Zahlen und Fakten: Europa
18.10.2018

Altersstruktur und Bevölkerungsentwicklung

Anteile der Altersgruppen in Prozent, Bevölkerungsstand in absoluten Zahlen, Europa, 1950 bis 2050

Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2017). World Population Prospects: The 2017 Revision
Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/

In keiner Weltregion ist die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten so langsam gewachsen wie in Europa und nur für Europa nimmt das UN/DESA einen Bevölkerungsrückgang bis 2050 an. Begleitet werden diese Entwicklungen von einer starken Veränderung der Altersstruktur: Zwischen 1960 und 2015 sank in Europa der Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 27,0 auf 15,8 Prozent. Auf der anderen Seite erhöhte sich der Anteil der Personen, die 65 Jahre oder älter sind, von 8,8 auf 17,6 Prozent. 2050 wird sogar mehr als jeder Vierte 65 Jahre oder älter sein (27,8 Prozent). In der Europäischen Union gehören Griechenland, Irland, Polen, die Slowakei und Zypern jeweils zu den sieben Staaten, in denen bis 2050 der relative Rückgang bei den jüngeren Jahrgängen bzw. die relative Zunahme bei den älteren Jahrgängen am höchsten ausfallen wird.

Fakten

Nach den Bevölkerungsvorausberechnungen des UN Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) wird sich die Weltbevölkerung in den Jahren 2015 bis 2050 um 32,4 Prozent erhöhen. Europa ist dabei die einzige Region der Welt, für die in diesem Zeitraum ein Bevölkerungsrückgang angenommen wird (minus 3,4 Prozent). Schon von 1960 bis 2015 hatte Europa mit 22,3 Prozent die niedrigste Wachstumsrate von allen Weltregionen (zum Europa-Begriff des UN/DESA siehe unten "Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen"). Neben der Veränderung des Bevölkerungsstandes gibt es noch eine weitere Entwicklung, die nicht ohne Folgen für das gesellschaftliche Zusammenleben bleiben wird: Die Veränderung der Altersstruktur.

Von den 606 Millionen Einwohnern Europas im Jahr 1960 waren 27,0 Prozent unter 15 Jahre alt. Während der Bevölkerungsstand bis 2015 auf 741 Millionen stieg, sank der Anteil der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung auf 15,8 Prozent. Allerdings bleibt der Anteil laut UN/DESA bis zum Jahr 2050 relativ stabil. Er schwankt lediglich zwischen 14,5 und 16,0 Prozent. Auf der anderen Seite erhöhte sich der Anteil der Personen, die 65 Jahre oder älter sind, zwischen 1960 und 2015 von 8,8 auf 17,6 Prozent. 2050 wird sogar mehr als jeder Vierte 65 Jahre oder älter sein (27,8 Prozent). Entsprechend lag der Anteil der 15- bis unter 65-Jährigen an der Gesamtbevölkerung Europas im Jahr 1960 bei knapp zwei Dritteln und 2015 bei zwei Dritteln. Bis 2050 wird sich der Anteil deutlich auf 57,2 Prozent reduzieren. Auch das Durchschnittsalter der Bevölkerung Europas verändert sich: Während es von 1960 bis 2015 bereits von 30,3 auf 41,6 Jahre zunahm, wird es bis 2050 weiter auf 46,6 Jahre steigen.

Wie stark die Veränderung der Altersstruktur zugunsten der älteren Altersgruppen ist, verdeutlicht auch ein Blick auf die Personen, die 80 Jahre oder älter sind. Während diese Altersgruppe 1960 mit 1,3 Prozent kaum ins Gewicht fiel, stellte sie 2015 bereits 4,7 Prozent der Gesamtbevölkerung Europas. Im Jahr 2050 wird nach den Berechnungen des UN/DESA jeder Zehnte 80 Jahre oder älter sein (10,1 Prozent). Waren 1960 knapp 8 Millionen Einwohner Europas 80 Jahre oder älter, galt dies 2015 für 34,8 Millionen. Bis 2050 wird sich die Zahl nach Angaben des UN/DESA nochmals verdoppeln – auf 72,5 Millionen. Selbst die Zahl der 100-Jährigen und Älteren wird sich zwischen 1990 und 2050 von 29.000 auf 592.000 erhöhen (2015: 111 Tsd.).

In den älteren Altersgruppen sind überdurchschnittlich viele Frauen vertreten. Ihr Anteil an den 65- bis unter 80-Jährigen lag im Jahr 2015 bei 56,7 Prozent und bei den 80- bis unter 90-Jährigen bei 64,7 Prozent (2050: 54,1 bzw. 58,6 Prozent). In der Altersgruppe der 100-jährigen und älteren Personen lag der Frauenanteil im Jahr 2015 sogar bei 83,3 Prozent (2050: 72,7 Prozent).

