Spendenbüchse mit der Aufschrift "Für die Armen" in der Schlosskirche auf Schloss Friedenstein in Gotha.

Unten

"Unterschicht" ist kein wertneutraler Terminus, keine Kategorie, die bloß der nüchternen Beschreibung von Bevölkerungsgruppen dient, die eingeschränkt an der Gesellschaft teilhaben. "Unterschicht" ist vielmehr normativ aufgeladen, oft abwertend in Gebrauch und trägt zu ihrer Formierung bei.

Das Sprechen über Armut und Arbeitslosigkeit – den beiden Faktoren, die soziale Ausgrenzung am stärksten determinieren – folgt oft tradierten Mustern sozialer Debatten. Da wird mangelnder Aufstiegswillen diagnostiziert, von "anstrengungslosem Wohlstand" gesprochen und die Verantwortung für die Lebenslage vor allem individuellen Schwächen zugeschrieben. Seltener ist von struktureller Ungleichheit die Rede, von der Verfestigung der Armut, von abnehmender Aufstiegsmobilität.

     

Anne Seibring

Editorial

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Klaus Dörre

Unterklassen. Plädoyer für die analytische Verwendung eines zwiespältigen Begriffs

Die Kategorie der Unterschicht ist kontaminiert. Wer diesen Begriff benutzt, läuft Gefahr, Stereotype zu transportieren, die auf eine kollektive Abwertung der so Bezeichneten hinauslaufen. Wie aber können sie angemessen bezeichnet werden? Weiter...

Christoph Lorke

"Unten" im geteilten Deutschland: Diskursive Konstruktionen und symbolische Anordnungen in Bundesrepublik und DDR

Heutige Selbstverständigungsdebatten um die „Unterschicht“ haben eine Vorgeschichte. Ein Blick auf das geteilte Deutschland erlaubt Rückschlüsse über Kontinuitäten beim gesellschaftlichen Sprechen über den unteren sozialen Rand. Weiter...

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Wahrnehmung sozialer Ausgrenzung

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Ende der Aufstiegsgesellschaft?

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Bilanz und Perspektiven des aktivierenden Wohlfahrtsstaates

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Julian Bank, Till van Treeck

"Unten" betrifft alle: Ungleichheit als Gefahr für Demokratie, Teilhabe und Stabilität

Die ökonomische Ungleichheit und das Armutsrisiko sind in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen. Ohne geeignete politische Gegenmaßnahmen droht dies zunehmend zu einer Gefahr für Demokratie, Teilhabe und Stabilität zu werden. Weiter...

Nicole Rippin

Verteilungsgerechtigkeit in der Armutsmessung

Multidimensionale Ansätze zur Armutsmessung gewinnen gegenüber einkommensbasierten an Bedeutung. Mit einer neuen Methode lassen sich Ungleichheit und Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Dimensionen von Armut erfassen. Weiter...

 
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