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Prag 1968

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    Als in der Nacht zum 21. August 1968 Kampftruppen aus der Sowjetunion, Bulgarien, Ungarn und Polen die Grenzen zur Tschechoslowakei überschritten, wurde ein ehrgeiziges Experiment gewaltsam beendet: der reformkommunistische Umbau einer Staats- und Gesellschaftsordnung mit Unterstützung der Bevölkerungsmehrheit. Mit guten Gründen ist den Reformern von damals als Freiheitsrevolutionären zu gedenken, denen ein Platz im gesamteuropäischen Gedächtnis gebührt.

       
  • Hans-Georg Golz

    Editorial

    Der Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts im August 1968 beendete gewaltsam den reformkommunistischen Umbau in der ČSSR. Weiter...

    Irena Brežná

    Verratene Ideale - Essay

    Während bei westlichen Linken der Prager Frühling als "dritter Weg" wahrgenommen wurde, war das Tauwetter rückwärts- und gegenwartsgerichtet, als Entlarvung der kommunistischen Verbrechen. Weiter...

    Stefan Karner

    Der "Prager Frühling" - Moskaus Entscheid zur Invasion

    Nach der Öffnung bislang verschlossener Politbüroakten des ZK der KPdSU kann die sowjetische Politik um den "Prager Frühling" und seine militärische Niederwerfung detailliert dargelegt werden. Weiter...

    Dieter Segert

    Der Riss durch die Partei

    Vom "Prager Frühling" 1968 werden meist die Panzer im August erinnert, nicht aber die vorangegangenen Reformen. Wie wurden Stalinisten zu Antistalinisten, linientreue Exekutoren zu eigenständig Handelnden? Weiter...

    Martin Machovec

    Tschechische Untergrundkultur

    Das Jahr 1968 war in der ČSSR außergewöhnlich, auch aufgrund der kulturellen Freiheit. Damals entstanden Aktivitäten, die im Zeitraum der "Normalisierung" nur "im Untergrund" umgesetzt werden konnten. Weiter...

    Hartmut Zwahr

    Tagebuch 1968

    Die Tagebuchnotizen eines Zeitzeugen schildern, wie der "Prager Frühling" in der DDR verfolgt wurde. Mit dem gewaltsamen Ende des Reformversuchs wurde die Selbstzerstörung der DDR erkennbar. Weiter...

    M. Hettling, K. Tanner, V. Ulrich, H.-U. Wehler

    Das andere deutsche "68"

    Das "Historische Quartett" diskutierte über das Tagebuch von Hartmut Zwahr. Deutlich wird die Anziehungskraft des "Dubček-Modells" auf die DDR. Das andere deutsche "68" bedeutete für viele das Ende aller Illusionen. Weiter...