Basilius-Kathedrale
1 | 2 | 3 Pfeil rechts

Ukraine, Belarus und Moldau


2.5.2011
Russlands Verhältnis zu den Staaten Ukraine, Belarus und Moldau ist stark vom Anspruch auf das postsowjetische Territorium als russische Einflusssphäre geprägt. Das trifft insbesondere für die Ukraine und Belarus zu, mit denen es geschichtlich und kulturell eng verbunden ist.

Ein Gasdruckmesser einer Haupt-Gasleitung von Russland in dem Dorf Bojarka der Nähe der Hauptstadt Kiew.Gasleitung in der Ukraine. Das wichtigste Instrument Russlands zur Durchsetzung seiner Politik im postsowjetischen Raum sind die Energiebeziehungen (© AP)

Der Kreml betrachtet allerdings auch die Republik Moldau als Teil einer russischen Interessensphäre. Der ehemalige Präsident und derzeitige Ministerpräsident Wladimir Putin hat dies mit den Worten unterstrichen, dass der Zusammenbruch der Sowjetunion die "größte geopolitische Katastrophe des 20. Jahrhunderts" und eine "nationale Tragödie riesigen Ausmaßes" gewesen sei, er aber die ehemaligen Sowjetrepubliken weiterhin als "natürliche Verbündete Russlands im postsowjetischen Raum" betrachte. Ähnlich definiert Präsident Dmitri Medwedew den postsowjetischen Raum als eine "Zone privilegierter Interessen" Russlands.

Diese Sichtweise führt zu einer Politik, die darauf gerichtet ist, westlichen Einfluss so weit wie möglich zu begrenzen. Das betrifft sowohl die NATO als auch die EU. So hat Putin die Osterweiterung des westlichen Bündnisses als "ernste Provokation" bezeichnet, und die EU ist gewarnt worden, Russland werde "jeglichen Anstrengungen Widerstand entgegensetzen, welche die wirtschaftliche Integration in der GUS [Gemeinschaft Unabhängiger Staaten] beeinträchtigen"; zudem lehne es "Sonderbeziehungen der EU mit einzelnen Ländern der GUS zum Schaden russischer Interessen" ab.

Das wichtigste Instrument, um diese für den gesamten postsowjetischen Raum geltende Politik durchzusetzen, sind die Energiebeziehungen. Dies lässt sich auch in den Beziehungen Russlands zu den drei Staaten im europäischen Vorfeld Russlands aufzeigen.

Ukraine



Russland innerhalb der GUSRussland innerhalb der GUS. Zum Öffnen der PDF klicken Sie auf das Bild. (© www.kartographie-kaemmer.de)
Die große Bedeutung der Ukraine für Russland beruht auf einer ganzen Reihe von Gegebenheiten. Mit seinen 603.628 km² ist es das geographisch größte Land auf dem europäischen Kontinent. Für Moskau ist es ein strategisch wichtiges Verbindungsglied zwischen Ostsee und Schwarzem Meer und Transitland für sein Erdgas: 80 Prozent der Lieferungen Gazproms an EU-Europa fließen durch ukrainische Gasleitungen. Das ukrainische Sewastopol ist die Basis der russischen Schwarzmeerflotte.

Unter den 46 Millionen Einwohnern der Ukraine leben viele Menschen, die sich als Russen bezeichnen, insgesamt 17 Prozent der Gesamtbevölkerung, von denen die meisten im Ostteil des Landes und auf der Krim angesiedelt sind und für die sich Russland als Schutzmacht empfindet. Das Reich der Kiewer Rus war Wiege und Keimzelle des heutigen Russlands, seine Unabhängigkeit ist demzufolge für geschichts- und machtbewusste Russen unvorstellbar. Russisch ist die lingua franca in praktisch allen Landesteilen der Ukraine und auch in der Westukraine verständlich. Eines der Interessen Moskaus ist es, die sprachliche und kulturelle Verbundenheit Russlands mit der Ukraine so weit wie möglich zu erhalten und das in der Ukraine weithin zu empfangende russische Fernsehen als politisches Instrument zu nutzen.


Creative Commons License Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by-nc-nd/3.0/
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

 
Die Vereinten NationenInfografiken

Die Vereinten Nationen

Warum wurden die Vereinten Nationen gegründet? Welche Ziele und Aufgaben haben sie? Was ist der Sicherheitsrat und welche Rolle spielt Deutschland? Die 11 Infografiken geben Antworten und zeigen anschaulich, wie die UN aufgebaut sind. Weiter... 

Warschauer Bürgermeister und Präsidentschaftskandidat Lech Kaczynski spricht in Warschau um den 66. Jahrestag des sowjetischen Überfalls auf Polen zu gedenken.Polen und seine Nachbarn

Die Beziehungen zu Russland

Seit 1990 führten gegensätzliche politische Interessen zu einer Verschlechterung der polnisch-russischen Beziehung. Zunächst lag der Fokus der polnischen Außenpolitik auf der Verbesserung der Beziehung. Doch eine Annäherung der Länder ist bisher nicht in Sicht. Weiter...