Zahlen und Fakten: Europa

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24.7.2017

EU – USA – China: Altersstruktur

Anteile der Altersgruppen in Prozent, Bevölkerungsstand in absoluten Zahlen,
1975, 2015 und 2060

EU – USA – China: Altersstruktur

Quelle: UN/DESA: World Population Prospects: The 2015 Revision; Eurostat: Online-Datenbank: Bevölkerung (10/2016)
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

Sowohl in der EU-28 als auch in den USA und in China machen die unter 15-Jährigen einen immer kleiner werdenden Teil der Gesamtbevölkerung aus und der Anteil der 65-Jährigen und Älteren wird immer größer. Das Ausmaß der Veränderungen der Altersstruktur ist jedoch unterschiedlich: In der EU-28 sinkt der Anteil der unter 15-Jährigen bis 2060 auf 15,0 Prozent und der der 65-Jährigen und Älteren steigt auf 28,4 Prozent. 1985 lagen die Anteile noch bei 20,7 bzw. 12,8 Prozent. In den USA gehörten 1950 noch 27,0 Prozent der Bevölkerung zur Gruppe der unter 15-Jährigen, 2060 werden es nur noch 17,4 Prozent sein. Gleichzeitig erhöht sich der Anteil der 65-Jährigen und Älteren von 8,3 Prozent 1950 auf 23,5 Prozent 2060. In China verläuft diese Entwicklung noch viel ausgeprägter: 1950 gehörten 34,3 Prozent der Bevölkerung zu den unter 15-Jährigen, bis 2060 wird der Anteil auf 13,2 Prozent sinken. Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren versiebenfacht sich hingegen zwischen 1950 und 2060 von 4,5 auf 32,9 Prozent.

Fakten

Bei einer Unterscheidung von verschiedenen Altersgruppen fällt der Gruppe der 15- bis unter 65-Jährigen eine besondere Rolle zu, da diese Gruppe zentral für die sozialen Sicherungssysteme und die ökonomische Leistungsfähigkeit eines Staates ist. Je größer der Anteil der mittleren Generation an der Gesamtbevölkerung ist, desto leichter kann sie ihre Versorgungsaufgaben gegenüber den jüngeren und älteren Teilen der Gesellschaft wahrnehmen – auch wenn die Altersstruktur nicht der einzige Faktor ist, der in diesem Zusammenhang relevant ist.

Nach Angaben von Eurostat ist der Anteil der 15- bis unter 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung der 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU-28) zwischen 1985 und 2015 stabil geblieben (66,5 bzw. 65,5 Prozent). Allerdings wird sich der Anteil bis zum Jahr 2060 um 8,9 Prozentpunkte auf 56,6 Prozent reduzieren. Zudem haben bezogen auf die jüngere und die ältere Altersgruppe schon früher Veränderungen eingesetzt: Der Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung der EU-28 sank zwischen 1985 und 2015 von 20,7 auf 15,6 Prozent und wird bis 2060 weiter auf 15,0 Prozent abnehmen. Auf der anderen Seite wird im Jahr 2060 deutlich mehr als jede vierte Person 65 Jahre oder älter sein (28,4 Prozent). 2015 galt dies nur für jede fünfte, 1985 sogar nur für jede achte Person (18,9 bzw. 12,8 Prozent). Gleichzeitig erhöhte sich der Anteil der 80-Jährigen und Älteren von 2,6 Prozent 1985 auf 5,3 Prozent 2015 und wird weiter auf 11,8 Prozent im Jahr 2060 steigen – das heißt, dass 2060 fast jede achte Person 80 Jahre oder älter sein wird.

In abgemilderter Form gibt es diese Entwicklung auch in den USA. Hier reduzierte sich der Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 21,6 Prozent 1985 auf 19,0 Prozent 2015 und bis 2060 wird er auf 17,4 Prozent abnehmen. 1950 gehörte mit 27,0 Prozent noch mehr als jede vierte Person in den USA zu der Gruppe der unter 15-Jährigen. Wie in der EU hat sich der Anteil der 65-Jährigen und Älteren stetig erhöht: Zunächst von 8,3 Prozent 1950 auf 12,0 Prozent 1985 und dann weiter auf 14,8 Prozent im Jahr 2015. Für die Zukunft nimmt das Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) eine Steigerung des Anteils auf 23,5 Prozent bis zum Jahr 2060 an. Damit wird 2060 fast jede vierte Person in den USA 65 Jahre oder älter sein – jede zwölfte wird dabei sogar 80 Jahre oder älter sein.

Auch wenn die Entwicklung der Altersstruktur in China grundsätzlich ähnlich verläuft wie die Entwicklung in der EU bzw. den USA, sind die Veränderungen noch sehr viel ausgeprägter: 1950 gehörten 34,3 Prozent der Bevölkerung zur Gruppe der unter 15-Jährigen (1975 sogar 40,1 Prozent), nur jeder Zweiundzwanzigste war 65 Jahre oder älter (4,5 Prozent) und die 80-Jährigen oder Älteren spielten mit 0,3 Prozent eine zu vernachlässigende Rolle. Bis 2015 halbierte sich der Anteil, den die unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung haben, auf 17,2 Prozent und er wird laut UN/DESA bis 2060 weiter auf 13,2 Prozent sinken. Der Anteil der 65-Jährigen und Älteren an der Gesamtbevölkerung verdoppelte sich hingegen zwischen 1950 und 2015 von 4,5 auf 9,6 Prozent und für das Jahr 2060 wurde eine Verdreifachung auf 32,9 Prozent berechnet – dabei wird jede neunte Person 80-Jahre oder älter sein (11,1 Prozent).

