"Die Freiheit führt das Volk“: Das berühmte Gemälde von Eugène Delacroix (1830) mit Frankreichs Nationalfigur Marianne.

21.1.2013 | Von:
Gerd Kaiser

Paris und die ewige Suche nach Raum: Herausforderungen einer besonderen Hauptstadt

Die Suche nach Raum veränderte das Gesicht der französischen Hauptstadt im Laufe ihrer Entstehung im Rhythmus der Zeit. Erst die tiefgreifenden sozialpolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen gegen Ende des 19. Jahrhunderts markieren den Beginn einer neuen Dimension ihrer Veränderung. Heute greift die Entwicklung weit ins Umland und lässt Paris zu einer Megapole von morgen werden.

Champs Élysées und Arc de TriompheParis am Nachmittag: Stau auf der Avenue des Champs-Élysées. Lizenz: cc by-nc-nd/1.0/deed.de

Die Suche nach Raum ist für Paris ein treibendes Element ihrer permanenten Veränderung. Viele ihrer stadtgeschichtlichen Entwicklungen gleichen denen anderer Metropolen Europas, einige sind jedoch sehr spezifisch und machen heute die Besonderheit der Stadt aus. Diese Suche hat sich in der Entwicklungsgeschichte von Paris nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ verändert. Anfänglich war sie durch Zuzug und Enge motiviert. Heute spielen Faktoren eine Rolle wie ein ständig steigender individueller Raumbedarf, soziale Faktoren, bessere infrastrukturelle Möglichkeiten und zunehmende Globalisierung.

Die Geburt des modernen Paris

Paris war zu allen Zeiten auf der Suche nach Expansion. Die Stadt entwickelte sich stetig: Angefangen mit der Gründung der Siedlung Lutetia auf einer kleinen Insel, der heutigen Ile de la cité, mitten im Morast (Marais) der Seine, über die römische Erweiterung auf dem linken Seineufer (Quartier Latin) und ihrer Blüte im 14. Jahrhundert. Unter der prunkvollen Herrschaft der Bourbonen, der Zeit des "Ancien Regime", veränderte Paris sich weiter, bis Revolution und Krieg im 18. Jahrhundert das Wachstum der Stadt erneut beeinflussten.

Am Vorabend der Moderne, in der Mitte des 19. Jahrhunderts, muss man sich Paris als eine in großen Teilen rückständige und baulich marode Stadt vorstellen, in der mangelnde Hygiene aufgrund fehlender Infrastruktur zu Krankheiten führt und Kriminalität in den schwer kontrollierbaren Vierteln des mittelalterlichen Stadtkerns blüht. Neue Zuwanderer aus der Provinz sowie die beginnende Industrialisierung von Paris spitzten die prekäre soziale Lage der Stadt weiter zu. Die angespannte Situation fand in der Revolution von 1848 einen Höhepunkt, in deren Folge der neue Monarch Napoleon III. seinen Präfekten, den Baron Haussmann, mit der Modernisierung der Stadt beauftragte.

Die Aufgabe war gewaltig, sollte doch die Stadt mit einem Netz neuer Achsen und Plätzen luftiger und besser kontrollierbar werden. Abwassersysteme sollten ein gesundes Stadtklima schaffen und es sollte neuer Wohnraum und eine moderne Infrastruktur entstehen, die dem Bedürfnis der Menschen nach mehr Lebensqualität Rechnung tragen. Die vorgesehenen Umbau-Maßnahmen bündelten sich im sogenannten "Haussmann-Plan", in Zuge dessen in weniger als 20 Jahren beinahe 60 Prozent der damaligen Stadtfläche verändert wurden. 18.000 Gebäude wurden für den Bau neuer Achsen abgebrochen und Paris durch Eingemeindungen auf seine heutige Größe erweitert. Doch nicht nur humanitäre Gründe waren Anlass für diesen Umbau, auch die Erfahrungen mit Aufständen und Barrikadenkämpfen während der Revolution und deren künftiges Verhindern motivierten den Monarchen. Denn geradlinige Achsen machten die Stadt militärisch beherrschbarer und erschwerten den Barrikadenbau.

