Marshallplan

Potsdamer Konferenz


31.10.2005
Im Potsdamer Schloss Cecilienhof trafen sich die drei Regierungschefs der "Anti-Hitler-Koalition" erstmals nach der Kapitulation. Anstelle des verstorbenen Präsidenten Roosevelt für die USA nahm dessen Nachfolger Harry S. Truman teil. Einzig Josef Stalin vertrat die Interessen seines Landes kontinuierlich.

Beginn der Potsdamer Konferenz: Stalin, Truman, Churchill (v.l.n.r.). Vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 trafen sich im Potsdamer Schloss Cecilienhof die drei Hauptalliierten des Zweiten Weltkriegs nach dem Ende der Kampfhandlungen in Europa zur Beratung über das weitere Vorgehen.Beginn der Potsdamer Konferenz: Stalin, Truman, Churchill (v.l.n.r.) (© Deutsches Historisches Museum)

Pazifischer Krieg und Vertreibungen



Zum Hintergrund der Konferenz vom 17. Juli bis 2. August 1945 gehörte, dass der Krieg im Pazifik erst kurz nach ihrem Abschluss durch die us-amerikanischen Atombombenabwürfe beendet wurde. Die USA brauchte also während der Konferenz noch die Unterstützung oder zumindest das Stillhalten der sowjetischen Regierung. Schon vor Beginn der Konferenz hatte es zudem so genannte "wilde" Vertreibungen von Deutschen aus Polen und der Tschechoslowakei gegeben, die allerdings nur von der UdSSR gebilligt worden waren. Diese hatte den Polen als Kompensation für eigene Gebietsverluste Teile Ostdeutschlands bis zur Oder-Neiße- Linie angeboten, die ursprünglich lediglich zur sowjetischen Besatzungszone gehören sollten. Obwohl es über diesen Punkt zu intensiven Auseinandersetzungen zwischen den westlichen Alliierten und der Sowjetunion kam, setzte sich die UdSSR faktisch durch. Die Vertreibungen wurden nachträglich legalisiert und die organisierte "Überführung" von Deutschen aus diesen Gebieten in die vier Besatzungszonen sollte "in geregelter und menschlicher Weise" fortgesetzt werden ("Aussiedlung").

Vereinbarungen



Scheinbar unproblematisch war die Einigung auf die Bekämpfung des deutschen Militarismus und Nationalsozialismus. Schon an der Formel, dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen werden sollten, um zu verhindern, dass Deutschland noch einmal einen Krieg beginnen könne, schieden sich aber die Geister. Allerdings blieb die praktische Umsetzung der Maßnahmen den einzelnen Besatzungszonen vorbehalten. Zur Entmilitarisierung gehörte außerdem die komplette Demontage der kriegswichtigen Industrie.

Weitere Beschlüsse zielten auf die Schaffung eines politischen Lebens auf demokratischer Grundlage und auf die Aufhebung der nationalsozialistischen Gesetzgebung. Sämtliche Kriegsverbrecher sollten verurteilt werden, die NSDAP und alle ihre Gliederungen vernichtet sowie Nationalsozialisten aus wichtigen Positionen entfernt und eine dezentralisierte Verwaltung aufgebaut werden.

Gegensätze



Blieben diese Forderungen in ihrer Realisierung an die einzelnen Zonen gebunden, so konnte die Errichtung einer wirtschaftlichen Einheit nur im Zusammenwirken der Alliierten im Kontrollrat realisiert werden. Die Beschlussfassung in diesem Gremium erwies sich in der Folgezeit als schwierig. Ebenfalls problematisch war, dass die Besatzungsmächte ihre Reparationsforderungen vor allem aus der jeweils eigenen Zone befriedigen sollten. Die Sowjetunion sollte aufgrund der starken Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg auch Leistungen aus den anderen Besatzungszonen erhalten, für die sie im Gegenzug den Westen mit Lebensmittellieferungen unterstützen wollte.