunter radikalen Thesen fühlen sich oft auch Jugendliche und junge Erwachsene auf Sinnsuche angesprochen. "Entscheidung im Unterricht" beschäftigt sich mit dem Thema Salafismus in der Demokratie und liefert Hintergrundinformationen für eine Auseinandersetzung.

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Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 27/2010)

Islamische Jugendkulturen in Deutschland

Islamische Jugendkulturen sind kein Migrationsphänomen. Junge Muslime definieren sich oft ausdrücklich als muslimisch und deutsch und sehen sich als aktiven Teil der deutschen Gesellschaft.

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Das Thema Salafismus bewegt die Öffentlichkeit. So trafen sich beispielsweise am Montag und Dienstag im Collegium Leoninum mehr als 150 Journalisten, Vertreter der Jugendarbeit und Schulen, von Polizei und Verwaltung sowie aus muslimischen Gemeinden zur Tagung "Salafismus als Herausforderung für Demokratie und politische Bildung".

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Teaserbild Newsletter Migration und Bevölkerung
Migration und Bevölkerung Ausgabe 5/2012

Deutschland: Ausschreitungen zwischen Extremisten

Bei einer Kundgebung der rechtsextremen Partei Pro NRW Anfang Mai ist es zu schweren Ausschreitungen gekommen. Eine Gruppe von Salafisten wollte die islamfeindlichen Demonstranten angreifen und lieferte sich Kämpfe mit der Polizei. Politiker forderten nach den Vorfällen ein Verbot der Salafisten in Deutschland.

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