Die Maßnahmen des haussmannschen Plans prägen bis heute das Gesicht der Stadt, unter anderem mit so prominenten Orten wie der Avenue des Champs-Elysées und dem Place de l’Etoile, aber auch mit neuen Grünflächen wie dem Parc des Buttes-Chaumont im Nordosten der Stadt.

Visionen und Utopien der Moderne



Place du Trocadéro mit dem Eiffelturm im Hintergrund.Place du Trocadéro mit dem Eiffelturm im Hintergrund. (© AP)
Trotz aller Bemühungen, die wohnräumliche Situation in Paris quantitativ nachhaltig zu verbessern, wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem die Nachfrage nach höherer Wohnqualität zu einem zentralen Thema bei der Suche nach Raum.

Neue Leitsätze der Stadtentwicklung wurden 1933 anlässlich des internationalen Kongresses für neues Bauen in der Charta von Athen formuliert, die den Forderungen nach Raum, Licht und den Prinzipien einer funktionalen Stadt Rechnung tragen. Gerade der Wunsch nach funktionaler Aufteilung des Stadtraums in Wohnen, Arbeiten und Erholung und deren autogerechte Verbindung war nachhaltig für spätere Entwicklungen in ganz Europa.

Federführend bei der Anwendung dieser Prinzipien war der Schweizer Architekt Le Corbusier, der mit dem sogenannten "Plan Voisin" radikale Ideen für Paris entwickelt hat. Seine Vision sah vor, neuen und qualitativ hochwertigen Raum durch eine "Auflockerung" der bestehenden Stadt zu schaffen – durch Flächenabriss bei gleichzeitiger Verdichtung durch den Bau von achtzehn 60-geschossigen Hochhäusern nördlich des Louvre. Doch wurden diese Planspiele niemals umgesetzt und sollten wohl schon damals einen eher anschaulichen Charakter haben.

Nachkriegszeit und Neuordnung



Paris erlebte das Ende des Zweiten Weltkriegs ohne größere Zerstörungen. Der wirtschaftliche Wiederaufbau in der Nachkriegszeit barg nun die Möglichkeit, die Wünsche nach Entflechtung von Arbeiten und Wohnen sowie einer autogerechten Moderne im großen Maßstab umzusetzen. Zudem begann Paris durch Zuwanderung auch aus den ehemaligen Kolonien stark zu wachsen, so dass die Suche nach Raum erneut Priorität der Stadtplanung wurde.

1969 wurden mit Cergy-Pontoise und Evry die ersten sogenannten "villes nouvelles" entwickelt und gebaut, außerhalb liegende Satellitenstädte, ganz im Sinne der Prinzipien der Charta von Athen von 1933. Die Projekte waren während der Amtszeit von Präsident Charles De Gaulle (1959-1969) vorbereitet worden. Sie sollen jenseits der Stadtgrenzen für ein geplantes Wachstum sorgen, das man auf insgesamt 15 Millionen Einwohner im Jahr 2000 schätzte. Es wurden mit 12 Millionen etwas weniger, doch die beiden Städte zählen heute zu den attraktiven Subzentren vor den Toren der Stadt mit eigenem Arbeitsmarkt und wachsender Einwohnerzahl. Die Strategie, Raum außerhalb der Stadt zu suchen, änderte sich in den 1970er Jahren hin zu einer nunmehr gezielten Verdichtung der Innenstadt durch Abriss und Neubau. Quartiere wie das Beaugrenelle mit seinen Hochhäusern direkt am Seineufer oder der Tour Montparnasse zeugen davon. Unter Staatspräsident Georges Pompidou (1969-1974) verdeutlichten der Bau des unterirdischen Shoppingcenters Les Halles oder des in seiner Form einzigartigen Kulturzentrums Centre Pompidou eine Neuorientierung, weg vom Primat der Schaffung privaten Wohnraums hin zur Schaffung öffentlichen Raums.

Suche im Geiste der Wiederentdeckung der Stadt

Ein Abflachen des Wachstums der Pariser Stadtbevölkerung zu Beginn der 1980er Jahre und die einsetzende Rückbesinnung auf die Tradition der Stadt führten vermehrt zu der Frage nach der architektonischen Qualität des gebauten Raums. Die Postmoderne erlebte gerade in den Satellitenstädten auf ihrer Suche nach Raum und urbaner Identität eine spektakuläre Umsetzung. In Noisy le Grand, einem gesichtslosen Vorort östlich von Paris, entstanden im Geiste der Zeit beispielsweise palastartige Sozialwohnungsbauten mit so klangvollen Namen wie "Palacio d’Abraxas" von Ricardo Bofill. Zitate von Säulen und Rundbögen bilden den Rahmen eines schönen, neuen Alltages nach Wunsch der Planer.

