"Die Freiheit führt das Volk“: Das berühmte Gemälde von Eugène Delacroix (1830) mit Frankreichs Nationalfigur Marianne.

Macht und Einfluss

Im zentralistischen Frankreich ist die politische Macht in der Hauptstadt Paris konzentriert. In einer bipolaren Parteienlandschaft steht außerdem der Präsident im Zentrum des politischen Geschehens. Das französische Demokratiesystem unterliegt spezifischen Regeln, die auf das Bildungssystem der politischen Elite, die Organisation des Medienmarktes oder auch die Rolle der Intellektuellen zurückzuführen ist.

Europäische und Französische Flaggen vor der Assemblée Nationale in Paris.

Interview mit Pierre-Yves Le Borgn’

Die politische Tradition ist in Frankreichs Gesellschaft stark verwurzelt. So blickt Frankreich, im Gegensatz zu Deutschland, auf eine lange Demokratiegeschichte zurück. Die Unterschiede zwischen den beiden Systemen erklärt der französische Politiker Pierre-Yves Le Borgn' im Interview. Weiter...

Charles de Gaulles (* 1890; † 1970) war der erste Präsident der V. Republik von 1959 bis 1969.

Joachim Schild

Der französische Präsident, Verkörperung einer zentralistischen politischen Macht

Auch wenn sich die Verfassungsväter der V. Republik gegen ein präsidentielles System entschieden haben, so steht der Präsident gleichwohl im Zentrum des politischen Geschehens Frankreichs. Er steht an der Spitze der Entscheidungspyramide eines stark zentralisierten Staatswesens, das Macht ungleich stärker als in vielen anderen Demokratien in den Händen der Exekutivspitze konzentriert. Weiter...

Der französische Premierminister Jean-Marc Ayrault spricht vor der Nationalversammlung.

Joachim Schild

Ein bipolares Parteiensystem, in dem radikale Parteien ihren Platz finden

Mitglieder-, organisations-, und finanzschwach, so präsentieren sich Frankreichs Parteien im Vergleich zu denjenigen der Bundesrepublik. Auch die Parteienlandschaft der V. Republik unterscheidet sich deutlich von der deutschen. Zum einen ist sie instabiler, zum anderen konnten radikale Parteien durchgängig Erfolge erzielen und eine parlamentarische Vertretung erreichen. Weiter...

Bildergalerie - Die Präsidenten der V. Republik

Voltaire (Porträt von Nicolas de Largillière).

Frank Baasner

Die Sehnsucht nach moralischer Autorität. Die Intellektuellen in Frankreich

Wo sind die Intellektuellen in Frankreich in der aktuellen Krise? In den folgenden Seiten werden die Grundzüge dessen, was man in Frankreich einen "intellectuel" nennt, nachgezeichnet. Drei wichtige Perioden werden dabei unterschieden. Und schließlich wird die Rolle des Intellektuellen in der mediatisierten Demokratie beleuchtet. Weiter...

Die junge Journalistin arbeitet für die französische Investigativzeitung Mediapart. Die Website enthüllte 2010 die sogenannte Bettencourt-Affäre um den Verdacht von illegalen Wahlkampfspenden an Nicolas Sarkozy.

Franzosen im Porträt

Lenaig Bredoux

Gerade weil Lenaig Bredoux ein sehr klares Bild davon hat, was politischer Journalismus leisten soll - muss sich die Investigativjournalistin im Berufsalltag immer wieder neu positionieren. Wie viel Nähe zu Politikern ist erlaubt? Wie viel Nähe aber auch notwendig? Für Bredoux eine ständige Gratwanderung. Weiter...

Silvie Kauffmann, Chefredakteurin von Le Monde

Daniela Heimerl

Mediendemokratie auf Französisch

Der französische Medienmarkt wird von einigen multimedial aufgestellten, branchenfremden Konzernen beherrscht, die über enge wirtschaftliche Kontakte zum Staat verfügen. Inwieweit beeinträchtigt diese Nähe zwischen Medien und Staat die Mediendemokratie und wie steht es um die Kritikkultur eines Landes, in dem die politisch-mediale Verstrickung so ausgeprägt ist wie in kaum einer anderen westlichen Demokratie? Weiter...

Die Straßburger École Nationale d’Administration (ENA). Die berühmteste Kaderschmieder der Grande Nation. gegründet wurde sie von de gaulle um eine von Vichy unbelastete Verwealtungsausbildung zu ermöglichen. Unter anderem besucht von Hollande, Giscard d´Estaing und Chirac.

Michaela Wiegel

Und morgen bist du Präsident! Bildung und Struktur der politischen Elite in Frankreich

Junge Franzosen haben es leichter als junge Deutsche, wenn sie vom Aufstieg in höchste Staatsämter träumen. Ihr Bildungssystem sieht einen Königsweg vor, an dessen Ende ein angesehener Posten in den Führungsetagen des Staatsapparates lockt. Nur wenige schaffen es bis ganz nach oben. Aber die "grandes écoles", die französischen Eliteschulen, sichern ihren Absolventen noch immer einen unbeschwerten Einstieg ins Berufsleben. Weiter...

 
Französische Flaggen wehen auf dem Dach und vor einem Fenster über dem Eingang des Elysee Palastes in Paris.euro|topics-Debatten

Frankreich wählt

Beobachter erwarteten ein knappes Rennen um die Präsidentschaft in Frankreich. Wie kommentierte die europäische Presse den Wahlkampf 2017? Und welchen Kandidaten wurden welche Chancen zugerechnet? Weiter... 

The Eiffel Tower is seen in Paris, Thursday July 14, 2011 at sunset. Behind is La Defense business district. (ddp images/AP Photo/Thibault Camus)euro|topics-Debatte

Verliert Frankreich den Anschluss?

Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, lahmende Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit: Viele Kommentatoren sehen in Frankreich eines der größten Sorgenkinder Europas und mahnen die Notwendigkeit von Strukturreformen an. Weiter... 

German Chancellor Konrad Adenauer, left, hugs France President Charles de Gaulle, right, after signing the Elysee friendship treaty in the Elysee palace in Paris, France on Jan. 22, 1963. France and Germany kicked off celebrations Wednesday, Jan. 22, 2003 to mark the 40th anniversary of the treaty with a raft of events intended to inject new vitality into their relationship, which is pivotal in efforts to expand and integrate the European Union. (ddp images/AP Photo) --- Bundeskanzler Konrad Adenauer (li) und Staatspraesident Charles de Gaulle umarmen sich nach der Unterzeichnung des Deutsch-Franzoesischen Vertrages am 22. Januar 1963 im Salon Murat im Pariser Elysee-Palast. Rechts neben de Gaulle steht M. Christian Fouchet. (ddp images/AP Photo)Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 1–3/2013)


Deutschland und Frankreich

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag. Als "Erinnerungsort" bietet das Datum immer wieder Anlass innezuhalten und sich der gegenseitigen Partnerschaft zu vergewissern. Weiter... 

FrankreichMigrationsprofil

Frankreich

Frankreich hat eine lange Tradition als Einwanderungsland. Zumindest aus wirtschaftlicher Perspektive galt diese lange Zeit als Erfolgsgeschichte. Seit drei Jahrzehnten wird die Einwanderung allerdings verstärkt als Ursache sozialer Probleme und Auslöser von Konflikten wahrgenommen. Davon zeugen nicht nur ein politischer Rechtsruck, sondern auch immer wieder aufflammende Unruhen in den Vororten französischer Metropolen. Islamistisch motivierte Terroranschläge haben zudem die seit Jahren schwelende Debatte über den Umgang mit dem Islam weiter verschärft. Weiter...