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Hannah Arendt

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    Die deutsche Jüdin Hannah Arendt floh 1933 aus NS-Deutschland nach Frankreich und später in die USA. Angesichts des Eichmann-Prozesses in Jerusalem formulierte sie Anfang der sechziger Jahre ihr berühmtes Diktum von der "Banalität des Bösen".

    In diesem Jahr wäre Arendt 100 Jahre alt geworden. Das Werk der politischen Philosophin erlebte mit den Freiheitsrevolutionen in Mittel- und Osteuropa eine Renaissance. Nach dem Untergang des sowjetischen Imperiums stehen die europäischen Zivilgesellschaften vor der Aufgabe, nach Jahrzehnten der gewaltsamen Teilung eine gemeinsame Identität, eine neue politische Kultur der Freiheit und der Demokratie zu entwickeln. Arendts Erfahrungen mit dem Stalinismus und dem Nationalsozialismus können dazu beitragen.

       
  • Hans-Georg Golz

    Editorial

    Hannah Arendts Erfahrungen mit dem Stalinismus und dem Nationalsozialismus können zur Weiterentwicklung der demokratischen politischen Kultur im ungeteilten Europa beitragen. Weiter...

    Gesine Schwan

    Die Macht der Gemeinsamkeit - Essay

    Hannah Arendt war eine Vordenkerin für Global Governance. Unter Berufung auf Arendt können Wege für eine demokratische Politik im Zeitalter des Machtverlustes des Nationalstaats aufgezeigt werden. Weiter...

    Wolfgang Heuer

    Politik und Verantwortung

    Politische Verantwortung ist für Arendt keine moralische Kategorie und auch keine republikanische des vorrangigen Interesses am Gemeinwohl, sondern eine existenzielle. Politisches Handeln stellt keine moralische Verpflichtung dar. Weiter...

    Antonia Grunenberg

    Hannah Arendts Jüdische Schriften

    In Arendts frühem zionistischem Engagement sind Grundgedanken zu finden, die ihr späteres politisches Denken beeinflussen. Dazu gehört, dass politisches Handeln eine Sinnstiftungsquelle für das menschliche Leben ist. Weiter...

    Clemens Vollnhals

    Der Totalitarismusbegriff im Wandel

    Der Begriff "totalitär" sollte die neuartige Herrschaftsform von Faschismus und Bolschewismus kennzeichnen. Während die klassischen Totalitarismuskonzepte auf Terror und Vernichtung beruhen, heben neuere Ansätze die totale Kontrolle hervor. Weiter...

    Lothar Probst

    Hannah Arendt und Uwe Johnson

    Respekt und gedankliche Übereinstimmungen waren die Basis von Arendts und Johnsons Freundschaft. Während Johnson die Schuld "der" Deutschen am Holocaust literarisch verarbeitet, differenziert Arendt zwischen Schuld und Verantwortung. Weiter...

    Oliver Marchart

    Die Welt und die Revolution

    Die globalisierungskritische Bewegung muss, will sie emanzipatorisch wirken, eine alternative Welt fordern, wie sie etwa von den Sozialforen bereits auf arendtianische Weise vor-gehandelt wurde. Weiter...