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Integration

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    In den 1990 Jahren drehte sich die öffentliche Migrationsdebatte um die Abwehr unerwünschter Zuwanderer und das Asylrecht. Heute dominiert dagegen die Diskussion um die Integration von Migrantinnen und Migranten, die im Zuwanderungsgesetz geregelt ist. Am 12. Juli 2007 findet im Bundekanzleramt der zweite Integrationsgipfel statt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird dann - wie auf dem ersten Gipfel am 14. Juli 2006 vereinbart - den Nationalen Integrationsplan (NIP) vorstellen.

    Eine wesentliche Ursache für den politischen Kurswechsel liegt in der differenzierteren Beurteilung der Integrationsprobleme von Zuwanderern als "interkulturelle Probleme": Ethnische Konflikte, die Verwahrlosung von Stadtteilen, Kriminalität und andere Erscheinungsformen der Desintegration berühren auch die einheimische Bevölkerung. Mit dieser Umbewertung wurde Integrationspolitik mehrheitsfähig und gesellschaftstauglich. Wirklich erfolgreich kann sie jedoch nur sein, wenn sie integraler Bestandteil einer Gesellschaftspolitik wird, die auf die Verwirklichung der versprochenen Chancengleichheit aller - auch der 15,3 Millionen in Deutschland lebenden Menschen mit Migrationshintergrund (18,6 Prozent der Gesamtbevölkerung) - zielt.

       
  • Katharina Belwe

    Editorial

    Seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes am 1. Januar 2005 ist mehr Sachlichkeit in ein Politikfeld eingezogen, das jahrelang durch emotional geführte Auseinandersetzungen gekennzeichnet war. Integrationspolitik ist mehrheitsfähig geworden ist. Weiter...

    Michael Bommes

    Integration - gesellschaftliches Risiko und politisches Symbol - Essay

    In der modernen Gesellschaft ist Integration schwierig: nicht nur für Migrantinnen und Migranten. Deshalb ist in ihrer jüngsten symbolischen Aufladung schon die Möglichkeit der Enttäuschung überhöhter Erwartungen eingeschlossen. Weiter...

    Christoph Schroeder

    Integration und Sprache

    In einem sozialen Verständnis von Integration von Zuwanderern hat die Beherrschung der deutschen Sprache eine Schlüsselfunktion. Sie sollte aber nicht unreflektiert zum Gradmesser der sozialen Integrationswilligkeit von mehrsprachigen Menschen gemacht werden. Weiter...

    Wolfgang Seifert

    Integration und Arbeit

    Zuwanderer mit mittleren und höheren Bildungsabschlüssen finden in geringerem Maße Zugang zum Arbeitsmarkt als nicht Zugewanderte mit gleicher Bildung. Auch bei der zweiten Generation bestehen erhebliche Defizite bei der Arbeitsmarktintegration. Weiter...

    Bernhard Nauck

    Integration und Familie

    Stabile Generationenbeziehungen sind oft die wichtigste Ressource im Eingliederungsprozess. Sie bieten Schutz gegen die drohende Marginalisierung von Jugendlichen der zweiten Generation. Weiter...

    Tatjana Baraulina

    Integration und interkulturelle Konzepte in Kommunen

    Seit dem Kommunen die Integrationsprobleme von Zuwanderern als interkulturelle Probleme definieren, haben diese eine gesamtstädtische politische Bedeutung erlangt. Damit konnte Integration als kommunales Handlungsfeld etabliert werden. Eine Vielfalt lokaler Projekte fand unter dem Dach des interkulturellen Integrationsparadigmas Platz. Weiter...

    Klaus J. Bade

    Versäumte Integrationschancen und nachholende Integrationspolitik

    Auf dem Weg vom Nebeneinander zum Miteinander in der Einwanderungsgesellschaft gab es Versäumnisse auf beiden Seiten. Zur Gestaltung der gemeinsamen Zukunft gehört deshalb Schadensbegrenzung in Gestalt von nachholender Integrationspolitik. Weiter...