PDF Version (370 KB) Fakten
Nach Angaben von UNAIDS und der WHO stieg die Zahl der Menschen, die mit dem HI-Virus infiziert sind, zwischen 2001 und 2008 von 29,0 auf 33,4 Millionen. Dabei erhöhte sich die Zahl der HIV-Infizierten in fast allen Regionen der Welt – lediglich in Süd- und Südostasien war sie leicht rückläufig. Allerdings lag die absolute Zahl der HIV-Neuinfektionen mit 2,7 Millionen im Jahr 2008 deutlich unter der im Jahr 2001 (3,2 Mio.). Abweichend von diesem Gesamtwert war die absolute Zahl der HIV-Neuinfektionen in Nordafrika und dem Mittleren Osten, Lateinamerika sowie Nordamerika im Jahr 2008 höher als 2001.
Das subsaharische Afrika war im Jahr 2008 mit 22,4 Millionen infizierten Menschen die mit Abstand am stärksten betroffene Region. Nach UNAIDS stieg dort die Zahl der HIV-Positiven im Vergleich zu 2001 um etwa 2,7 Millionen. Im subsaharischen Afrika lebten 2008 etwa 12 Prozent der Weltbevölkerung, jedoch 67,1 Prozent aller HIV-Infizierten. Im Jahr 2008 starben in dieser Region schätzungsweise 1,4 Millionen Menschen an AIDS, weitere 1,9 Millionen infizierten sich neu mit dem Virus. Bereits 2007 lebten im subsaharischen Afrika 11,6 Millionen Minderjährige, die durch AIDS zu Waisen geworden sind.
Nach dem subsaharischen Afrika entfielen die meisten der mit dem HI-Virus infizierten Menschen auf Süd- und Südostasien (3,8 Mio. Infizierte bzw. 11,4 Prozent aller Infizierten), Lateinamerika (2,0 Mio. / 6,0 Prozent), Osteuropa und Zentralasien (1,5 Mio. / 4,5 Prozent) sowie Nordamerika (1,4 Mio. / 4,2 Prozent).
Neben den absoluten Zahlen verdeutlicht die HIV-Prävalenz, wie stark eine Region betroffen ist. Die HIV-Prävalenz bei Erwachsenen besagt, wie viel Prozent der Erwachsenen zwischen 15 und 49 mit dem HI-Virus infiziert sind. Während die weltweite HIV-Prävalenz im Jahr 2008 bei 0,8 Prozent lag, war sie im subsaharischen Afrika (5,2 Prozent) und in der Karibik (1,0 Prozent) überdurchschnittlich hoch. In einzelnen Staaten, wie zum Beispiel Swasiland, Botsuana oder Lesotho, sind sogar rund ein Viertel der 15- bis 49-Jährigen mit dem HI-Virus infiziert. Stark unterdurchschnittlich war die HIV-Prävalenz im Jahr 2008 in den Regionen Ostasien (< 0,1 Prozent) sowie in Nordafrika und dem Mittleren Osten (0,2 Prozent).
Bei einem Vergleich der Anzahl an HIV-Positiven in den Jahren 2001 und 2008 sind vor allem Osteuropa und Zentralasien, Ozeanien, Nordafrika und der Mittlere Osten sowie Ostasien von einer überdurchschnittlichen Steigerung betroffen. In diesen Regionen erhöhte sich die Zahl der HIV-Positiven zwischen 2001 und 2008 um mindestens 50 und bis zu 67 Prozent. Die Zahl der AIDS-Toten erhöhte sich in Osteuropa und Zentralasien zwischen 2001 und 2008 von 26.000 auf 87.000 (plus 235 Prozent). In Ostasien stieg die Zahl der AIDS-Toten im selben Zeitraum von 22.000 auf 59.000 (plus 168 Prozent).
Datenquelle
Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS) and World Health Organization (WHO): AIDS epidemic update, Dezember 2009
Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen
HIV – Human Immunodeficiency Virus (Menschliches Immunschwäche-Virus) ist die Bezeichnung für ein Virus, das nach einer unterschiedlich langen, meist mehrjährigen Inkubationsphase zu AIDS führt, einer unheilbaren Immunschwächekrankheit. Eine vollständige Entfernung des HI-Virus aus dem menschlichen Körper ist nicht möglich. Bei einer Minderheit (< 5 Prozent) – den so genannten Long Term Non-Progressors – bricht die Krankheit aus bisher noch nicht geklärten Gründen erst nach Jahrzehnten oder gar nicht aus.
AIDS – Acquired Immune Deficiency Syndrome (erworbenes Immun-Defekt-Syndrom) ist eine Immunschwächekrankheit und die Folge einer Infektion mit dem HI-Virus.
HIV-positiv bedeutet, dass das HI-Virus im Blut und anderen Körperflüssigkeiten enthalten ist. Erst wenn das Immunsystem so stark geschädigt ist, dass es sich gegen Krankheiten verschiedenster Art nicht mehr zur Wehr setzen kann, wird von aidskrank gesprochen.