Nun mischte sich auch die Politik in die stadtkulturelle Diskussion ein und entwickelte Paris unter dem sozialistischen Präsidenten François Mitterrand (1981-1995) mit den unterschiedlichsten Projekten auf Staatskosten weiter. Mit dem Bau der Opera Bastille und dem Umbau des Louvre mit der bekannten Pyramide knüpfte der Sozialist Mitterrand an die Tradition der Herrscher Frankreichs an, sich bleibende Denkmäler zu setzen. Indes blieb zum Ende des 20. Jahrhunderts die Suche nach Raum auf die letzten infrastrukturell genutzten Flächen der Innenstadt begrenzt, beispielsweise durch die Auslagerung des Güterbahnhofs Gare d’Austerlitz.

Nach den Kahlschlägen vergangener Jahrzehnte kam es nun zu einer behutsamen strategischen Verdichtung der Innenstadt. Anschaulich wird dies zum Beispiel durch den Bau einzelner, architektonisch hochwertiger Kultureinrichtungen wie dem Institut du Monde Arabe anstelle von flächendeckenden Großbauten.
Panoramablick auf Paris.Panoramablick auf Paris. (© AP)

Le Grand Pari(s)

[1]

- Suche nach dem Stadtraum von Morgen

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts sind steigender Wohnraumbedarf pro Einwohner, eine Internationalisierung der Wohnortwahl, Städtekonkurrenz auch innerhalb Frankreichs durch zunehmende Dezentralisierung, moderne Infrastruktur und hohe Wohnkosten neue Faktoren bei der Suche nach Raum. Explodierende Miet- und Wohneigentumspreise bestimmen diese Suche mehr und mehr – soziale Segregation oder Verdrängung durch Gentrifizierung sind die direkte Folge dieser Entwicklung. Das Verschieben ärmerer Bevölkerungsschichten in sozial schwache Stadtteile oder direkt in die Vororte (Banlieues) prägen heute große Teile des Stadtselbstverständnisses. Die Ausbildung von Ghettos ist gerade in Paris durch eine Fehlentwicklung der sozialen Durchmischung ein großes Problem. Im Gegenzug wächst die Bedeutung der Stadt als Wirtschafts- und Kulturraum stärker ins Bewusstsein der Bewohner. Denn trotz aller Dezentralisierungstendenzen ist Paris nach wie vor das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Frankreichs. Großprojekte wie der Bau der Philharmonie von Paris oder der Umbau von Les Halles stärken diese Position. Konsequenterweise ist es meistens auch die Stadtverwaltung von Paris, die diese Projekte initiiert und zusammen mit regionalen Partnern umsetzt.

Paris ist in seinem Wachstum bis heute durch ein sehr restriktives Stadtverständnis blockiert, das sich in klarer Abgrenzung zu den weniger urbanen Vororten auf das Gebiet innerhalb des letzten Stadtmauerrings (intra muros) von 1844 beschränkt. Nun deutet sich bei der Suche nach Raum stadtplanerisch eine neue Strategie an: Die Suche soll künftig über die Stadtgrenzen hinausgehen. Seit Jahren schon forciert die Stadt konsequent die Überbauung der Pariser Ringautobahn "Périphérique", um erste räumliche Verbindungen zu den Vororten der "Petite Couronne" zu bilden, dem Ring der direkt an die Pariser Verwaltungsgrenze anliegenden Departements.

