Frankreich

Frankreich

Ein beispielloser Prozess wechselseitiger Annäherung hat dazu geführt, dass aus dem einstigen "Erbfeind" Frankreich Deutschlands engster Verbündeter in Europa wurde. Inzwischen gehören enge politische Kooperationen, Städtepartnerschaften, Schulaustauschprogramme zur Alltagsrealität, sorgen strukturelle Gemeinsamkeiten und vergleichbare Problemlagen für Verbindendes. Vielen Deutschen ist zudem das Nachbarland durch Ferienreisen vertraut.

Dabei drohen allerdings die Besonderheiten aus dem Blick zu geraten, die für das Verständnis unseres Nachbarlandes konstitutiv sind. Sie herauszustellen und mit einer Bestandsaufnahme des modernen Frankreich zu verbinden, steht im Mittelpunkt. Dabei werden auch Entwicklungen deutlich, die Frankreich in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Außenbeziehungen seit 1945 vollzogen hat.

Christine Hesse

Informationen zur politischen Bildung (Heft 285)

Editorial

Im Zentrum der Darstellung steht das Frankreich der Gegenwart. Dabei werden die Entwicklungen aufgezeigt, die in Wirtschaft, Gesellschaft, Politik und Außenbeziehungen seit 1945 vollzogen wurden. Weiter...

Die Außenminister von sechs beteiligten Nationen unterschrieben das berühmte Schumanplan-Abkommen in Paris am 18. April 1951. Das Abkommen markiert einen wichtigen Schritt für die westeuropäische Zusammenarbeit für ökonomische Aspekte und militärische Konsolidierung. Es soll die Errichtung einer gemeinsamen Koordinations- und Kontrollbehörde für die Stahl - und Kohleproduktion für die nächsten 50 Jahre der beteiligten Länder, Frankreich, Westdeutschland, Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Italien zusammenfassen. Ebenso wichtig war die vorgebrachte Resolution für eine politische europäische Einheit, die auf das Gerüst des Schumanplans aufbaut. Die anderen europäischen Länder wurden aufgerufen sich ebenfalls anzuschließen. Der Schumanplan, vorgeschlagen von Robert Schuman, basiert auf  den Planungen von Jean Monnet, dem französischen Oberkommissar für Wirtschaftsplanung. Um den Tisch versammelt haben sich nach dem Unterzeichnen des Schumanplans von links nach rechts: Paul van Zeeland (Belgien), Joseph Bech (Luxemburg), Joseph Meurice (Belgien) Graf Carlo Sforza (Italien), Robert Schuman (Frankreich), Konrad Adenauer (Westdeutschland), Dirk Stikker und Jan van den Brink (Niederlande).

Informationen zur politischen Bildung (Heft 285)

Unser Nachbar Frankreich

Nach 1945 haben sich die deutsch-französischen Beziehungen grundlegend gewandelt. Kooperation und fortschreitende Angleichung im Rahmen der europäischen Integration bestimmen den Alltag. Dennoch bleiben zum Teil historisch begründbare Unterschiede. Weiter...

Die Schornsteine der Müllverbrennungsanlage von Ivry-sur-Seine.

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Wirtschaftliche Modernisierung

Frankreich hat seit 1945 eine ähnliche wirtschaftliche Entwicklung vollzogen wie seine europäischen Nachbarn, allerdings im Zeitraffer. Auf einen staatlich gelenkten Aufholprozess folgte eine Phase zunehmender Liberalisierung. Weiter...

Französische Arbeiter demonstrieren auf den Straßen von Nizza am 29 Januar 2009, um die Regierung davor zu warnen, dass sie nicht bereit sind die Hauptlast der gegenwärtigen Krise zu tragen. Millionen von Franzosen im ganzen Land demonstrieren gegen die Konjunktur- und Krisenpolitik von Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

Informationen zur politischen Bildung (Heft 285)

Gesellschaft im Wandel

Bevölkerungswachstum, stetige Wohlstandsentwicklung, soziale und räumliche Mobilität, ein expandierender Bildungssektor und eine differenzierte Medienlandschaft kennzeichnen die französische Gesellschaft. Gleichzeitig hat sie ähnliche Probleme wie die Nachbarländer. Weiter...

Der neue französische Präsident Nicolas Sarkozy geht bei seiner Amtseinführung über den roten Teppich in Richtung Elysee-Palast.

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Charakteristika des politischen Systems

Eine "doppelköpfige" Exekutive, eher eingeschränkte parlamentarische Kompetenzen und ein fragmentiertes Parteiensystem charakterisieren die V. Republik. Die politische Kultur ist durch Staatsgläubigkeit, Auflehnungsbedürfnis und Laizismus gekennzeichnet, während die Nation nicht mehr wie früher einheits- und identitätsstiftend wirkt. Weiter...

Von links nach rechts, der luxemburgische Premierminister Jean Claude Juncker, der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel, der französische Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premierminister Gordon Brown, der Präsident der Europäischen Kommission Jose Manuel Barroso und der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean Claude Trichet während einer Pressekonferenz bei dem Notfall Weltfinanzgipfel im Elysee-Palast in Paris.

Informationen zur politischen Bildung (Heft 285)

Frankreichs Rolle in der Welt

Frankreich sieht sich im Zwiespalt zwischen dem begrenzten Potenzial einer europäischen Mittelmacht und dem Anspruch auf eine europäische sowie globale Führungsrolle, die seinem kulturpolitischen Selbstverständnis entspricht. Weiter...

Standardbild Links

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Literaturhinweise und Internetadressen

Sie wollen noch mehr wissen zum Thema Frankreich? Hier finden Sie weiterführende Literatur und Internetadressen. Weiter...

 

Dossier

Die Europäische Union

Für viele ist die EU ein fremdes Gebilde. Dabei wird sie immer wichtiger. Das Dossier bietet einen lexikalischen Überblick: Warum gibt es die Union der 28? Wer macht was in der EU? Und wie sieht die Zukunft aus? Weiter...