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Handel und Investitionen
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PDF Version (135 KB) Fakten
Kaum etwas veranschaulicht die Globalisierung so deutlich wie die steigende ökonomische Bedeutung des Außenhandels bzw. die Veränderung des Verhältnisses von Warenhandel und Weltwarenproduktion. Von 1960 bis 2008 nahm der Warenexport real – also gemessen in konstanten Preisen – um den Faktor 14,8 und die Weltwarenproduktion um den Faktor 5,2 zu. Der Export von Waren stieg dabei durchschnittlich um 5,8 Prozent, die Weltwarenproduktion um 3,5 Prozent pro Jahr. Als Folge erhöhte sich der Anteil der exportierten Waren am Welt-Bruttoinlandsprodukt (BIP) zwischen 1970 und 2008 von 9,7 auf 26,4 Prozent.
Der nominale Wert der exportierten Waren lag 2008 bei 16,1 Billionen US-Dollar und damit hundertvierundzwanzigmal höher als 1960. Die höchsten realen Zuwächse verzeichnete der Warenexport in den beiden Zeiträumen von 1950 bis 1960 und von 1960 bis 1970. Allerdings war zu dieser Zeit der Anteil der zwischen den Staaten gehandelten Waren an den insgesamt produzierten Waren noch gering. Für die Globalisierung ist die Steigerung des Warenexports um rund 85 Prozent in den Jahren 1990 bis 2000 bedeutender, da die ökonomische Verflechtung 1990 hoch war bzw. der Warenexport bereits einen Wert von knapp 3,5 Billionen US-Dollar hatte.
Als Folge der relativen Zunahme des grenzüberschreitenden Warenhandels gegenüber der Weltwarenproduktion wächst die Bedeutung des Außenhandels für die einzelnen Ökonomien. Dies wird auch bei einer Betrachtung der Außenhandelsquote deutlich: Der prozentuale Anteil der Warenexporte und -importe am weltweiten BIP stieg von 19,7 Prozent im Jahr 1970 auf 53,3 Prozent im Jahr 2008 bzw. 48,3 Prozent im Jahr 2010. Deutschland hat als "Exportnation" eine überdurchschnittlich hohe Außenhandelsquote – 2010 lag sie bei 70,5 Prozent.
Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 hat zum stärksten Rückgang des Warenhandels seit 1950 geführt. Der reale Warenexport verringerte sich zwischen 2008 und 2009 um 11,9 Prozent. Der nominale Wert der exportierten Waren sank von 16,1 Billionen US-Dollar im Jahr 2008 auf 12,5 Billionen US-Dollar 2009. Der prozentuale Anteil der Warenexporte und -importe am weltweiten BIP sank von 2008 auf 2009 von 53,3 auf 43,4 Prozent. Ein Teil dieser krisenbedingten Rückgänge konnte 2009/2010 wieder ausgeglichen werden. So nahm der reale Warenexport zwischen 2009 und 2010 um 14,4 Prozent zu. Der nominale Wert der exportierten Waren lag 2010 bei 15,17 Billionen US-Dollar – das waren zwar immer noch 948 Milliarden US-Dollar weniger als 2008, aber 2,66 Billionen US-Dollar mehr als im Jahr 2009. Entsprechend erhöhte sich der prozentuale Anteil der Warenexporte und -importe am weltweiten BIP zwischen 2009 und 2010 von 43,4 auf 48,3 Prozent.
Datenquelle
World Trade Organization (WTO): International Trade Statistics 2010 und 2011; eigene Berechnungen; United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Handbook of Statistics, verschiedene Jahrgänge
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die Außenhandelsquote ist der prozentuale Anteil der Summe von Im- und Exporten am Bruttoinlandsprodukt eines Staates oder einer Staatengruppe. Dabei werden entweder Waren und Dienstleistungen oder – wie hier – nur Waren berücksichtigt. Die Außenhandelsquote dient als ein Indikator für die Weltmarkteinbindung einer Ökonomie.
Bei Berücksichtigung des Bevölkerungswachstums relativiert sich die absolute Zunahme des grenzüberschreitenden Warenhandels, da sich die Weltbevölkerung seit 1960 deutlich mehr als verdoppelt hat. Allerdings hat sich der Weltwarenexport pro Kopf von 43 US-Dollar im Jahr 1960 auf 2.200 US-Dollar im Jahr 2010 mehr als verfünfzigfacht.

Dieser Text ist unter der Creative-Commons-Lizenz
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Die Kapitel als PDF-Datei
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Testen Sie Ihr Wissen!
Welches Land war 2008 "Exportweltmeister"? Wie hoch ist das Handelsbilanzdefizit der USA? Warum verlagern Unternehmen ihre Produktion ins Ausland? |
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Entwicklung des grenzüberschreitenden Warenhandels
Index (1960 = 1), Entwicklung in Prozent und als Faktor, weltweit 1960 bis 2010
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1960 |
1970 |
1980 |
1990 |
2000 |
2005 |
2008 |
2009 |
2010 |
| Index (1960 = 1) |
Warenproduktion (konstante Preise) |
1 |
1,8 |
2,6 |
3,4 |
4,3 |
4,9 |
5,4 |
5,3 |
5,5 |
Warenexport (konstante Preise) |
1 |
2,2 |
3,7 |
5,4 |
10,0 |
12,8 |
15,1 |
13,3 |
15,3 |
Warenexport (laufende Preise) |
1 |
2,5 |
16,0 |
27,0 |
50,0 |
82,0 |
126,2 |
97,5 |
118,9 |
| |
1960- 1970 |
1970- 1980 |
1980- 1990 |
1990- 2000 |
2000- 2008 |
2008- 2009 |
2009- 2010 |
2000- 2010 |
1960- 2010 |
| Entwicklung in Prozent |
Warenproduktion (konstante Preise) |
82,6 |
42,9 |
30,0 |
28,2 |
25,0 |
-2,7 |
3,7 |
26,1 |
428,6 |
Warenexport (konstante Preise) |
120,0 |
68,2 |
45,9 |
85,2 |
51,3 |
-11,9 |
14,4 |
52,6 |
1.387,5 |
Warenexport (laufende Preise) |
150,0 |
540,0 |
68,8 |
85,2 |
152,5 |
-22,7 |
21,8 |
137,7 |
14.400,0 |
| |
1960- 1970 |
1970- 1980 |
1980- 1990 |
1990- 2000 |
2000- 2008 |
2008- 2009 |
2009- 2010 |
2000- 2010 |
1960- 2010 |
| Entwicklung als Faktor |
Warenproduktion (konstante Preise) |
1,8 |
1,4 |
1,3 |
1,3 |
1,3 |
1,0 |
1,0 |
1,3 |
5,3 |
Warenexport (konstante Preise) |
2,2 |
1,7 |
1,5 |
1,9 |
1,5 |
0,9 |
1,1 |
1,5 |
14,9 |
Warenexport (laufende Preise) |
2,5 |
6,4 |
1,7 |
1,9 |
2,5 |
0,8 |
1,2 |
2,4 |
145,0 |
Quelle: World Trade Organization (WTO): International Trade Statistics 2010/2011; eigene Berechnungen |
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