Bezogen auf die 28 Staaten der Europäischen Union (EU) wird sich nach Angaben von Eurostat der Anteil der unter 15-Jährigen zwischen 2017 und 2050 von 15,6 auf 14,8 Prozent reduzieren. Gleichzeitig wird sich der Anteil der Personen, die 65 Jahre oder älter sind, von 19,4 auf 28,5 Prozent erhöhen. Der Anteil der Personen im erwerbsfähigen Alter – also der Anteil der 15- bis unter 65-Jährigen – wird sich in diesem Zeitraum von nur 33 Jahren um mehr als acht Prozentpunkte von 65,0 auf 56,7 Prozent reduzieren. Dabei gehören Griechenland, Irland, Polen, die Slowakei und Zypern jeweils zu den sieben Staaten, in denen der relative Rückgang bei den jüngeren Jahrgängen bzw. die relative Zunahme bei den älteren Jahrgängen am höchsten ausfallen wird.

Für Deutschland nimmt Eurostat im Zeitraum 2017 bis 2050 einen moderaten Rückgang des Anteils der unter 15-Jährigen an der Gesamtbevölkerung von 13,4 auf 13,1 Prozent an (Westdt. 1960: 21,1 Prozent). Hingegen wird sich der Anteil der 65-Jährigen und Älteren in dieser Zeit von 21,2 auf 29,4 Prozent erhöhen (1960: 10,8 Prozent). Entsprechend wird der Anteil der 15 bis unter 65-Jährigen zwischen 2017 und 2050 von 65,4 auf 57,5 Prozent zurückgehen (1960: 68,1 Prozent). Im Jahr 2050 werden damit rund 6,8 Millionen Personen weniger im erwerbsfähigen Alter sein als noch 2017. Gleichzeit wird die Gruppe der 65-Jährigen und Älteren bis 2050 um rund 6,8 Millionen Personen zunehmen.

Datenquelle

United Nations – Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2017). World Population Prospects: The 2017 Revision; Eurostat: Online-Datenbank: Population on 1st January by age, sex and type of projection, Population on 1 January by age group and sex

Begriffe, methodische Anmerkungen oder Lesehilfen

Im Gegensatz zur Europäischen Kommission zählt das UN Department of Economic and Social Affairs (UN/DESA) Armenien, Aserbaidschan, Georgien, die Türkei und Zypern nicht zu Europa. Eine Übersicht zu diesem Thema finden Sie hier...

Zum Teil weichen die Daten des UN/DESA von denen anderer Institutionen ab. Eine kurze Erläuterung hierzu finden Sie hier: https://esa.un.org/unpd/wpp/General/FAQs.aspx

Altersstruktur

Anteile der Altersgruppen in Prozent, Bevölkerungsstand in absoluten Zahlen, Europa, 1950 bis 2050

Anteile der Altersgruppen, in Prozent 1 Bevölkerungs-
stand, in Tsd. 1
unter 15 Jahre 15 bis unter
65 Jahre
65 Jahre
und älter
2050 15,0 57,2 27,8 715.721
2045 14,7 58,4 26,9 722.641
2040 14,5 59,6 25,9 728.823
2035 14,7 60,7 24,6 734.559
2030 15,2 61,8 23,1 739.456
2025 15,7 63,2 21,1 742.544
2020 2 16,0 64,8 19,3 743.390
2015 15,8 66,6 17,6 740.814
2010 15,5 68,2 16,3 737.164
2005 15,9 68,2 15,9 730.290
2000 17,6 67,7 14,7 727.201
1995 19,3 66,8 13,9 728.085
1990 20,5 66,8 12,7 721.699
1985 21,3 66,9 11,9 708.227
1980 22,2 65,5 12,4 694.207
1975 23,7 64,8 11,5 677.605
1970 25,3 64,3 10,5 657.350
1965 26,5 64,0 9,5 635.332
1960 27,0 64,3 8,8 605.925
1955 25,7 66,0 8,4 577.110
1950 26,3 65,7 8,0 549.375

1 im Gegensatz zur Europäischen Kommission zählt das UN/DESA Armenien, Aserbaidschan, Georgien, die Türkei und Zypern nicht zu Europa. Eine Übersicht zu diesem Thema finden Sie unter: http://www.bpb.de/70675

2 ab 2020: Berechnungen auf Basis der im Jahr 2017 zur Verfügung stehenden Daten.


Quelle: United Nations – Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2017). World Population Prospects: The 2017 Revision


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