"Die Freiheit führt das Volk“: Das berühmte Gemälde von Eugène Delacroix (1830) mit Frankreichs Nationalfigur Marianne.

Geschichte und Erinnerung

Frankreich blickt auf eine lange wie wechselvolle Geschichte zurück. Während die Nation in der Revolution 1789 ihre Geburtsstunde erlebte, beruft sich der Staat in seiner Tradition auf die um mehrere Jahrhunderte vorangehende Monarchie. Neben glorreichen Gestalten und Ereignissen prägen auch Schattenseiten, wie die Terrorherrschaft im Zuge der französischen Revolution, die Kollaboration des Vichy-Regimes mit Nazi-Deutschland und der Algerienkrieg, das historische Gedächtnis der Franzosen.

"Die Freiheit führt das Volk". Allegorische Darstellung der Julirevolution von 1830.

Etienne François

Das Königtum und der Mythos der Revolution

Wie gehen die heutigen Franzosen mit dem doppelten und widersprüchlichen Erbe von Monarchie und Revolution um? Sind sie nichts anderes als leidenschaftliche Republikaner mit monarchischen Zügen? Weiter...

Besucher auf dem französischen Soldatenfriedhof bei Verdun: Einst eins der größten Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs.

Leo Klimm

Die Wunden des Weltkrieges

Junge Deutsche und Franzosen haben eine sehr verschiedene Wahrnehmung des Ersten Weltkrieges. Ein gemeinsamer Besuch des Schlachtfelds von Verdun lässt einige von ihnen jedoch dasselbe empfinden: die Pflicht, eine gemeinsame Zukunft zu gestalten. Weiter...

Illumination zur Feier des 50. Jubiläums des Élysée-Vertrags auf dem Gendarmenmarkt 2013

Nicolas Beaupré

Ein Jahrhundert später. Der Erste Weltkrieg und die deutsch-französische Aussöhnung (1914-2014)

Millionen Menschenleben hatte der 1. Weltkrieg auf deutscher und auf französischer Seite gekostet. Die Ankündigung, dass der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck an den Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs in Frankreich teilnehmen würde, überraschte dennoch kaum. Eine lange Reihe von Momenten deutsch-französischer Versöhnung war dem zuvorgegangen. Weiter...

François Mitterrand und Helmut Kohl gedenken der gefallenen Soldaten der beiden Weltkriege auf dem Friedhof von Verdun.

Rainer Bendick

Eine langsame Annäherung: Interpretationen des Ersten Weltkriegs in deutschen und französischen Schulbüchern

Der Erste Weltkrieg brachte Deutschen und Franzosen einen nie zuvor erreichten Höhepunkt der Feindschaft. Rainer Bendick analysiert in seinem Beitrag die Darstellung des Krieges in französischen und deutschen Schulbüchern. Und stellt fest, erst nach 1945 näherten sich die Sichtweisen von Deutschen und Franzosen einander an. Weiter...

Auf Stadtführungen zeigt der Aktivist Karfa Diallo die Geschichte des "schwarzen Bordeauxs".

Franzosen im Porträt

Karfa Diallo

Die französische Hafenstadt Bordeaux war eines der Zentren des französischen Sklavenhandels. Der Franco-Senegalese Karfa Diallo kämpft seit Jahren dafür, dass sich die Stadt mit ihrer Geschichte auseinandersetzt. Eine mühsame Arbeit, aber langsam bewegt sich etwas: 2009 eröffnete eine Ausstellung zum Sklavenhandel in Bordeaux. Über ein Mahnmal für die Opfer wird immer noch debattiert. Weiter...

2016 jährt sich die Zerstörung Fleury-devant-Douaumont zum 100. Mal. Laparra hat für diesen Tag einen Wunsch: Franzosen und Deutsche sollen in den Ruinen des Dorfes gemeinsam musizieren.

Franzosen im Porträt

Jean-Pierre Laparra

Jean-Pierre Laparra ist Bürgermeister von Fleury-devant-Douaumont. Bürger hat das kleine Dorf in Nordfrankreich allerdings keine, eigentlich gibt es Fleury-devant-Douaumont gar nicht mehr. Im Ersten Weltkrieg wurde der Ort bei Verdun nahezu komplett zerstört. Die Ruinen des Dörfchens sind mehr als 100 Jahre nach dem Krieg ein Mahnmal - der 62-jährige Laparras hilft, die Erinnerung wach zu halten. Weiter...

Bildergalerie: Berühmte Französinnen und Franzosen

Audio Interview

Interview mit Alfred Grosser

Kaum ein französisches Dorf ohne Gedenkstein für die Kriegsopfer - auch mehr als hundert Jahre nach dem Ersten Weltkrieg ist die Erinnerung an Leid und Tod des Grand Guerre in Frankreich greifbar. Wie prägt diese Vergangenheit das Frankreich der Gegenwart? Der Publizist Alfred Grosser im Interview zu französischer Erinnerungeschichte, Identifikationsfiguren und nationalen Narrativen. Weiter...

Ehrensalut für den verstorbenen Raymond Aubrac, einst Militärchef der Armée secrète und damit ein führendes Mitglied der Résistance, während seiner Beerdigung im April 2012.

