Im Jahr 2007 wurden weltweit Waren im Wert von etwa 13.600 bzw. 14.000 Milliarden US-Dollar ex- bzw. importiert. Exporte und Importe konzentrieren sich zunehmend auf bestehende Wirtschaftsblöcke, sind also regional geprägt (Intraregionalisierung). Der intraregionale Warenaustausch – hier innerhalb einer der Regionen Nordamerika, Europa oder Asien-Pazifik – lag in den 1950er Jahren bei 30 Prozent, 1980 bei etwa 40 Prozent und 2007 bei rund 50 Prozent des gesamten Welthandels. Allerdings lag der entsprechende Anteil im Jahr 2004 noch bei deutlich über 50 Prozent. Allein die EU wickelt mehr als zwei Drittel ihres Warenhandels innerhalb der eigenen Grenzen ab. In den Regionen Asien-Pazifik und Nordamerika entfallen etwa 50 Prozent des Exports auf die eigene Region.
Parallel zur Ausweitung des Handels innerhalb der Regionen nahm langfristig auch der Handel zwischen den Triade-Regionen Europa, Nordamerika und Asien-Pazifik zu. Zwischen den Triade-Regionen wurden im Jahr 1980 17,4 Prozent des gesamten Warenexports abgewickelt, im Jahr 2007 waren es 22,4 Prozent. (Triadisierung bzw. Interregionalisierung). Allerdings lag dieser Wert 2004 noch bei 23,5 Prozent und 1998 sogar noch bei gut 25 Prozent.
Entsprechend fiel der Anteil des Warenexports zwischen der Triade und den verbleibenden Staaten am weltweiten Export von 35,7 Prozent im Jahr 1980 über 22,9 Prozent 1998 auf 16,9 Prozent im Jahr 2004. Im Jahr 2007 lag der entsprechende Anteil mit 21,5 Prozent wiederum deutlich höher.
Allerdings ist weder die Triadisierung – als Sonderfall der Interregionalisierung – noch die Intraregionalisierung mit einer abnehmenden Bedeutung der globalen Ebene gleichzusetzen.
Erstens hat der grenzüberschreitende Handel, der nicht zwischen den Triade-Regionen oder innerhalb der einzelnen Triade-Regionen abgewickelt wird, absolut zugenommen: Da der Weltwarenexport zwischen 1950 und 2007 real um 2.820 Prozent stieg, hat sich der Warenexport zwischen der Triade und den verbleibenden Staaten – trotz des abnehmenden Anteils am Weltwarenexport (von etwa 60 auf 21,5 Prozent) – real immer noch mehr als verzehnfacht.
Noch wichtiger ist zweitens, dass sowohl der Handel zwischen den Triade-Regionen als auch der Handel innerhalb der Regionen als Teil einer globalen Unternehmensstrategie verstanden werden kann und muss. Da bei den Produktions- und Absatzstrategien eines Unternehmens sehr viele Faktoren berücksichtigt werden, kann auch aus einer globalen Unternehmensstrategie folgen, dass sich das unternehmerische Handeln auf den inter- und intraregionalen Handel konzentriert.
So ist beispielsweise die im Jahr 2001 getroffene und später auch umgesetzte Entscheidung von BMW, eine Produktionsstätte in Leipzig zu errichten, kein Ausdruck einer nationalen Unternehmensstrategie. Bei der Standortwahl wurde lediglich eine Vielzahl von ökonomischen Einflussfaktoren und nicht einseitig das Lohnniveau berücksichtigt. Anders formuliert waren in diesem Fall die so genannten Billiglohnländer – nach der Zusammenführung verschiedenster Standortkriterien – die teureren Standorte.
Datenquelle
United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics, verschiedene Jahrgänge; World Trade Organization (WTO): International Trade Statistics 2008
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Hier sind die Regionen Nordamerika, Europa und Asien-Pazifik unterschieden. Der Handel zwischen Regionen wird "Interregionaler Handel", der Handel innerhalb einer Region "Intraregionaler Handel" genannt.
Aus Gründen der Übersichtlichkeit werden die hier angeführten Warenimporte aus der Summe der Warenexporte der jeweils anderen drei Staatengruppen abgeleitet. Damit wird von der gängigen Methode abgewichen, nach der Wareneinfuhren "c.i.f." (costs, insurance, freight) erfasst werden, also unter Berücksichtigung der entstandenen Transport- und Versicherungskosten. Warenausfuhren werden nach Möglichkeit "f.o.b." (free on board) erfasst, das heißt an der Zollgrenze des jeweils exportierenden Landes.
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Warenexporte in Mrd. US-Dollar und Anteile am Weltwarenexport in Prozent, 1980 und 2007
1980, Warenexporte in Mrd. US-Dollar, Anteile in Prozent
Zielregion
Norda- merika
Export- anteile
West- Europa
Export- anteile
Asien- Pazifik
Export- anteile
restliche Staaten
Export- anteile
Exporte aus Nordamerika
–
–
74
3,7
59
3,0
72
3,6
Exporte aus West-Europa
50
2,5
–
–
39
2,0
174
8,7
Exporte aus der Region Asien-Pazifik
70
3,5
53
2,7
–
–
67
3,4
Exporte aus den verbleibenden Staaten
96
4,8
208
10,4
95
4,8
–
–
2007, Warenexporte in Mrd. US-Dollar, Anteile in Prozent
Zielregion
Nord- amerika
Export- anteile
Europa
Export- anteile
Asien- Pazifik
Export- anteile
restliche Staaten
Export- anteile
Exporte aus Nordamerika
–
–
328,7
2,4
352,1
2,6
221,5
1,6
Exporte aus Europa
458,5
3,4
–
–
433,7
3,2
636,4
4,7
Exporte aus der Region Asien-Pazifik
756,4
5,6
714,6
5,2
–
–
438,9
3,2
Exporte aus den verbleibenden Staaten
350,7
2,6
668,9
4,9
618,0
4,5
–
–
Quelle: United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics, verschiedene Jahrgänge; World Trade Organization (WTO): International Trade Statistics 2008