Die Veränderungen der jeweiligen Geburtenziffer haben wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Altersstruktur. Dabei ist die Reproduktion einer Bevölkerung gewährleistet, wenn die Geburtenziffer dauerhaft bei dem Wert "2,1" liegt, wenn also die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommt, 2,1 beträgt. Nach Angaben von Eurostat lag die Geburtenziffer der EU-28 im Jahr 2014 bei 1,58. 1960 lag sie noch bei 2,67 (ungewichteter Mittelwert der EU-Mitgliedstaaten). In den USA hatte die Geburtenziffer mit 3,67 in den Jahren 1955 bis 1960 ein höheres Niveau, ist dann aber auch stärker zurückgegangen – auf 1,89 im Zeitraum 2010 bis 2015. Die mit Abstand stärkste Veränderung der Geburtenziffer findet sich in China: Sie sank von 6,11 in den Jahren 1950 bis 1955 bzw. 5,48 in den Jahren 1955 bis 1960 auf 1,55 im Zeitraum 2010 bis 2015. Allerdings hat das UN/DESA eine Steigerung der Geburtenziffer in China auf 1,76 in den Jahren 2055 bis 2060 berechnet. Auch für die EU-28 ist laut Eurostat von einer kontinuierlichen Steigerung der Geburtenziffer auszugehen (2060: 1,76), in den USA bleibt sie laut UN/DESA hingegen stabil (1,92).

Datenquelle

United Nations – Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2015): World Population Prospects: The 2015 Revision; Eurostat: Online-Datenbank: Bevölkerung (10/2016); European Commission: The 2015 Ageing Report

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Informationen zum Thema Bevölkerungsentwicklung (EU/USA/China) erhalten Sie hier...

Informationen zum Thema Altersstruktur/demografischer Wandel (weltweit) erhalten Sie hier...

China ohne Hongkong und Macao.

Die Bevölkerungsvorausberechnungen des UN/DESA hängen sehr stark von der Geburtenhäufigkeit ab. Das UN/DESA legt in diesem Zusammenhang zwar theoretisch die zusammengefasste Geburtenziffer (Total Fertility Rate – TFR) zugrunde, die Unterschiede bezüglich der Daten zu den einzelnen Ländern sind jedoch erheblich. Die hier gemachten Angaben beziehen sich ausschließlich auf die mittlere Variante der Bevölkerungsvorausberechnungen des UN/DESA.

Die zusammengefasste Geburtenziffer gibt an, wie viele Kinder eine Frau im Laufe ihres Lebens bekommen würde, wenn ihr Geburtenverhalten so wäre wie das aller Frauen zwischen 15 und 45 bzw. 49 Jahren im jeweils betrachteten Jahr. Wie viele Kinder ein Frauenjahrgang, auch bezeichnet als Angehörige einer Kohorte, tatsächlich im Durchschnitt geboren hat, kann erst festgestellt werden, wenn die Frauen am Ende des gebärfähigen Alters sind (das z.B. in Deutschland zurzeit mit 49 Jahren definiert wird). Angaben zur Berechnung der zusammengefassten Geburtenziffer erhalten Sie hier...

EU – USA – China: Altersstruktur

Anteile der Altersgruppen in Prozent, Bevölkerungsstand in absoluten Zahlen, 1950 bis 2060

Jahr Anteile der Altersgruppen an der jeweiligen Bevölkerung, in Prozent Bevölkerungs- stand, in Tsd.
unter
15 Jahre
15 bis unter
65 Jahre
65 Jahre und älter darunter:
80 Jahre und älter
Welt 2060 20,4 61,5 18,1 5,3 10.184.290
2050 21,3 62,7 16,0 4,5 9.725.148
20251 24,6 64,9 10,4 2,0 8.141.661
2015 26,1 65,7 8,3 1,7 7.349.472
2000 30,2 63,0 6,8 1,2 6.126.622
1985 33,9 60,3 5,9 0,9 4.852.541
1975 36,9 57,5 5,5 0,7 4.061.399
1950 34,3 60,6 5,1 0,6 2.525.149
EU-28 2060 15,0 56,6 28,4 11,8 522.946
2050 15,0 56,9 28,1 10,9 525.528
20251 15,2 62,7 22,0 6,3 515.755
2015 15,6 65,5 18,9 5,3 508.293
2000 17,2 67,2 15,6 3,3 487.251
1985 20,7 66,5 12,8 2,6 468.389
1975 452.066
1950
USA 2060 17,4 59,1 23,5 8,3 403.504
2050 17,5 60,3 22,2 8,3 388.865
20251 18,3 62,9 18,9 4,4 345.085
2015 19,0 66,3 14,8 3,8 321.774
2000 21,3 66,4 12,3 3,2 282.896
1985 21,6 66,4 12,0 2,5 240.692
1975 25,1 64,5 10,5 2,1 218.964
1950 27,0 64,7 8,3 1,1 157.813
China2 2060 13,2 53,9 32,9 11,1 1.276.757
2050 13,5 58,9 27,6 8,9 1.348.056
20251 16,3 69,6 14,2 2,2 1.414.872
2015 17,2 73,2 9,6 1,6 1.376.049
2000 25,1 68,3 6,7 0,9 1.269.975
1985 30,9 64,0 5,1 0,5 1.052.622
1975 40,1 55,9 4,0 0,3 905.580
1950 34,3 61,2 4,5 0,3 544.113

1 Welt/USA/China: Ab 2025 bezogen auf die mittlere Bevölkerungsvorausberechnung des UN/DESA / EU-28: Ab 2025 Bevölkerungsvorausberechnung von Eurostat
2 ohne Hongkong und Macao


Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2015): World Population Prospects: The 2015 Revision; Eurostat: Online-Datenbank: Bevölkerung (10/2016)


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