PDF Version (338 KB) Fakten
Obwohl Wasser die am häufigsten vorkommende Substanz auf der Erde ist, sind von den etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometern (km³) Wasser nur etwa 2,5 Prozent Süßwasser. Davon sind wiederum etwa zwei Drittel in Gletschern und als ständige Schneedecke bzw. als Eis gebunden. Weitere 30 Prozent befinden sich als Grundwasser unter der Erde, knapp ein Prozent bilden Bodenfeuchtigkeit, Grundeis, Dauerfrost und Sumpfwasser. Nur etwa 0,3 Prozent der Süßwasservorräte – 0,0075 Prozent allen Wassers – sind relativ leicht, vor allem in Seen und Flüssen, für den Menschen zugänglich. Hinzu kommen weitere 8.000 km³ in angelegten Talsperren; weltweit existieren rund 45.000 Großstaudämme, die zu einem unverzichtbaren aber ökologisch vielfach bedenklichen Bestandteil der Wasserversorgung geworden sind.
Die Übersicht zur globalen Verfügbarkeit von Süßwasser im Vergleich zur Bevölkerung macht die kontinentalen Unterschiede deutlich und zeigt insbesondere die Belastung Asiens. Dort lebten im Jahr 2001 über 60 Prozent der Weltbevölkerung, der Anteil an der Wasserverfügbarkeit lag jedoch bei lediglich 36 Prozent. Auch in Europa und in Afrika liegt der Anteil an der Weltbevölkerung über dem Anteil an den Süßwasserressourcen.
Der Weltwasserverbrauch hat sich zwischen 1930 und 2002 etwa versechsfacht. Hierfür ist einerseits die Verdreifachung der Weltbevölkerung und andererseits die Verdoppelung des durchschnittlichen Wasserverbrauchs pro Kopf verantwortlich. Die Globalisierung erhöht den Wasserverbrauch sowohl durch ökonomisches Wachstum als auch durch die Verbreitung verbrauchsintensiver Lebensstile.
In Verbindung mit räumlichen und zeitlichen Schwankungen der Wasserverfügbarkeit hat der stetig steigende Anteil des entnommenen Wassers zur Folge, dass Wasser in sehr vielen Nutzungsbereichen knapp wird. Darüber hinaus werden die Süßwasservorkommen durch Klimaänderungen und Verschmutzung weiter verringert. Täglich werden etwa zwei Millionen Tonnen Abfälle in so genannten Vorflutern, Gewässer in denen bewilligt Wasser eingeleitet werden kann, abgelagert. Wenngleich die zuverlässigen Daten unvollständig sind, gehen Schätzungen von einer globalen Abwasserproduktion von etwa 1.500 km³ aus. Unter der Annahme, dass 1 Liter Abwasser 8 Liter Süßwasser verunreinigt, könnte sich die aktuelle Abwasserbelastung auf bis zu 12.000 km³ weltweit belaufen.
Mitte dieses Jahrhunderts werden im schlimmsten Fall sieben Milliarden Menschen in 60 Ländern und im besten Fall zwei Milliarden Menschen in 48 Ländern von Wasserknappheit betroffen sein. Trotz der knappen Verfügbarkeit bleiben viele Einsparmöglichkeiten – bessere Bewässerungstechnik, Anbau angepasster Erzeugnisse, achtsames Konsumverhalten und Vermeidung der Trinkwassernutzung im Agrarsektor – ungenutzt.
Datenquellen
United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO): The United Nations World Water Development Report 1, 2003
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
Die UNESCO zählt zu den "verfügbaren Süßwasserressourcen" erneuerbare und nicht erneuerbare Grundwasserressourcen sowie Süßwasservorräte aus Seen und Flüssen. Hinzu kommen die vom Menschen angelegten Stauseen. Allerdings bleibt zu bedenken, dass die Wasserverfügbarkeit nicht mit einer leichten Zugänglichkeit gleichzusetzen ist. Die UNESCO geht davon aus, dass das Grundwasser etwa 25 bis 40 Prozent des weltweiten Trinkwassers bereithält.
Wasserverfügbarkeit
In Prozent, 2001
| |
Anteile am verfügbaren Süßwasser |
Anteile an der Weltbevölkerung |
| |
in Prozent |
| Asien |
36 |
60 |
| Südamerika |
26 |
6 |
| Nord- und Mittelamerika |
15 |
8 |
| Afrika |
11 |
13 |
| Europa |
8 |
13 |
| Australien und Ozeanien |
5 |
<1 |
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