Steffen Prauser

Erinnerungen an eine dunkle Zeit: Kollaboration und Widerstand in Frankreich

Die vernichtende Niederlage im Jahr 1940 und die folgende vierjährige Besatzungszeit haben wie kaum eine andere Zeit das kollektive Bewusstsein der Franzosen geprägt. Noch heute sprechen Historiker von einem Vichy-Syndrom, das die französische Gesellschaft nie überwunden hätte. Allein die Résistance gilt auch heute noch als Licht in einer dunklen Zeit. Weiter...

27.Mai 1956: Französiche Truppen riegeln die Casbah von Algier ab

Katrin Sold

Ein unvollendeter Aufarbeitungsprozess: Der Algerienkrieg im kollektiven Gedächtnis Frankreichs

Der Algerienkrieg markiert eine Zäsur in der französischen Geschichte und Politik des 20. Jahrhunderts. Er endete am 19. März 1962 mit einem Waffenstillstand und der folgenden Unabhängigkeit Algeriens. Doch bis heute ist der Prozess der Aufarbeitung unvollendet. Weiter...

Deutschland und Frankreich: Historischer Rückblick

Eine Folge der Serie "Mit offenen Karten"

2013 feierten Frankreich und Deutschland gemeinsam den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags. Um die Tragweite dieser historischen Vereinbarung zu zeigen, behandelt dieser Film die von drei Kriegen geprägte Geschichte der deutsch-französischen Beziehungen seit 1866.

Aus der Mediathek

Frankreichs Präsident Charles de Gaulle spricht vor der französischen Nationalversammlung in Paris am 10. März 1961.

Matthias Waechter

Eine außergewöhnliche politische Figur: Das Erbe de Gaulles in der politischen Kultur Frankreichs

Charles de Gaulle ist die überragende Gestalt des französischen 20. Jahrhunderts. Als Widerstandsführer, Befreier, Schöpfer der V. Republik und Dekolonisator ging er in die Geschichte ein. Bis heute verehren ihn die Franzosen als außergewöhnlichen politischen Held, der im Moment der nationaler Demütigung die Ehre des Landes rettete. Die Bewegung des Gaullismus indes erlebte einen Niedergang. Weiter...

In Paris herrschten 1968 fast bürgerkriegsähnliche Zustände. Entsprechend heftig wird in Frankreich noch heute über '68 gestritten. Foto: AP

Ingo Kolboom

Das Jahr, das Frankreich veränderte: Der französische Mai '68

1968 war laut dem amerikanischen Journalisten Mark Kurlansky "das Jahr, das die Welt veränderte". Doch obgleich in den Jahren 1967-1968 fast weltweit Jugend- und Studentenrevolten ausbrachen, ist allein die Pariser Revolte unter dem Namen "Mai 68" zur Ikone jener Protestbewegungen geworden. Worauf ist das zurückzuführen? Wo liegen die Unterschiede zum damaligen Westdeutschland? Und was bleibt vom "Mai 68" im heutigen Frankreich? Weiter...

Bildergalerie: Der französische Mai '68

 
Nicolas Sarkozyeuro|topics-Debatte

"Sarkogate" erfasst Frankreichs Politik

Telefonmitschnitte sollen die illegale Einflussnahme von Frankreichs konservativem Ex-Präsident Sarkozy auf die Justiz belegen. Die aktuelle sozialistische Regierung verstrickt sich in Widersprüche darüber, wie lange sie schon von der Überwachung weiß. Demontieren sich die beiden großen Parteien des Landes selbst? Weiter... 

The Eiffel Tower is seen in Paris, Thursday July 14, 2011 at sunset. Behind is La Defense business district. (ddp images/AP Photo/Thibault Camus)euro|topics-Debatte

Verliert Frankreich den Anschluss?

Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, lahmende Wirtschaft, hohe Arbeitslosigkeit: Viele Kommentatoren sehen in Frankreich eines der größten Sorgenkinder Europas und mahnen die Notwendigkeit von Strukturreformen an. Weiter... 

German Chancellor Konrad Adenauer, left, hugs France President Charles de Gaulle, right, after signing the Elysee friendship treaty in the Elysee palace in Paris, France on Jan. 22, 1963. France and Germany kicked off celebrations Wednesday, Jan. 22, 2003 to mark the 40th anniversary of the treaty with a raft of events intended to inject new vitality into their relationship, which is pivotal in efforts to expand and integrate the European Union. (ddp images/AP Photo) --- Bundeskanzler Konrad Adenauer (li) und Staatspraesident Charles de Gaulle umarmen sich nach der Unterzeichnung des Deutsch-Franzoesischen Vertrages am 22. Januar 1963 im Salon Murat im Pariser Elysee-Palast. Rechts neben de Gaulle steht M. Christian Fouchet. (ddp images/AP Photo)Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 1–3/2013)


Deutschland und Frankreich

Am 22. Januar 1963 unterzeichneten Konrad Adenauer und Charles de Gaulle den Élysée-Vertrag. Als "Erinnerungsort" bietet das Datum immer wieder Anlass innezuhalten und sich der gegenseitigen Partnerschaft zu vergewissern. Weiter... 

Frankreichfocus migration: Länderprofil

Frankreich

Die Einwanderungssituation in Frankreich ist bis heute stark geprägt von der Kolonialgeschichte früherer Jahrhunderte sowie einer langen Tradition der Anwerbung ausländischer Arbeitnehmer. Insgesamt hat die Zuwanderung im letzten Jahrhundert kontinuierlich an Gewicht gewonnen und die französische Gesellschaft nachhaltig geprägt. Weiter...