PDF Version (135 KB) Fakten
Der Transport über den Seeweg ist zentral für die globale Vernetzung, da auf ihn – ausgehend vom Warengewicht der transportierten Güter – mehr als 80 Prozent des grenzüberschreitenden Warenhandels entfallen. 2007 wurden 8,02 Milliarden Tonnen mehr als 4.100 Seemeilen weit transportiert. Dabei hatten Rohöl und ölbasierte Produkte mit 37,8 Prozent den größten Anteil an der Seefracht. 31,6 Prozent der über den Seeweg gehandelten Güter entfielen im Jahr 2007 auf Eisenerz, Kohle und Getreide; 30,6 Prozent auf andere Trockenladungen. Das Seefrachtaufkommen erhöhte sich zwischen 1970 und 2007 von 10.650 auf 32.930 Milliarden Tonnen-Meilen. Eine Tonnen-Meile entspricht dem Transport von einer Tonne Ladung über eine Seemeile bzw. 1,852 km.
Die Bedeutung des Seehandels ist vor allem aufgrund der relativ geringen Frachtkosten gestiegen. So kostet etwa der Transport eines TEU-Containers mit mehr als 20 Tonnen Fracht von Asien nach Europa nicht mehr als ein Flug in der Economy-Class für einen einzigen Flugpassagier auf derselben Strecke. Und der Transport einer Tonne Eisenerz von Australien nach Europa kostet durchschnittlich etwa 12 US-Dollar. Dementsprechend ist auch der Anteil der Seefrachtkosten an den Gesamtkosten der Produkte gering: Bei einem Transport von Asien nach Europa liegt der entsprechende Anteil bei einem Fernseher bei etwa 1,4 Prozent, bei einem Kilo Kaffee sogar nur bei einem Prozent.
Zwei wichtige Gründe für die relativ niedrigen Transportkosten sind die Verbreitung der standardisierenden Containerschifffahrt seit den 1960er-Jahren und die steigende Tragfähigkeit der Schiffe. Während das größte Containerschiff 1968 752 TEU-Container laden konnte, war zwei Jahrzehnte später bereits die viertausender Marke überschritten. Mitte 2009 waren die Schiffe der so genannten 'Emma-Maersk-Klasse' mit einer Ladefähigkeit von 11.000 TEU-Containern die größten der Welt. Mit mehr als 550 Containerschiffen bzw. einer Gesamtkapazität von mehr als 2 Millionen TEU ist die dänische Reederei Maersk zudem die weltweit größte Containerschiff-Reederei.
Anfang 2008 wurde die Seefracht weltweit von 50.525 Schiffen transportiert. Gemessen an der Tragfähigkeit der Schiffe kontrollierten die Unternehmen aus nur fünf Staaten – Griechenland (16,8 Prozent), Japan (15,6 Prozent), Deutschland (9,1 Prozent), China (8,2 Prozent) und Norwegen (4,5 Prozent) – mehr als 54 Prozent des Seefrachtaufkommens. Insgesamt entfielen auf die Unternehmen aus den 20 wichtigsten Seefrachtnationen 86,8 Prozent des gesamten Seehandels. Bei den Unternehmen aus den 35 wichtigsten Seefrachtnationen lag dieser Wert bei 95,4 Prozent – der Seehandel war damit stärker konzentriert als jemals zuvor.
Im Zusammenhang mit dem Seehandel wird häufig kritisiert, dass alle Seefrachtnationen große Teile ihrer Flotte nicht im eigenen Land registrieren. Durch das so genannte 'Ausflaggen' verringern die Reedereien ihre Kosten – beispielsweise durch geringere Löhne oder niedrigere Sicherheitsstandards. Aus diesem Grund wird rund ein Drittel des weltweiten Seefrachtaufkommens unter den Flaggen Panamas und Liberias transportiert.
Datenquelle
Fearnleys Review, verschiedene Jahrgänge; United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD): Review of Maritime Transport 2008
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
ISO-Container sind weltweit genormte Großraumbehälter, durch die das Verladen, Befördern, Lagern und Entladen von Gütern vereinfacht und beschleunigt wird. Die gängigen ISO-Container haben eine Breite von 8 Fuß (2,44 m) und sind entweder 20 Fuß (6,10 m) oder 40 Fuß (12,19 m) lang. Daraus ergeben sich auch die Abkürzungen TEU (Twenty-foot Equivalent Unit) und FEU (Fourty-foot Equivalent Unit). Als Maßeinheit für Ladefähigkeit und Umschlagsmengen hat sich TEU durchgesetzt. Es gibt jedoch auch im ISO-System eine Vielzahl von Sondermaßen.

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