PDF Version (111 KB) Fakten
Etwa 30 Prozent der weltweiten Landoberfläche sind mit Wäldern bedeckt – insgesamt eine Fläche von 3,95 Milliarden Hektar (ha). Allerdings ist der Waldbestand sehr unterschiedlich verteilt. Auf die zehn Staaten mit dem größten Waldbestand entfallen zwei Drittel des weltweiten Waldbestandes, allein Russland hat eine Waldfläche von über 800 Millionen Hektar. Demgegenüber haben sieben Staaten der Welt gar keinen Wald und in insgesamt 57 Staaten bedeckt der Wald nur zehn Prozent der Gesamtfläche – die meisten davon liegen in Nordafrika, Westasien oder sind kleinere Inseln.
Seit Jahrzehnten schreiten die weltweiten Waldverluste weiter voran, allerdings hat sich das Tempo leicht verringert: Während zwischen 1990 und 2000 im Durchschnitt noch 0,22 Prozent (8,87 Mio. ha) des weltweiten Waldbestandes pro Jahr verloren gingen, waren es im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2005 0,18 Prozent (7,32 Mio. ha). Hauptursache für die Waldverluste ist die Umwandlung von Wald- in Ackerfläche; etwa 13 Millionen Hektar Wald gehen so Jahr für Jahr verloren. Auf der anderen Seite stehen Waldzuwächse durch Aufforstung, Wiederaufforstung und durch die natürliche Ausbreitung des Waldes.
Von 2000 bis zum Jahr 2005 hat die Waldfläche in Ostasien um durchschnittlich 3,84 Millionen ha pro Jahr zugenommen, mehr als in jeder anderen Region. Auch in Europa hat sich im selben Zeitraum der Waldbestand erhöht, um 0,66 Millionen ha. Demgegenüber hatten Südamerika (-4,25 Mio. ha), Afrika (-4,04 Mio. ha) sowie Süd- und Süd-Ostasien (-2,85 Mio. ha) zwischen 2000 und 2005 die größten Waldverluste pro Jahr.
Fast 70 Prozent aller Waldverluste der Jahre 2000 bis 2005 entfallen auf nur 10 Staaten. Allein Brasilien (-3,1 Mio. ha), Indonesien (-1,87 Mio. ha) und der Sudan (-0,59 Mio. ha) sind für 47 Prozent der weltweiten Waldverluste verantwortlich. Jährlich 3,1 Mio. ha Waldverlust in Brasilien entsprechen einem durchschnittlichen Waldverlust von 5,9 ha pro Minute, das ist eine Waldfläche in der Größe von gut neun Fußballfeldern.
Deutlich über 90 Prozent der weltweiten Waldzuwächse zwischen 2000 und 2005 sind in nur zehn Staaten zu finden. Allein China hat mit einem durchschnittlichen Waldzuwachs von 4,06 Millionen Hektar pro Jahr einen Anteil von knapp 73 Prozent am weltweiten Waldzuwachs.
Etwa 36 Prozent des weltweiten Waldbestandes sind Urwälder. Da Urwälder als Ökosysteme einzigartig sind, eine besondere Bedeutung im Hinblick auf die Biodiversität haben und für viele natürliche Kreisläufe – Wasser, Böden, Klima – unverzichtbar sind, ist ihre Zerstörung ein besonderes Problem. Umso dramatischer ist es, dass jährlich sechs Millionen Hektar Urwald komplett zerstört oder unwiederbringlich verändert werden. Im Hinblick auf den Klimawandel ist der Verlust katastrophal, da gerade alte Baumbestände viel Kohlenstoff akkumulieren, weswegen der Erhalt von Waldflächen Vorrang vor Neuanpflanzung haben sollte.
Waldplantagen machen 3,8 Prozent (140 Mio. ha) des weltweiten Waldbestandes aus. 78 Prozent der Waldplantagen werden als "produktive Plantagen" für die Produktion von Holz und Papierfasern genutzt, 22 Prozent gelten als "protektive Plantagen", die in erster Linie Böden und Wasservorkommnisse schützen sollen. Die Fläche der Waldplantagen hat in den Jahren von 2000 bis 2005 um jährlich 2,8 Millionen ha zugenommen, davon entfielen 87 Prozent auf die "produktiven Plantagen".
Datenquellen
Food and Agriculture Organization (FAO): Global Forest Resources Assessment 2005
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Hektar (ha) ist eine Maßeinheit der Fläche, die vor allem in der Land- und Forstwirtschaft verbreitet ist. Ein Fußballfeld umfasst etwas mehr als zwei Drittel eines Hektars.
1 ha = 0,01 km² = 10.000 m² = 100m x 100m
Jährliche Änderung der Waldbestände
In absoluten Zahlen und in Prozent des Gesamtbestandes, Durchschnitt der Jahre 1990 bis 2000 und 2000 bis 2005
| |
Jährliche Änderung der Waldbestände |
| |
Ø 1990-2000 |
Ø 2000-2005 |
| |
in 1000 ha |
in Prozent |
in 1000 ha |
in Prozent |
| Ostasien |
1.751 |
0,81 |
3.840 |
1,65 |
| Asien insgesamt |
-792 |
-0,14 |
1.003 |
0,18 |
| Europa |
877 |
0,09 |
661 |
0,07 |
| Karibik |
36 |
0,65 |
54 |
0,92 |
| westliches und Zentralasien |
34 |
0,08 |
14 |
0,03 |
| Nordamerika |
17 |
– |
-101 |
-0,01 |
| Zentralamerika |
-380 |
-1,47 |
-285 |
-1,23 |
| Ozeanien |
-448 |
-0,21 |
-356 |
-0,17 |
| Süd- und Süd-Ostasien |
-2.578 |
-0,83 |
-2.851 |
-0,98 |
| Afrika |
-4.375 |
-0,64 |
-4.040 |
-0,62 |
| davon: |
|
| nördliches Afrika |
-1.013 |
-0,72 |
-982 |
-0,73 |
| westliches und Zentralafrika |
-1.631 |
-0,56 |
-1.356 |
-0,48 |
| östliches und südliches Afrika |
-1.731 |
-0,71 |
-1.702 |
-0,74 |
| Südamerika |
-3.802 |
-0,44 |
-4.251 |
-0,5 |
| Welt |
-8.868 |
-0,22 |
-7.317 |
-0,18 |
|