Eine Frau steht zwischen den Stelen des Holocaust-Mahnmals.

Nationalsozialismus

Das absehbare Ende der unmittelbaren Zeitzeugenschaft wird die Erinnerungskultur und die Vermittlungspraxis zum Nationalsozialismus verändern. Immer stärker überlagern sich Zeitzeugenberichte und Forschungsergebnisse mit Geschichten und Bildern fiktionaler Darstellungen des Nationalsozialismus. Zugleich scheinen empirische Studien zu belegen, wie lückenhaft oft das Faktenwissen ist – nicht nur unter Jugendlichen. Hier gilt es, neue Wege des historischen Lernens zu finden. Doch kann es einen Anspruch auf die eine wahre Geschichtsdeutung und -darstellung geben? Sind nicht Berichte von Zeitzeugen immer im Lichte des Jetzt verfasst, gehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht immer schon von aktuellen Prämissen und Deutungen aus? Letzteres spielte auch in der geschichtspolitischen Debatte der vergangenen Jahre über die Diplomaten des Auswärtigen Amts im "Dritten Reich" und in der Bundesrepublik eine Rolle.

     

Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 32–34/2012)

Editorial

Weiter...

Marcel Reich-Ranicki

Ein Tag in meinem Leben

Die in den Vormittagsstunden des 22. Juli 1942 begonnene Deportation der Juden aus Warschau nach Treblinka dauerte bis Mitte September. Sie hatte nur ein Ziel, sie hatte nur einen Zweck: den Tod. Weiter...

Uriel Kashi

Yad Vashem – Gedenken im Wandel

Gedenkstätten erzählen von der Vergangenheit. Sie sind jedoch gleichzeitig auch ein Spiegel der Zeit und des Ortes, in denen sie entstanden sind. Die wandelnde Erinnerungskultur in Israel bildet sich auch in der Entwicklung Yad Vashems ab. Weiter...

Hanna Huhtasaari

Zur Zukunft des historischen Lernens

Die Vermittlung der NS-Geschichte benötigt wegen des absehbaren Endes der un­mittelbaren Zeitzeugenschaft und weiterer Herausforderungen eine neue Praxis. Historisches Lernen sollte den Umgang mit Geschichte zum Gegenstand machen. Weiter...

M. Deutz-Schroeder / R. Quasten / K. Schroeder / D. Schulze Heuling

Ungleiche Schwestern? Demokratie und Diktatur im Urteil von Jugendlichen

Aufgrund mangelnden zeithistorischen Wissens können viele Jugendliche nicht zwi­schen Demokratien und Diktaturen unterscheiden, so das Ergebnis der Studie „Spä­ter Sieg der Diktaturen?“. Erforderlich ist eine wertorientierte politische Bildung. Weiter...

Sandra Nuy

Erinnerung und Fiktion

Gedächtnis als Form der Strukturierung kollektiv geteilten Wissens schließt die Möglichkeitsform fiktionaler Erzählungen ein. Vor allem der Film prägt die globa­len Vorstellungen von NS und Holocaust durch Strategien der Emotionalisierung. Weiter...

Bernhard Sauer

"Das Leben bedeutet Kampf". Abituraufsätze im "Dritten Reich"

Die dokumentierten Abituraufsätze geben Einblicke in den Schulalltag und Aus­kunft über allgemeine Ziele des Nationalsozialismus. So wurde die Jugend entgegen der Friedenspropaganda von Beginn an auf den kommenden Krieg vorbereitet. Weiter...

Christian Mentel

Die Debatte um "Das Amt und die Vergangenheit"

Wie wenige andere historische Bücher in den vergangenen Jahren sorgte jenes zur Vergangenheit des Auswärtigen Amtes für Aufsehen. Die Debatte war vor allem dadurch geprägt, dass wissenschaftliche und politische Argumente sich mischten. Weiter...