Die Prävalenz ist eine epidemiologische Kennzahl und sagt aus, wie viele Individuen einer bestimmten Population an einer bestimmten Krankheit erkrankt sind. Die Prävalenzrate wird dagegen durch die Zahl der Erkrankten im Verhältnis zur Zahl der Untersuchten bestimmt.
Die hier gemachten Angaben erfolgen auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen, die UNAIDS und der WHO zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zur Verfügung standen. Die Angaben können von früheren Veröffentlichungen abweichen.
UNAIDS – Joint United Nations Programme on HIV/AIDS
WHO – World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation)

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Regionale Verbreitung der AIDS-Epidemie
HIV-Prävalenz in Prozent, HIV-Positive, HIV-Neuinfektionen, AIDS-Tote und Waisen aufgrund von AIDS in absoluten Zahlen, 2008
| |
HIV-Prävalenz bei Erwachsenen (15 bis 49 Jahre) |
Schätzungs-bandbreite* |
| in Prozent |
| Welt |
0,8 |
< 0,8-0,8 |
| subsaharisches Afrika |
5,2 |
4,9-5,4 |
| Botsuana |
25,0 |
– |
| Lesotho |
23,4 |
– |
| Simbabwe |
18,1 |
– |
| Südafrika |
16,9 |
– |
| Swasiland |
25,9 |
– |
| Süd- und Südostasien |
0,3 |
0,2-0,3 |
| Lateinamerika |
0,6 |
0,5-0,6 |
| Osteuropa und Zentralasien |
0,7 |
0,6-0,8 |
| Nordamerika |
0,4 |
0,3-0,5 |
| Ostasien |
< 0,1 |
< 0,1 |
| West- und Zentraleuropa |
0,3 |
0,2-0,3 |
| Nordafrika und Mittlerer Osten |
0,2 |
< 0,2-0,3 |
| Karibik |
1,0 |
0,9-1,1 |
| Ozeanien |
0,3 |
< 0,3-0,4 |
|
| |
HIV-Positive |
Schätzungs-bandbreite* |
| in Tsd. |
| Welt |
33.400 |
31.100-35.800 |
| subsaharisches Afrika |
22.400 |
20.800-24.100 |
| Süd- und Südostasien |
3.800 |
3.400-4.300 |
| Lateinamerika |
2.000 |
1.800-2.200 |
| Osteuropa und Zentralasien |
1.500 |
1.400-1.700 |
| Nordamerika |
1.400 |
1.200-1.600 |
| Ostasien |
850 |
700-1.000 |
| West- und Zentraleuropa |
850 |
710-970 |
| Nordafrika und Mittlerer Osten |
310 |
250-380 |
| Karibik |
240 |
220-260 |
| Ozeanien |
59 |
51-68 |
|
| |
HIV- Neuinfektionen |
Schätzungs-bandbreite* |
| in Tsd. |
| Welt |
2.700 |
2.400-3.000 |
| subsaharisches Afrika |
1.900 |
1.600-2.200 |
| Süd- und Südostasien |
280 |
240-320 |
| Lateinamerika |
170 |
150-200 |
| Osteuropa und Zentralasien |
110 |
100-130 |
| Nordamerika |
55 |
36-61 |
| Ostasien |
75 |
58-88 |
| West- und Zentraleuropa |
30 |
23-35 |
| Nordafrika und Mittlerer Osten |
35 |
24-46 |
| Karibik |
20 |
16-24 |
| Ozeanien |
3,9 |
2,9-5,1 |
|
| |
AIDS-Tote |
Schätzungs-bandbreite* |
| in Tsd. |
| Welt |
2.000 |
1.700-2.400 |
| subsaharisches Afrika |
1.400 |
1.100-1.700 |
| Süd- und Südostasien |
270 |
220-310 |
| Lateinamerika |
77 |
66-89 |
| Osteuropa und Zentralasien |
87 |
72-110 |
| Nordamerika |
25 |
20-31 |
| Ostasien |
59 |
46-71 |
| West- und Zentraleuropa |
13 |
10-15 |
| Nordafrika und Mittlerer Osten |
20 |
15-25 |
| Karibik |
12 |
9,3-14 |
| Ozeanien |
2,0 |
1,1-3,1 |
|
| |
Waisen aufgrund von AIDS (<17 Jahre)** |
Schätzungs-bandbreite* |
| in Tsd. |
| Welt |
15.000 |
13.000-19.000 |
| subsaharisches Afrika |
11.600 |
10.600-15.300 |
* auf der Grundlage der besten verfügbaren Informationen ** Angaben beziehen sich auf das Jahr 2007 Quelle: Joint United Nations Programme on HIV/AIDS (UNAIDS), World Health Organization (WHO): AIDS epidemic update, Dezember 2009
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