Frankreich - BevölkerungsdichteEin Blick auf die Karte verdeutlicht den Bevölkerungsreichtum des Ballungsraums Paris. Hier gelangen Sie zur vollständigen Darstellung der Karte. (© Kämmer-Kartographie, Berlin 2013)
Politisch unterstützt wurde diese Ausdehnung von Nicolas Sarkozy während seiner Amtszeit als Staatspräsident. Als bleibendes Zeugnis seiner Präsidentschaft initiierte er 2007 einen internationalen Architekturwettbewerb, der Strategien entwickeln soll, wie das Ballungsgebiet für 15 Millionen Menschen in Zukunft aussehen soll. Zehn namhafte Büros wurden beauftragt, Vorschläge zu entwickeln mit Themenschwerpunkten wie zukunftsweisende Mobilität, urbane Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit sowie die Verschmelzung mit der Peripherie. Paris versucht zwar, sich räumlich unter Berücksichtigung der eigenen Identität neu zu erfinden. Die Suche nach Raum ist jedoch eine globalisierte Idee geworden. Antworten könnten auch übertragbar sein auf Städte wie Tokyo oder New York.

Paris 2030 – Ausblick in die Zukunft

Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs wurden 2009 der Öffentlichkeit präsentiert und faszinieren mit einer Reihe von unterschiedlichen Ansätzen:
  • Das Team um den Architekten Christian de Portzamparc entwickelt die Infrastruktur durch den Bau eines neuen Megabahnhofes im Norden der Stadt und überspannt die Stadtautobahn mit einer eleganten Schwebebahn mit dem Ziel, alle einzelnen Subzentren effektiv miteinander zu verbinden – ein Paris der kurzen Wege.

  • Der Architekt Castro will die Schönheit des alten Paris auf die Vororte übertragen und wartet mit begrünten Hochhäusern und einer Oper im Hafen von Gennevilliers auf. Im Ganzen zitiert er das Bild einer Blüte mit Blütenblättern als Entwicklungszonen.

  • Jean Nouvel setzt auf ein "Weiterentwickeln" des Bestandes durch Aufstockung und Durchgrünung bis hin zu einer neu interpretierten Hochhauskultur in der dünner besiedelten Peripherie, bei der Natur, Wohnen und Kultur Einzug halten.

  • Das niederländische Büro MVRDV sieht im Gegensatz zur Gründung neuer Subzentren eine Weiterentwicklung des zentralen Paris vor, durch intelligente Verdichtung, kombiniert mit Wind- und Solarparks.

  • Am weitesten geht das Team um den französischen Architekten Antoine Grumbach, der eine Anbindung von Paris an das Meer über eine Entwicklung des Seinelaufs bis zur Mündung in Le Havre als Ausdehnungsachse der Stadt vorsieht.
Alle Ideen werden in dem 2010 gegründeten "Atelier internationale du Grand Paris" gebündelt, das in Zusammenarbeit mit allen Verantwortlichen eine globale Vision entwickeln soll. Entschieden scheint bis heute lediglich der Bau einer neuen Verkehrsinfrastruktur, dem "Grand Paris Express". Die Planungen haben natürlich auch viele Kritiker auf den Plan gerufen, die aus Sorge vor einem Identitätsverlust in den teilweise weit reichenden Entwürfen der Architekten nichts Geringeres als den endgültigen Untergang des heutigen Paris sehen. Objektiv betrachtet geht es bei der Diskussion aber weniger um das ob, sondern eher darum, wann und wie ein Konzept für "Le Grand Paris" umgesetzt wird.

Anfänglich auf das Zentrum begrenzt, wagt die Stadt bei ihrer Suche nach Raum im 21. Jahrhundert den Sprung ins Umland. Gewissermaßen ist dies das Resultat des spezifischen Entwicklungsstaus des intra muros gelegenen Paris. Die Verschiebung der Raumsuche in den Großraum birgt gleichzeitig auch die Chance, die Stadt neu zu entdecken. Diesmal durch eine nach innen gewandte Suche, einer Suche nach differenziertem Raum in der Beliebigkeit der heutigen Zeit. Mit dem gigantischen Projekt des Grand Paris erfährt die ewige Suche nach Raum eine neue Dimension. Sie passt sich den Bedürfnissen der Menschen und der Zeit an und wird das Gesicht der Stadt einmal mehr verändern. Wie tiefgreifend der Wandel sein wird, ist schwer vorauszusagen. Sicher ist jedoch, dass er lange dauern wird. Und: schon jetzt fehlt es an Geld und vielleicht auch am politischen Willen.

Fußnoten

1.
Es geht hier um ein Wortspiel: "Pari" bedeutet in französischer Sprache "Wette“.
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Autor: Gerd Kaiser für bpb.de
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