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Eine zerstörte Scheibe in der Leipziger Innenstadt nach einem Legida-Aufmarsch im Januar 2016.

Von Blicken und Brandbomben. Antimuslimischer Rassismus heute

Film zur Tagung "Von Blicken und Brandbomben. Antimuslimischer Rassismus heute" (© 2019 Bundeszentrale für politische Bildung)

Marwa El-Sherbini wurde auf einem Spielplatz von einem Mann beleidigt. Sie trug ein Kopftuch und wurde von ihm als "Islamistin" und "Terroristin" beschimpft. Sie zeigte ihn an, es kam zum Prozess. Im Gerichtssaal attackierte er die schwangere Apothekerin und erstach sie. Ihr Tod jährte sich am 1. Juli 2019 zum zehnten Mal.

Die Bundeszentrale für politische Bildung nahm dies zum Anlass, sich dem Phänomen des antimuslimischen Rassismus auf einer zweitägigen Fachtagung ausführlicher zu widmen. Denn noch immer sind feindselige Blicke, Beschimpfungen und offener Hass trauriger Alltag für viele Musliminnen und Muslime und all jene Menschen, die als muslimisch markiert werden. Oft bleibt es nicht "nur" bei Worten: Zuletzt ermordete ein Australier im März 2019 im neuseeländischen Christchurch 51 Menschen während des Freitagsgebets in zwei Moscheen. Sein Motiv: Hass auf Musliminnen und Muslime.

Wie es um antimuslimischen Rassismus in Deutschland zehn Jahre nach dem Tod von Marwa El-Sherbini bestellt ist, wie sich Ablehnung, Hass und Gewalt auf das Leben von Musliminnen und Muslimen und Menschen, die als muslimisch markiert werden, auswirken, waren deshalb Kernfragen der bpb-Fachtagung in Celle. Rund 100 Teilnehmende diskutierten in zahlreichen Vorträgen, Paneldiskussionen und Workshops unterschiedliche Aspekte und Dimensionen von antimuslimischem Rassismus und suchten gemeinsam nach Möglichkeiten, wie antimuslimischem Rassismus begegnet werden kann.

Die Veranstaltung fand vom 1.- 2. Juli 2019 in Celle statt.

Hier finden Sie das PDF-Icon Programm der Fachtagung als PDF-Datei.

Eröffnungsgespräch

1. Tag der Fachtagung: 01.07.2019

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Problembeschreibung: Was ist antimuslimischer Rassismus? Wer sind die Akteure, die sich antimuslimisch rassistisch äußern? Welche Rolle spielen die Medien bei der Verbreitung von antimuslimischem Rassismus? Wie verbreitet ist das Phänomen in anderen Ländern Europas? Aber vor allem: Was bedeutet antimuslimischer Rassismus für die Betroffenen?

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Vortrag von Fiyaz Mughal.

2. Tag der Fachtagung: 02.07.2019

Am zweiten Tag standen Strategien zur Bekämpfung von antimuslimischem Rassismus im Fokus: Verschiedene Bildungsinitiativen stellten ihre Arbeit und konkrete Methoden zur kritischen Auseinandersetzung mit antimuslimischem Rassismus vor und erläuterten, was jeder Einzelne von uns dagegen tun kann.

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Antimuslimischer Rassismus heute – eine Bestandsaufnahme

In Ihrer Bestandsaufnahme zu antimuslimischem Rassismus heute erläutert die Wissenschaftlerin Aylin Karabulut die Herkunft des Begriffes, liefert eine erste Definition und geht der Frage nach, wie verbreitet antimuslimischer Rassismus in unserer Gesellschaft im Jahr 2019 ist.

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Bildergalerie: Impressionen von der Fachtagung

Videos

Videos der Fachvorträge

Hier finden Sie Mitschnitte der Vorträge von Prof. Dr. Beate Küpper, Dr. Floris Biskamp, Fiyaz Mughal, Prof. Dr. Chris Allen sowie der Podiumsdiskussion.

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Videointerviews

Hier finden Sie Videointerviews mit den Referentinnen und Referenten der Fachtagung zu unterschiedlichen Aspekten und Dimensionen von antimuslimischem Rassismus.

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Themenseite

Rassismus und Diskriminierung

Am 21. März 1960 demonstrierten tausende schwarze Südafrikaner friedlich gegen das Apartheid-Regime. 69 Demonstranten wurden dabei von Polizisten erschossen. Sechs Jahre später erklärten die Vereinten Nationen den 21. März zum "Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung". Unsere Angebote zu den Themen Rassismus und Diskriminierung finden Sie auf dieser Seite.

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Schwerpunkt

Muslimfeindlichkeit

"Der" Islam und "die" Muslime tauchen immer wieder auf in Debatten rund um Themen wie Zuwanderung und Integration. Die Grenze zwischen dem, was Islamkritik ist und dem, was man als Islamfeindlichkeit bezeichnen kann, sind dabei fließend. Eine Tatsache, die sich auch Rechtsextreme zunutze machen. Sie übernehmen lautstark die Führung bei Protesten gegen Moscheebauten oder versuchen, Debatten um Flüchtlingsunterkünfte u.a. ihren Stempel aufzudrücken.

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